Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
19. Januar 2013 6 19 /01 /Januar /2013 14:35

Ausgehend von Porto Alegre hat die Idee, Bürger/innen partizipativ an der Aufstellung des Haushalts zu beteiligen, in den letzten Jahren Anhänger in vielen Ländern der Welt gefunden.

Das brasilianische Beteiligungsmodell unterscheidet sich dabei erheblich von vielen der in Deutschland praktizierten Bürgerhaushalte. Dort fungieren Bürgerhaushalte insbesondere als sozialpolitische Planungsinstrumente, um eine gerechtere Verteilung öffentlicher Ressourcen zu erreichen. So werden beispielsweise die Bürger/innen der brasilianischen Millionenmetropole Recife über Bürgerhaushalte in die Weiterentwicklung ihrer Stadt aktiv eingebunden: ausgestattet mit umfassenden Entscheidungskompetenzen können sie mit Hilfe von Stadtteilbudgets unmittelbar über einen Teil der Haushaltsmittel entscheiden.

Durch die Ausrichtung auf die Förderung ärmerer Stadtteile und die größere Nähe zur Verwaltung gelingt es in Recife zudem, in hohem Maße unterrepräsentierte Teile der Bevölkerung politisch einzubinden.

Paulo Alfredo Schönardie, Promotionsstipendiat an der Universität Hamburg im Bereich Politikwissenschaften und als Brasilianer in seiner Heimat selbst an Bürgerhaushalten beteiligt, unterstreicht in seinem Gastbeitrag, dass es kein Patentrezept für das Gelingen von Bürgerhaushalten gibt, sondern dass sich Bürgerhaushalte stets an die jeweiligen Bedingungen vor Ort anpassen müssen, um erfolgreich zu sein.

Schönardie, Paulo Alfredo : Bürgerhaushalte am Beispiel Brasiliens

---

Publikation: Handbuch Aktivierende Befragung

Aktivierende Befragung ist eine Methode, die in der Gemeinwesenarbeit entwickelt wurde. Die Bürgerinnen und Bürger eines Wohngebiets oder Stadtteils werden nicht nur nach ihren Meinungen und Einstellungen befragt, sondern gleichzeitig angeregt und ermutigt, aktiv zu werden, für ihre Interessen einzutreten und bei der Lösung von Problemen im Gemeinwesen mitzuwirken.

Die von dem amerikanischen Bürgerrechtler Saul David Alinsky Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte Aktivierende Befragung ist verwandt mit dem methodischen Ansatz des Community Organizing.

Sie versteht sich als kommunikatives Handeln und unterscheidet sich damit von anderen Umfrageformen, die ausschließlich der Datenerhebung dienen. Sie ist ein Beitrag zur Demokratieentwicklung von unten, weil sie sich vor allem an jene Gruppen richtet, die bei anderen Beteiligungsprozessen zu kurz kommen oder nicht beachtet werden.

Eine neu aufgelegte Publikation der Stiftung MITARBEIT stellt das handlungsorientierte Konzept vor und gibt Tipps für die Praxis.

Maria Lüttringhaus/Hille Richers (Hrsg.): Handbuch Aktivierende Befragung. Konzepte, Erfahrungen, Tipps für die Praxis. 2012, 3. Auflage, 244 S., 10,00 Euro, ISBN 978-3-928053-82-2

Bestellung und Information

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Entrüster - in politische Kultur
Kommentiere diesen Post

Kommentare

Über Diesen Blog

  • : Paziwief - Friedensflink
  • Paziwief - Friedensflink
  • : Was wir wollen: Positiven Frieden vorwärts bringen und paziwiefe Kultur schaffen. "Give peace a chance" - "Si vis pacem, para pacem" - "ekzisti paco via ŝanco"
  • Kontakt

Startseite / home / Forumhinweis

paziwief hier oder im Banner oben  anklicken, dann kommt ihr zurück   home - zur Startseite dieses blogs
Selbstverständlich könnt ihr hier im blog auch Kommentare hinzufügen (siehe unter jedem Beitrag/Content rechts unten) Wenn ihr bei uns aktiv werden wollt dürft ihr im anhängenden FORUM  nach Herzenslust posten und diskutieren. 

Suchen