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8. Juli 2010 4 08 /07 /Juli /2010 23:06

Das Komitee für Grundrechte und Demokratie hat eine neue friedenspolitische
Information für Bürgerinnen und Bürger mit dem Titel "Die Bundeswehr greift
in Deutschland an" veröffentlicht.

Das 40-seitige A-6-Heftchen schildert die verschiedenen Formen und Wege der Einflussnahme der Bundeswehr insbesondere auf Jugendliche und junge Erwachsene.

Zur Nachwuchsrekrutierung dringt die Bundeswehr mit ihrer Propaganda
inzwischen über offizielle Kooperationsverträge mit Kultusministerien und
Arbeitsagenturen in die Bereiche von Bildung, Ausbildung und
Berufsorientierung vor. Die "Offensive an der Heimatfront" soll ein
Gegengewicht zur kriegsablehnenden Haltung in der Bevölkerung bilden.

 

Der "Kampf um die Herzen und Köpfe" wird auch über zunehmende Werbeauftritte der Bundeswehr in der Gesellschaft insgesamt betrieben. Das neue Ehrenmal für gefallene Soldaten, Ordensverleihungen und Rituale wie öffentliche Gelöbnisse und Zapfenstreiche zielen zusätzlich auf emotionale Zustimmung zu Bundeswehr und Kriegseinsätzen. Die ganze Bandbreite der aktuellen Bundeswehr-Propaganda sowie verschiedene Aspekte der Militarisierung im Inneren werden vorgestellt und kritisiert.

Das Komitee setzt statt dessen politisch auf Formen ziviler
Konfliktbearbeitung und ruft die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie
die Multiplikatoren in der Bildungsarbeit dazu auf, sich der Einflussnahme
der Bundeswehr zu widersetzen und verstärkt die friedenspolitischen
Alternativen bekannter zu machen und für diese einzutreten.

Einzelexemplare des Heftchens können kostenlos beim Komitee bestellt werden;
20 Exemplare kosten 10,- Euro. Zusätzlich kann ein A-4-Flugblatt für
Jugendliche zum selben Thema (als Kopiervorlage) bestellt bzw.
heruntergeladen werden (siehe www.grundrechtekomitee.de).

-- 

Politische Bildung an (Hoch-)Schulen gehört nicht in die Verantwortung von Bundeswehroffizieren!

GEW Bayern zur Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kultusministerium und der Bundeswehr

Vor etwa drei Wochen wurde auch in Bayern eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kultusministerium und der Bundeswehr (Wehrbereichskommando IV - Süddeutschland) zum Einsatz von Jugendoffizieren an Schulen unterzeichnet. Laut Pressemitteilung des Bayerischen Kultusministeriums vom 8. Juni 2010 ist diese Vereinbarung ein "Angebot an die Gesellschaft". Nach Auffassung des zitierten Generalmajors sind Jugendoffiziere"... ausgewiesene Experten in sicherheitspolitischen Fragen und für entsprechende Themen besonders gut geeignet. Sie können sehr gut auf die Schüler aller Bildungseinrichtungen eingehen und zum politischen Diskurs anregen ..".

Bei uns regt sich sofort der Gedanke, warum die Bundeswehr notwendig sein soll, um unseren Schülerinnen und Schülern eine angemessene politische Bildung "auch in sicherheitspolitischen Fragen" zukommen zu lassen. Dazu Elke Hahn, Geschäftsführerin der GEW Bayern: "Sind die Lehrkräfte an Bayerns Schulen dafür etwa nicht geeignet? Sollte dies so sein, müsste es durch entsprechende Aus- oder Weiterbildung geändert werden. Wir wenden uns strikt dagegen, dass diese Aufgabe der Bundeswehr übertragen werden kann, wie es die Kooperationsvereinbarung vorsieht. Es entsteht der Eindruck, dass es nicht in erster Linie um die Behandlung des Themas an Schulen geht, sondern um dessen Behandlung durch die Bundeswehr selbst. Und hier sehen wir die Krux: Die Bundeswehr hat in erster Linie militärische Ziele zu erfüllen und militärische Aufgaben zu übernehmen. Deswegen ist sie nicht politisch wertneutral! Neutral sind Lehrerinnen und Lehrer an Schulen auch nicht. Aber man hat sich in dieser Gesellschaft darauf verständigt (!), dass es die Pädagoginnen und Pädagogen sind, die an Schulen den Bildungsauftrag zu erfüllen und dafür eine adäquate Ausbildung zu erhalten haben. Es sind die Lehrerinnen und Lehrer, denen das Vertrauen gegeben wird, Kinder und Jugendliche zu selbstbewussten, entscheidungs- und kritikfähigen Mitgliedern einer demokratischen Gesellschaft auszubilden".

"Für die GEW gehört zu diesem Thema auch die Vermittlung und kritische Behandlung von Zusammenhängen zwischen Innen-, Außen-, Sicherheits- und Friedens(!)politik, genau so wie die Auseinandersetzung über Fragen des sozialen Zusammenhalts einer (Welt-) Gesellschaft und die Frage, inwieweit z.B. Frieden sichernde Maßnahmen im Ausland zu den Aufgaben der deutschen Bundeswehr gehören. Unsere Lehrerinnen und Lehrer sind am politischen Zeitgeschehen interessiert und nicht auf den Auftritt eines Jugendoffiziers der Bundeswehr angewiesen, um Schülerinnen und Schülern diese Zusammenhänge begreiflich zu machen", ergänzt Gele Neubäcker, Vorsitzende der GEW Bayern.

Laut Kooperationsvereinbarung können die Schulen "in eigener Zuständigkeit über die Ausgestaltung der Umsetzung der Vereinbarung entscheiden". Auch bisher konnten Jugendoffiziere der Bundeswahr an Schulen eingeladen werden. Allerdings befürchtet die GEW, dass durch die Kooperationsvereinbarung die Nachfrage steigen wird.

Für die Staatsregierung, bei der die Verantwortung für die Kooperationsvereinbarung liegt, scheint der eingeschlagene Weg bequem und günstig: Anstatt Geld in die Hand zu nehmen für eine umfassende, das aktuelle Zeitgeschehen berücksichtigende Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften sowie die dafür notwendigen zusätzlichen Stellen zu schaffen, wird die Bundeswehr geholt. Das ist einfach, praktisch und finanziell verlockend, denn - so konnte u.a. im Artikel der SZ am 21. Juni nachgelesen werden - bezahlt die Bundeswehr auch mal einen Bus, um den SchülerInnen eine politische Lehreinheit im Sinne der Bundeswehr zu ermöglichen.

Etwas hilflos und alleine stehend wirkt der Satz in der Vereinbarung, dass  "Jugendoffiziere (...) nicht für Tätigkeiten innerhalb der Bundeswehr (werben)". Wer glaubt's?

Zur weiteren Information finden Sie beiliegend den entsprechenden Beschluss des Hauptvorstands der GEW (Bund) vom 5./6. März 2010.

V.i.S.d.P. Elke Hahn, Geschäftsführerin, Schwanthalerstraße 64, 80336 München (0171 676 0000)

http://www.gew-bayern.de/uploads/media/PM1210_GEW_Bayern_gegen_Einsatz_der_Bundeswehr_an_Schulen.pdf


http://www.gew-bayern.de/uploads/media/PM_1210_GEW_Bund_Zur_Rolle_der_Bundeswehr_an_Schulen.pdf

--

 

Die Bundeswehr forciert ihre Einflussnahme auf zivile Bildungseinrichtungen.

Explizites Ziel ist es, aus dem aktiven Dienst ausscheidende Offiziere in Managementpositionen zu platzieren. Entsprechende "maßgeschneiderte" Lehrgänge für Militärs wurden mittlerweile an mehreren Hochschulen in Baden-Württemberg und Bayern eingerichtet; sie werden von den Veranstaltern auch als "Ausbildungscamps für Manager" bezeichnet.

Gegenüber potenziellen Arbeitgebern heben die Bildungseinrichtungen die angeblich besonderen "Qualitäten" von Bundeswehroffizieren hervor - genannt werden unter anderem "Disziplin", "strategisches Denken und Handeln" sowie die Fähigkeit zur "Menschenführung". Gegenüber interessierten Militärs werben die Hochschulen mit einem direkt auf die Bedürfnisse von Unternehmen ausgerichteten Studium und mit der Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch mit zivilen "Fachkräften". Nach erfolgreichem Abschluss wird die Mitgliedschaft in den "zivil-militärischen Netzwerken" der Hochschulabsolventen ("Alumni") in Aussicht gestellt.

Quelle und mehr dazu:
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57925

 

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Published by Entrüster - in Buweh-watchn
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