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25. Juni 2010 5 25 /06 /Juni /2010 14:11

Im Jahr 2009 starben 1.331 Menschen in Deutschland direkt infolge von Drogeneinwirkung. Fast die Hälfte, 571 (in Worten fünfhunderteinundsiebzig) fixten sich mit Heroin tot. Während also in 8 Jahren Krieg 43 deutsche Soldaten in Afghanistan ihr Leben lassen mussten (wofür?), fielen 571 Menschen allein in 2009 in Deutschland unmittelbar an der Drogenfront.

 

Nicht mitgezählt sind diejenigen, die durch den Schneeballeffekt der Suchtdroge umkamen: Diejenigen, die sich beim Kontakt mit Heroinabhängigen mit AIDS/HIV, Hepatitis-B, Hepatitis-C und anderen Krankheiten infizierten und ein elendes Ende fanden. Hierzu sind die Freier der Drogenprostitution zu zählen und wiederum deren Ehefrauen und Kinder. Und weitere Menschen werden infiziert, die entsprechende Kontakte zu den anderen Opfern hatten.

 

Es erkranken Ärzte, Zahnärzte, Krankenhauspersonal, Polizisten, Helfer bei Unfällen etc. etc. die bei einem unglücklichen Kontakt mit dem Blut Infizierter in Berührung kommen, und auch sie tragen die Krankheiten weiter. Die Hepatitis-B kann bereits durch die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen werden. Einmal geniest und schon ist es geschehen.

 

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates der EBDD (europäische Drogenbeobachtungsstelle) Joao Goulao heute erklärte am 24.06.2010 dem Standard – Tageszeitung in Österreich -, dass das wachsende Heroinproblem seit Anfang der 80er Jahre zu mehr als 100.000 Todesfällen in Europa führte. Erfasst wurden jedoch nur die Todesfälle, die in direktem Zusammenhang mit dem Heroinkonsum standen, nicht die Sterbefälle, die Folge des Schnellballeffektes der Ansteckung und Verbreitung von AIDS/HIV und anderen tödlichen Krankheiten waren.

 

In ihrem jüngsten Bericht "Trends beim injizierenden Drogenkonsum in Europa" schätzt die EBDD, dass es in der EU heute zwischen 750.000 und einer Million aktive injizierende Drogenkonsumenten gibt. In den meisten Fällen handelt es sich um Heroinabhängige. Sicherlich liegt der Bericht bereits auf Ihrem Schreibtisch.

 

Ein hohes Bruttosozialprodukt ist für Finanz- und Wirtschaftsminister ein Merkmal einer prosperierenden Volkswirtschaft. Doch in die Summierung des BSP fließen auch die Ausgaben für die Bekämpfung der Drogenkriminalität ein. Ebenfalls wird diese Statistik durch die Aufwendungen im Gesundheitsbereich aufgebläht, Kosten, die auch durch die Behandlung der Heroinabhängigen und der durch den genannten Schneeballeffekt Erkrankten entstehen. Wie hoch ist der Anteil dieser Kosten am BSP der Bundesrepublik Deutschland?

 

Das Leiden betroffener Angehöriger von Abhängigen und Kranken wie auch das der Opfer der Drogenkriminalität lässt sich nicht in Zahlen fassen. Doch auch diese sind Kriegsopfer an der anderen Front des Afghanistankrieges.

 

 

Sehr geehrte Frau Leutheusser-Schnarrenberger,

 

im Schreiben vom 06.04.2010 bat ich Sie, Stellung zu beziehen, mir mitzuteilen, wie Sie einerseits den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan weiterhin verteidigen können, wenn der Mohnanbau dort gestattet wird, und welche Maßnahmen Sie andererseits für die Bekämpfung der Drogenkriminalität in der Bundesrepublik planen. Bis heute erhielt ich von Ihnen keine Antwort.

 

Ihre Kabinettskollegen Westerwelle und zu Guttenberg, die ich gebeten hatte, mir den Krieg und die Kriegsgründe zu erläutern, antworteten umgehend und ausführlich. Die mir dargebotenen Erklärungen sind wohl nicht zufriedenstellend, doch immerhin wurden meine Schreiben schnellstens beantwortet.

 

Ich machte Sie in meinem Schreiben auf die Drogenproblematik – sprich auf das Heroin aus Afghanistan - aufmerksam. Im Jahr 2001 wurden in Afghanistan ca. 150 Tonnen Schlafmohn geerntet. Seit dem Sturz der Taliban avancierte Afghanistan nun wieder zum größten Heroinexporteur der Welt. Mehr als 90% des weltweit konsumierten Heroins stammen aus Afghanistan. Offiziellen Angaben nach wurden in 2009 mehr als 6.900 Tonnen Schlafmohn, der Grundstoff für die Heroingewinnung, angebaut.

 

Die Folgen des Heroinkonsums für Europa und für die Bundesrepublik Deutschland behandeln der Trimbos-Report und der Reitox-Bericht. Auch dem Drogen- und Suchtbericht 2009 der ehemaligen Drogenbeauftragten der Bundesregierung Frau Sabine Bätzing sind furchtbare Fakten zu entnehmen.

 

An der anderen Front – der Drogenfront – sterben jedes Jahr weltweit mehr als hunderttausend Menschen. In 2009 starben allein in Russland 30.000 Junkies. Die Opfer des weiter unten beschriebenen Schneeballeffektes sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

 

Quelle:

Web: www.manfredfenn.de


 

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Published by Entrüster - in Afghanistan
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Kommentare

iam 06/25/2010 19:13


Nachtrag:

Quelle zum Komentar oben

www.faz.net/s/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C/Doc~E30589FE324214F21BB17DAC40C78F347~ATpl~Ecommon~Scontent.html


Iam 06/25/2010 19:04


Über Hamid Karzais Bruder Ahmed Wali Karzai ist bereits viel geschrieben worden. Er steckt, das ist einhellige Meinung, tief im
mehr oder weniger kriminellen Sumpf, vor allem wohl im Drogensektor.

Nun sind weitere Mitglieder der Karzais in Afghanistan eingefallen, die Neffen Zabeh Karzai und Ahsan Karzai. Und sie hängen bereits mit ihrem Onkel Ahmed Wali gemeinsam in Söldnergeschäft -
offiziell:
Sicherheits-Sektor - drin:

Vielleicht ist es Zufall, dass Zabeh an diesem Morgen im Haus seines Onkels weilt. Möglich ist aber auch, dass Ahmad Wali Karzai ihn gebeten hat, die ausländischen Reporter in Empfang zu nehmen, um
sie milde zu stimmen. Denn AWK bekommt in der Regel keine gute Presse. Ihm werden regelmäßig Verbindungen zum
Drogenhandel, zu fragwürdigen privaten Sicherheitsdiensten und Grundstücksgeschäften nachgesagt...

...Das meiste Geld verdienen allerdings die privaten Sicherheitsfirmen. 2,16 Milliarden Dollar zahlt das amerikanische Militär an acht Unternehmen, die einen Großteil der Versorgungstransporte an
die 200 Stützpunkte im Land absichern.

So steht es in einem in dieser Woche veröffentlichten Bericht eines amerikanischen Kongressausschusses (siehe Kasten). Diese Vertragnehmer beauftragen ihrerseits lokale Subunternehmen, von denen
viele kaum mehr sind als legalisierte Kriegsfürsten mit ihren Privatarmeen. Diese Männer, die in Kandahar das große Geschäft machen, beschreibt Zabeh Karzai als Freunde der Familie.

Zum Beispiel der Kommandeur Ruhullah, der die Hauptstraße von Kabul nach Kandahar kontrolliert. „Er gehört wie wir dem Popolzai-Stamm an“, sagt Zabeh Karzai. Oder der Warlord Metiullah, der die
Straße nach Urusgan kontrolliert. „Er ist für Urusgan, was mein Onkel für Kandahar ist. Die Leute stehen hinter ihm.“ Die zunehmende Kritik an den Männern in westlichen Medien tut er als
Schmierenkampagne der westlichen Sicherheitsfirmen ab, die sich deren Marktanteile sichern wollten. Umgekehrt beschweren sich diese allerdings seit geraumer Zeit darüber, dass die afghanische
Regierung die nötigen Lizenzen für Waffen, Fahrzeuge und Personal mutwillig verzögere, um die Ausländer aus dem Markt zu drängen.


FAZ 23.06.2010 (Böge)
Die Kronprinzen von Kandahar
Zwei Neffen Hamid Karzais sind dem Ruf des Geldes und ihrer Verwandten in den Süden Afghanistans gefolgt. Dort wollen die College-Boys aus Amerika zu Stammesführern der Zukunft werden. Das gefällt
nicht jedem in Kandahar.



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