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28. Mai 2010 5 28 /05 /Mai /2010 22:15

Der neue Bericht der Lobby- und Kampagnenorganisation ONE fällt deutlich aus:

 

Die G8-Staaten (USA, Kanada, Japan, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien) halten sich nicht an ihre eigenen Zusagen. 2005 hatten die G8-Staaten zugesagt zusammen mit anderen Gebern die Mittel für die Armutsbekämpfung in Afrika um insgesamt 25 Mrd. US-Dollar zu erhöhen. Die G8 werden ihren Anteil daran jedoch nur zu 61 Prozent umsetzen, rechnet ONE vor.

 

Deutschland liegt deutlich unter diesem gemeinsamen Wert. Trotz der Erhöhungen der Entwicklungshilfe in den letzten Jahren, erreichen die Ausgaben Berlins für Armutsbekämpfung in Afrika bis 2010 nur 25 Prozent des Versprechens von 2005. Grund dafür ist, dass nur ein kleiner Teil dieser Mittel nach Afrika ging. Besonders schlecht schneidet das G8-Mitglied Italien ab, das als einziges Land die Mittel für Afrika sogar gekürzt haben. Für ONE Grund genug zu fordern, Italien aus dem Kreis der G8 auszuschließen.

 

Auffällig ist, dass die beiden nordamerikanischen G8-Staaten, Kanada und die USA, ihre Versprechen für Afrika bereits jetzt, 2009, übererfüllt haben. Allerdings sind die Versprechen dieser beiden Staaten, die sie 2005 gegeben haben, bei weitem nicht so ehrgeizig wie die der europäischen G8-Mitglieder, wie ONE zu Recht betont.

 

ONE weist auch darauf hin, dass derzeit eine Verschiebung der Prioritäten innerhalb der deutschen Entwicklungszusammenarbeit erfolgt. So wird die Bundesregierung einen großen Teil der Mittel für Klimaschutz und den Aufbau in Afghanistan verwenden. Aus Sicht von ONE sollten diese beiden Sektoren jedoch zusätzlich finanziert und nicht zu Lasten der klassischen Armutsbekämpfung, v.a. in Afrika gehen.

 

Quelle:<http://www.deine-stimme-gegen-armut.de/blog/2010/05/26/data-bericht-2010-g8-brechen-ihre-zusagen-deutlich>

 

Aktion zum Mitmachen: <http://www.one.org/de/mitmachen>

 

 

 

Die acht Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDG)

 

Sie sind einfach und dennoch exakt: die acht Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDG) für das Jahr 2015. Sie sind abgeleitet aus der UN-Millenniumserklärung aus dem Jahr 2000, in der sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, also auch Deutschland, auf einen internationalen Handlungsrahmen für das 21. Jahrhundert verständigt haben.

Das übergeordnete Vorhaben der MDG: Die extreme Armut soll wirkungsvoll bekämpft werden. Das Besondere bei der Formulierung der Ziele: Es ist eine genaue Zeit vorgegeben, bis wann sie erreicht werden sollen - 2015 - und es sind genaue Vorgaben genannt, wann die Ziele als erreicht gelten.

  1. 1.

    Hunger und extreme Armut beseitigen

    Die Situation:

    Eine Milliarde Menschen müssen mit einem Einkommen von weniger als einem US-Dollar am Tag ihr Leben bestreiten. Über 850 Millionen Menschen können ihren täglichen Energiebedarf von mindestens 1.800 Kalorien nicht decken: sie hungern. 300 Millionen von ihnen sind Kinder. Weniger als ein Zehntel sind Opfer einer vorübergehenden Notsituation, mehr als 90 Prozent leiden an dauerhafter Mangelernährung. Täglich sterben etwa 24.000 Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung.

    Das Ziel:
    Der Anteil der Weltbevölkerung, der weniger als einen US-Dollar täglich zur Verfügung hat, soll bis 2015 halbiert werden. Der Anteil der hungernden Menschen soll ebenfalls bis 2015 halbiert werden. Alle Menschen sollen eine produktive und menschenwürdige Beschäftigungsmöglichkeit erhalten.

  2. 2.
    Grundschulbildung für alle Kinder

    Die Situation:
    Etwa 72 Millionen Kinder weltweit haben keinen Zugang zu Grundschulbildung. Besonders in den afrikanischen Ländern liegt die Chance für Kinder, zur Schule zu gehen, nur bei etwa 60 Prozent.

    Das Ziel:
    Bis zum Jahr 2015 soll sichergestellt werden, dass alle Kinder weltweit eine Grundschule besuchen können.

  3. 3.
    Gleichstellung und stärkere Beteiligung von Frauen

    Die Situation:
    Zwei Drittel aller Menschen, die nicht lesen und schreiben können, sind Frauen – mehr als 500 Millionen. Mehr als 40 Prozent der Frauen in Afrika haben keine Grundschulbildung. Zwar ist die Beschäftigtenzahl von Frauen in vielen Regionen der Welt angestiegen, doch weltweit verdienen Frauen im Durchschnitt 20 bis 50 Prozent weniger als Männer.

    Das Ziel:
    Die Geschlechterungleichheit in der Primär- und Sekundarschulbildung bis 2005 zu beseitigen, auf allen Bildungsebenen bis zum Jahr 2015.

  4. 4.
    Kindersterblichkeit veringern

    Die Situation:
    Weltweit sterben jedes Jahr fast zehn Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Mehr als die Hälfte davon stirbt an Unterernährung und vermeidbaren Krankheiten, die durch verschmutztes Trinkwasser verursacht werden.

    Das Ziel:
    Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren soll bis 2015 um zwei Drittel gesenkt werden.

  5. 5.
    Die Gesundheit von Müttern verbessern

    Die Situation:
    Die Müttersterblichkeitsrate soll bis zum Jahr 2015 um drei Viertel gesenkt und der allgemeine Zugang zu Maßnahmen der reproduktiven Gesundheit sichergestellt werden. In armen Ländern ist eine Geburt lebensgefährlich: Eine von 48 Müttern stirbt bei der Entbindung.

    Das Ziel:
    Das Risiko für eine Frau während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu sterben, liegt in afrikanischen Ländern südlich der Sahara bei 1:16, in reichen Ländern bei 1:3.800.

  6. 6.
    HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen

    Die Situation:
    Im Jahr 2007 haben sich weltweit rund 2,5 Millionen Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert. Mehr als 33 Millionen Menschen leben mit dem tödlichen Virus. Alle 30 Sekunden stirbt in Afrika ein Kind an Malaria, weltweit sind es jährlich etwa drei Millionen Menschen. Seit Mitte der 90er Jahre hat sich die Zahl der Tuberkulose-Kranken verdreifacht.

    Das Ziel:
    Die Zunahme von HIV-Neuinfektionen und die Ausbreitung von Malaria und anderen Krankheiten sollen bis zum Jahr 2015 gestoppt werden und eine Trendumkehr eingeleitet sein.

  7. 7.
    Nachhaltigen Umgang mit der Umwelt sichern

    Die Situation:
    Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und rund 2,6 Milliarden Menschen verfügen über keine sanitäre Grundversorgung. Rund fünf Millionen Menschen sterben jährlich weltweit an Krankheiten wie Cholera und Durchfall. Hauptgrund ist verunreinigtes Wasser.

    Das Ziel:
    Der Anteil der Weltbevölkerung, der kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung hat, soll bis 2015 halbiert werden. Die Lebensbedingungen von mindestens 100 Millionen Slumbewohnern sollen bis 2020 erheblich verbessert werden. Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung sollen in die Politik der einzelnen Länder eingebunden werden. Der Verlust der Biodiversität soll verringert werden.

  8. 8.
    Aufbau einer weltweiten Partnerschaft für Entwicklung

    Die Situation:
    Für die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele müssten derzeit etwa 150 Milliarden US-Dollar pro Jahr an Mitteln für Entwicklungszusammenarbeit aufgebracht werden. 2007 standen jedoch insgesamt nur 104 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, Tendenz sinkend. Während die Industrieländer ihre Entwicklungshilfeausgaben zusammenstreichen, sind die Rüstungsausgaben 2007 auf 1.339 Milliarden US-Dollar gestiegen.

    Zinsen und Tilgungszahlungen für Auslandsschulden entziehen armen Ländern weitere Mittel, die für die Befriedigung der Grundbedürfnisse ihrer Bevölkerung notwendig sind.

    Internationale Handelsabkommen begünstigen meist nur die Industrieländer. Während arme Länder zur Marktöffnung gezwungen werden, können Industrieländer mit Subventionen und anderen Mitteln Agrarimporte aus Entwicklungsländern behindern.


    Das Ziel:
    Das Handels- und Finanzsystem soll partnerschaftlich weiterentwickelt werden und die Verpflichtung zu guter Regierungsführung, Entwicklung und Konzentration auf Armutsbekämpfung umfassen. Die am wenigsten entwickelten Länder (LDC) sollen besonders berücksichtigt werden. Dazu gehört der zoll- und quotenfreie Marktzugang für die Exportgüter dieser Länder, ein verstärkter Schuldenerlass für die hoch verschuldeten armen Länder, die Streichung der bilateralen öffentlichen Schulden und zusätzliche Entwicklungsgelder für Länder, die sich in besonderem Maße der Armutsbekämpfung widmen.

    Auf nationaler und internationaler Ebene soll an der langfristigen Tragfähigkeit der Schulden armer Länder gearbeitet werden. Junge Menschen sollen eine menschenwürdige und produktive Arbeit ausüben können. Unentbehrliche Medikamente sollen in Kooperation mit Pharmaunternehmen auch in armen Ländern verfügbar und bezahlbar sein. Das Gleiche gilt für neue Technologien aus den Bereichen Information und Kommunikation.

 

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Published by Peacemaker - in Entwicklung
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