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1. Oktober 2013 2 01 /10 /Oktober /2013 09:34

Das eigene Selbstverständnis und die Breite ihres Bündnisses bestimmten die Diskussionen des Bundeskongresses der DFG-VK der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen.

Am vergangenen Wochenende fand es in Dortmund statt. Die etwa 80 Delegierten bestätigten mit großer Mehrheit den Politischen Geschäftsführer Monty Schädel im Amt. Er hatte in seinem Rechenschaftsbericht über anhaltenden Mitgliederschwund geklagt und mehr Unterstützung aus dem Verband gefordert. Als Schritt in diese Richtung werteten viele Delegierte die Wahlen zum Bundessprecherkreis. Für ihn gab es während des Kongresses eine Vielzahl von Kandidaturen.

Jetzt gehören dem Kreis neun Sprecher an, darunter nach wie vor der Buchautor Jürgen Grässlin (Freiburg) und mit Cornelia Mannewitz (Rostock) auch erstmals seit Jahren wieder eine Frau. Das Gremium bilde jetzt die politische Breite des Verbandes ab, der mit über 3000 Mitgliedern immer noch die größte Friedensorganisation in Deutschland sei, hieß es.

Über genau diese Breite hatte es zuvor heftige Debatten gegeben. Anlaß dafür war der Entwurf zu einem neuen Grundsatzprogramm. Der Vorschlag von einigen wenigen, sich als Antimilitaristen bezeichnenden Aktivisten zielte darauf, das bestehende Programm erheblich zu kürzen und sprachlich zu ändern. Damit solle sich die DFG-VK für politische Spektren öffnen, die sich selbst als antimilitaristisch definieren. Das stieß allerdings auf Widerstand der anwesenden Delegierten, die in der Wortwahl des Programms selbstverständlich den pazifistischen Charakter gewahrt sehen wollten.

Im Ergebnis definiert sich die DFG-VK nun als »pazifistische Organisation«, in der sich Menschen »aus pazifistischer und antimilitaristischer Motivation« engagieren. Das zuletzt 1992 überarbeitete Programm benennt jetzt erstmals als wichtige Aufgabe den entschiedenen Widerstand gegen die militärische Interventionspolitik.

»Wir sehen es als unsere Aufgabe, Kriegführung zu behindern, kommende Kriege zu verhindern und uns jeglicher Kriegspropaganda entgegenzustellen«, heißt es darin. Auch der Protest gegen Rekrutierungsaktivitäten der Bundeswehr in der Öffentlichkeit wie an Schulen, ist jetzt im Programm verankert. Es bezeichnet zudem die »auf Ausbeutung beruhende kapitalistische Weltwirtschaftsordnung« als eine Ursache von Krieg.

In einem Initiativantrag solidarisierten sich die Delegierten auch mit Geschäftsführer Monty Schädel. Er sieht sich aktuell gleich zwei politisch motivierten Ermittlungsverfahren ausgesetzt. Die Kongreßteilnehmer forderten die Einstellung der Verfahren.

An die christlichen Kirchen in Deutschland erging die Aufforderung, die Militärseelsorge in der Bundeswehr einzustellen, weil diese ein Baustein in der Kriegspolitik sei.

Die Notwendigkeit, in der DFG-VK Geld zu sparen, schlägt sich im Beschluß nieder, die derzeitige Geschäftsstelle von Frankfurt am Main zugunsten einer Bürogemeinschaft mit dem Landesverband Baden-Württemberg in Stuttgart anzusiedeln. Eine Option für Berlin als neuen Standort wurde hingegen mit knapper Mehrheit abgelehnt.  Von Frank Brendle

Quelle: http://www.jungewelt.de/2013/10-01/036.php

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Published by Entrüster - in Friedensbewegung
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