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28. Mai 2011 6 28 /05 /Mai /2011 01:51
 In den vergangenen Tagen ist die Gewalt im Flüchtlingslager Choucha an der tunesisch-libyschen Grenze eskaliert. ÄRZTE OHNE GRENZEN ist alarmiert von der Gewalt, der die Flüchtlinge in den Übergangslagern ausgesetzt sind. Seit Beginn des Konflikts in Libyen waren Hunderttausende Flüchtlinge vorrüber- gehend im Lager Choucha untergebracht. 4.000 Menschen - vor allem aus Sub-Sahara-Afrika - können jedoch aufgrund der Situation in ihren Heimatländern nicht zurückkehren und sind ohne jegliche Perspektive. "Während der vergangenen Wochen haben wir eine zunehmende Eskalation der Gewalt beobachtet", sagt Mike Bates, Landeskoordinator von ÄRZTE OHNE GRENZEN. "Sie sitzen im Lager auf unbestimmte Dauer fest, das eigentlich als temporäre Unterkunft erbaut wurde. Die meisten fühlen sich dort in einer Sackgasse ohne jegliche Perspektive." Am Sonntag starben vier Flüchtlinge durch ein Feuer, das sich nachts in dem Lager ausbreitete und mehr als 20 Zelte zerstörte. Daraufhin wuchsen die Spannungen und es kam zu Gewaltausbrüchen unter Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern. Auch Anwohner waren darin verwickelt. Am Dienstag starben mindestens zwei Personen. Viele wurden verletzt und 300 bis 400 Zelte wurden niedergebrannt. Seit Anfang März betreut ÄRZTE OHNE GRENZEN Flüchtlinge, die vor dem Konflikt in Libyen geflohen sind. Die Mitarbeiter führten mehr als 9.000 psychosoziale Beratungsgespräche. Viele Patienten haben traumatische Erfahrungen gemacht und auf der Flucht entweder selbst Gewalt erfahren oder Gewalt an anderen erlebt. Viele Flüchtlinge aus Ländern südlich der Sahara sind schon vor dem Konflikt Opfer von Verfolgung und schweren Misshandlungen in Libyen geworden. Der Konflikt in Libyen hat diese Menschen in weitere lebensbedrohliche Gefahr gebracht. Seit der Konflikt am 17. Februar begonnen hat, sind 800.000 Menschen - hauptsächlich keine Libyer - aus dem Land geflohen, der Mehrheit nach Ägypten und Tunesien. Tausende haben auf der Flucht über das Mittelmeer nach Europa ihr Leben riskiert. Mehr als 11.000 Menschen haben die italienische Insel Lampedusa erreicht. Auch nach Süden sind mehr als 60.000 Menschen durch die Wüste nach Niger und darüber hinaus geflohen. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat am 19. Mai in einem offenen Brief an die in den Krieg in Libyen involvierten europäischen Staats- und Regierungschefs die widersprüchliche europäische Flüchtlingspolitik kritisiert. "Die letzten Entwicklungen im Lager Choucha zeigen die fehlende Sicherheit für die Flüchtlinge aus Libyen. Insbesondere für die Menschen aus der Sub-Sahara ist die Fahrt auf der Suche nach einem besseren Leben wie ein niemals endender Albtraum", sagt Bates. ÄRZTE OHNE GRENZEN versorgt seit Februar die Opfer des Konflikts in Libyen. Mitarbeiter der Organisation arbeiten in den libyschen Städten Misrata, Bengasi und Sintan, entlang der libysch-tunesischen Grenze, auf Lampedusa in Italien sowie im Niger. Sie werden jeden Tag Zeugen der Auswirkungen des Krieges auf die Zivilisten. Originaltext: Ärzte ohne Grenzen Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6684 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_6684.rss2 Pressekontakt: Stefan Dold, Tel.: 030 700 130 230, Christiane Winje, Tel.: 030 700 130 240, www.aerzte-ohne-grenzen.de 
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ÄRZTE OHNE GRENZEN: Europa muss Bootsflüchtlinge aus Libyen aufnehmen Berlin (ots) - Die medizinische Nothilfeorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN hat in einem offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs der EU die widersprüchliche europäische Libyen-Politik stark kritisiert. Einerseits erheben die EU-Staaten den Anspruch, mit dem Eingreifen in den Krieg Zivilisten zu schützen. Andererseits schließen sie gleichzeitig die Grenzen für die Opfer dieses Krieges - unter dem Vorwand, einen massiven Zustrom illegaler Einwanderer verhindern zu müssen. Der Brief wurde an Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie an führende Politiker in 13 weiteren europäischen Staaten und auf EU-Ebene verschickt und am Donnerstag in mehr als 13 europäischen Tageszeitungen veröffentlicht. "Die europäischen Regierungen führen Krieg in Libyen aber weigern sich, Verantwortung für die Opfer zu übernehmen. Solange die Menschen in Nordafrika gegen ihre Regierungen aufbegehren, werden sie als Vorkämpfer der Demokratie betrachtet, die man schützen und befreien muss. Wenn sie aber auf der Flucht vor Repressalien dieses Systems das Mittelmeer überqueren, sind sie plötzlich illegale Einwanderer", sagt Frank Dörner, Geschäftsführer von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Berlin. "Es ist beschämend, dass die Bundesregierung jegliche Verantwortung für diese Flüchtlinge zurückweist." ÄRZTE OHNE GRENZEN verweist auf die Diskrepanz zwischen der Hilfe der Nachbarländer Libyens und der Politik der EU-Staaten: Während Tunesien und Ägypten unter schwierigsten Bedingungen fast 630.000 Flüchtlinge aufgenommen haben, weisen die europäischen Länder Bootsflüchtlinge zurück, die bei der Überfahrt aus Libyen ihr Leben riskieren. "Die Menschen, die wir in Lampedusa betreuen, berichten von Drohungen und Gewalt, die sie in Libyen erfahren haben. Einige wurden geschlagen oder haben gesehen, wie ihre Freunde vor ihren Augen gestorben sind", sagt Loris De Filippi, Einsatzleiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN. "Nach einer langen Reise, auf der sie ihr Leben riskiert haben, kommen sie völlig erschöpft an und sind oft unterkühlt. Wenn sie Europa erreichen, finden sie inakzeptable Aufnahmebedingungen vor und sind mit einer völlig unsicheren Zukunft konfrontiert." In dem offenen Brief verweist ÄRZTE OHNE GRENZEN auf die juristische Verpflichtung, die Rechte von Kriegsopfern zu schützen. Die Organisation fordert, dass die Flüchtlinge nicht aus europäischen Hoheitsgewässern oder von europäischem Boden ins Kriegsgebiet abgeschoben werden dürfen, dass angemessene Aufnahmebedingungen in Europa sichergestellt und dass der Zugang zu einem rechtmäßigen Asylverfahren garantiert werden muss. Teams von ÄRZTE OHNE GRENZEN leisten den Opfern des Krieges in Libyen in den Städten Misrata, Bengasi und Sintan Hilfe - sowie in Tunesien und auf der italienischen Insel Lampedusa. Sie werden täglich Zeugen der Auswirkungen des Konflikts auf Zivilisten. Originaltext: Ärzte ohne Grenzen Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6684 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_6684.rss2 Pressekontakt: Vermittlung von Interviews, Fotos und eine Dokumentation von Flüchtlingsschicksalen: Stefan Dold, Tel.: 030 700 130 230, Christiane Winje, Tel.: 030 700 130 240

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Published by Entrüster - in Europa
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