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25. März 2014 2 25 /03 /März /2014 13:36

Ein neues systemisches Lernspiel zu zivilem Engagement in internationalen Konflikten. 

 Täglich berichtet die Tagesschau von Krisen, Kriegen und Konflikten in der Welt. Eine scheinbare Ohnmacht, dass man ja selbst nichts dagegen machen könne, führt nicht selten in unserer Bevölkerung auch zum verstärkten Ruf nach der so genannten internationalen Gemeinschaft, die mittels eines Militärschlags den „Frieden sichern“ soll. So haben wir es zuletzt mit Libyen und Syrien erlebt. Ein Militäreinsatz zur Gewalteinhegung scheint also hierzulande ein recht bekanntes Interventionsmittel zu sein.

Weitaus weniger bekannt sind hingegen all die zivilen Mittel, die wir in Deutschland haben, um uns vor der eigenen Haustür gegen globale Gewalteskalationen zu engagieren.

Ein neu entwickeltes Planspiel namens Civil Powker inspiriert junge Menschen nun dafür.

Wer spielt Was mit Wem und Warum?

Bei Civil Powker bespielen Schülerinnen und Schüler ihre Handlungsmöglichkeiten in Deutschland anlässlich eines konkreten, irgendwo in der Welt ausbrechenden Konfliktes. Dafür schlüpfen junge Menschen ab 14 Jahre in individuelle Rollen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik, gestalten diese aus, beschäftigen sich mit ihren verschieden Interessen und Werten, lernen Verflechtungen kennen und empfinden Einflussmöglichkeiten nach. Ziel des eintägig konzipierten Lernspiels ist es, die existierenden Handlungsspielräume in Deutschland vor allem im zivilgesellschaftlichen,

aber auch im wirtschaftlichen und parteipolitischen Bereich aufzuzeigen und erfahrbar zu machen.

Das Spektrum und die Anzahl möglicher Handlungsoptionen, mit denen „gepokert“ wird, ist so breit wie hoch:

Die Zivilgesellschaft kann bspw. Großdemonstrationen organisieren, mit der Bevölkerung im Konfliktland über das Internet Kontakt aufnehmen oder Friedensfachkräfte entsenden. Allerdings können sie auch ihren Alltag fortsetzen oder sich für eine Verschärfung des Asylrechts einsetzen.

Politikerinnen und Politiker können z. B. nicht nur in Friedensvermittlungen diplomatisch aktiv werden oder Waffenexporte verbieten, sondern auch einen militärischen NATO-Eingriff unterstützen. Und die Gruppe der Unternehmer_innen hat sowohl die Möglichkeit, Kapitalanlagen einfrieren zu lassen, als auch Waffenlieferungen an oppositionelle Kräfte zu starten. Vieles kann nur mit Hilfe der Zustimmung bzw. Unterstützung der anderen Gruppen umgesetzt werden – deshalb diskutieren die

Jugendlichen im Spiel und feilschen wahlweise um die civil-, policy- oder economy-power Punkte der Anderen.

Insgesamt werden durch das Planspiel jede Menge Themen und Kontroversen angerissen, die je nach Bedarf in der Auswertung und Nachbereitung aufgegriffen werden können und sollten. Natürlich kann ein sechsstündiger Workshop nur Impulse setzen. Die Hoffnung aber ist, dass bei dem Einen oder der Anderen die ein oder andere Möglichkeit im Gedächtnis haften bleibt, wie man auch hierzulande gewaltfrei für Menschenrechte in anderen Ländern aktiv werden kann.

Das Planspiel wurde 2011-2012 von Sandra Bauske, Elli Mack und Karl-Heinz Bittl im Auftrag des Fränkischen Bildungswerks für Friedensarbeit e.V. und dem Friedenskreis Halle e.V. entwickelt.

Möglich gemacht hat dieses Vorhaben die Förderung der AGDF, Arbeitsstelle KoKon, Evangelische Kirche Mitteldeutschland, EAK im Rahmen des Projekts "Friedensbildung, Bundeswehr und Schule“.

In der ersten Entwicklungsphase wurde mit Hilfe von vielen Trainer/innen ein erster Probelauf durchgeführt. Dann ging es in unterschiedliche Schulklassen, die mit viel Begeisterung an dem Spiel teilgenommen haben. Daraus ist nun die aktuelle „Betaversion“ des Spieles entstanden. Diese Version wird nun 2013 in Schulen ausgetestet und dann verbessert und als „Alphaversion“ veröffentlicht werden.

mehr Informationen unter www.civilpowker.de

 

Einladung zum Tagesseminar „Civil Powker“

Ein neues systemisches Lernspiel zu zivilem Engagement in internationalen Konflikten

Samstag 05. April 2014 von 10-18 Uhr

katholisches Gemeindehaus St. Ulrich, Kirchheim/Teck, Lindachallee

Beim Neujahrstreffen der DFG-VK Baden-Württemberg wurde der Wunsch geäußert „Civil Powker“ zu spielen. Jetzt ist es uns kurzfristig gelungen den Mitentwickler des Spiels, Karl-Heinz Bittl, für ein Tagesseminar zu gewinnen. Unterstützt wird er dabei von Silvia Bopp von der Pressehütte Mutlangen.

Der vorgesehene Tagungsverlauf:

10.00 Uhr Ankommen bei Kaffee, Tee und Brezeln

10.30 Uhr Beginn des Seminars

13.30 Uhr Mittagspause

14.30 Uhr Fortsetzung des Seminars

18.00 Uhr Ende des Seminars

Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt

 Tagungsgebühr: 20 Euro, Schüler/Studenten 10 Euro. Darin enthalten sind die Kosten für das Essen (Pizza) und Getränke.

 Veranstalter: DFG-VK Baden-Württemberg, Pax-an Werkstatt für Pazifismus, Völkerverständigung und Friedenspädagogik, Pax Christi Rottenburg-Stuttgart

 Anmeldungen bitte bis 27.März 2014 an: DFG-VK Baden-Württemberg

 

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Published by Entrüster - in Zivilgesellschaft
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