Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
14. Dezember 2013 6 14 /12 /Dezember /2013 13:47

Gut vier Jahre nach dem umstrittenen Luftangriff von Kundus hat das Bonner Landgericht Schadenersatzforderungen von Hinterbliebenen zurückgewiesen.

Der Angriff auf zwei gekaperte Tanklastwagen war im September 2009 von Bundeswehr-Kommandant Georg Klein angeordnet worden. Dabei kamen über 100 Zivilisten ums Leben.

Das Gericht urteilte am Mittwoch in einem ersten Zivilprozess dieser Art, dass Oberst Klein "keine schuldhafte Verletzung vom Amtspflichten" vorzuwerfen sei. Erst bei einem solchen Verstoß hätte sich ein Anspruch auf eine Haftung der Bundesrepublik Deutschland ergeben können, sagte Richter Heinz Sonnenberger. Die Klage von zwei Opfer-Angehörigen werde deshalb abgewiesen. Klägeranwalt Karim Popal kündigte an, in die Berufung zu gehen.

Nach Darlegung des Gerichts hätte sich Oberst Klein bei einem Informanten des Militärs in der Nähe der Tanklastwagen insgesamt siebenmal rückversichert, dass dort Taliban und keine Zivilisten vor Ort seien, bevor er den Befehl gab. Der angeordnete Angriff habe einem "militärischen Ziel" gegolten, den Taliban und den Tankwagen.

Die Bundesrepublik, vertreten durch das Verteidigungsministerium, hatte die Klage als unzulässig eingestuft und war auch nicht zu einer außergerichtlichen Einigung bereit. Die beiden Kläger hatten von der Bundesrepublik insgesamt 90 000 Euro gefordert. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden als humanitäre Leistung bereits 90 Mal je 5000 US-Dollar (rund 3800 Euro) an afghanische Familien gezahlt - insgesamt etwa 350 000 Euro.
 

Kommentar

Der LKW war in einer Richtung weg vom Stützpunkt der deutschen Soldaten in einem Flussbett stecken geblieben. Er war von einer US-Drohne (Roter Baron) gesichtet worden.  Wer im Fahrzeug saß, konnte niemand wirklich wissen. "Taliban" oder "Al Qaida" sind heute Codewörter zur Schaffung von ideologischen Berechtigungen in einem anderen Land Einwohner umzubringen.

Wenn ein liegengebliebener LKW nachts mitten im Gelände von über 100 Menschen besucht wird, sind das keine Taliban, sondern Dorfbewohner. Die Leichen und alles, was auf die Identität der Opfer hinwies, wurde nach dem Bombenabwurf von einer im Geheimen operierenden, wahrscheinlich deutschen Einheit sorgfältig weggeräumt. Der Herr Klein kam mit seinen Mannen zum 1-2 km entfernten Tatort so spät, dass diese Gruppe Zeit hatte, alle Spuren zu verwischen. Es verblieben wenige Zeugen in Krankenhäusern.

Der Feldjäger  (=Militärpolizei), der die Sache zu untersuchen und zu berichten hatte, beklagte sich, dass ihm Informationen vorenthalten würden. Sein Bericht dagegen war durch eine Indiskretion im Internet zu finden.

Quelle GmxNachrichten 12.12.13

siehe auch: Im Sinne der Soldaten (ZDF-Dokumentation ueber das Massaker von Kunduz)

- Bundeswehrsoldaten schießen auf afghanische Demonstranten 23.05.11

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Entrüster - in Buweh-watchn
Kommentiere diesen Post

Kommentare

Über Diesen Blog

  • : Paziwief - Friedensflink
  • Paziwief - Friedensflink
  • : Was wir wollen: Positiven Frieden vorwärts bringen und paziwiefe Kultur schaffen. "Give peace a chance" - "Si vis pacem, para pacem" - "ekzisti paco via ŝanco"
  • Kontakt

Startseite / home / Forumhinweis

paziwief hier oder im Banner oben  anklicken, dann kommt ihr zurück   home - zur Startseite dieses blogs
Selbstverständlich könnt ihr hier im blog auch Kommentare hinzufügen (siehe unter jedem Beitrag/Content rechts unten) Wenn ihr bei uns aktiv werden wollt dürft ihr im anhängenden FORUM  nach Herzenslust posten und diskutieren. 

Suchen