Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
3. Januar 2013 4 03 /01 /Januar /2013 23:01

Finance rules the world. Let's change the rules.Die Organisation Finance Watch, die sich für die Wahrnehmung des Gemeinwohlinteresses bei der Finanzmarktregulierung einsetzt, hat ihre Stellungnahme zum Bericht der hochrangigen Expertengruppe für mögliche Reformen der Struktur des Bankensektors unter Vorsitz von Erkki Liikanen veröffentlicht.

Pressemitteilung vom 14. November 2012 (pdf)

Kernpunkte:

 - Der Bericht gibt eine stichhaltige Analyse und die enthaltenen Empfehlungen sollten gestärkt werden.

- Eine tiefgreifende Bankenstrukturreform würde Wachstum und Finanzstabilität in der EU fördern.

- Ohne eine Bankenstrukturreform könnten die EU-Pläne für eine Bankenunion als kontraproduktiv herausstellen.


Thierry Philipponnat
, Generalsekretär von Finance Watch, sagte:

“Die Diagnose des Liikanen-Berichtes ist richtig, aber die verschriebenen Medikamente könnten nicht stark genug sein.”

“Wir gratulieren der hochrangigen Expertengruppe für ihre umfassende Untersuchung zu Moral Hazard in Europas Bankensystem und die daraus resultierenden Verzerrungen in der Wirtschaft. Wenngleich wir der Analyse gänzlich zustimmen, befürchten wir, dass die Empfehlungen nicht das erfüllen könnten, was sich die Gruppe zum Ziel gesetzt hat: ein effizientes und stabiles Bankensystem.”

“Es ist wichtig, dass die politischen Entscheidungsträger diese Vorschläge unter dem Druck der Finanzlobby nicht verwässern. Sie müssen Rechtsvorschriften erlassen, die die Aufgabe erledigen können.”

In seinem Konsultationsbeitrag legt Finance Watch dar, warum die Gemeinwohl-Argumente, die die Finanzindustrie für das sogenannte “Universalbankenmodell” vorbringt, nicht fundiert sind. Gleichzeitig wird erklärt, warum eine Trennung sowohl Investoren als auch der Wirtschaft zugutekommen würde.

Aline Fares von Finance Watch, Autorin der Stellungnahme, sagte:

“Moral hazard lenkt die Bankgeschäfte von ökonomisch sinnvollen Aktivitäten weg. Einlagen- und Investmentgeschäft sind grundlegend verschiedene Aktivitäten. Wenn der Geldschöpfungprozess von Geschäftsbanken auch für das Investmentbanking erlaubt ist, hat das zur Konsequenz, dass große Mengen des neu geschaffenen Geldes in spekulativen Handel einfließen und Vermögenswertblasen schaffen.“

“Einfach gesagt, die Art, wie Banken heutzutage strukturiert sind, stellen ein Handicap für die finanzielle Stabilität und den Wachstum in Europa dar.”

Finance Watch stellt den verschiedenen Reformvorschlägen für den EU-Bankensektor die dreiteilige Bankenreform in den USA der 1930er Jahre gegenüber. Diese hatte zur Stabilität des Finanzsystems und des Wirtschaftswachstum in den USA über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren beigetragen.

Thierry Philipponnat sagte:

“Die Bankenunion umfasst nur zwei der drei Elemente von Glass-Steagall: Bankenabwicklung und einheitliche Bankenaufsicht. Sofern die dritte, und zwar eine strukturelle Reform der Banken nicht auch eingegangen wird, läuft der Vorschlag zur Bankenunion die Gefahr, den Schaden zu vergrößern, der durch Moral Hazard im EU-Bankensystem angerichtet wird.

 Im Beitrag zur Konsultation heißt es unter anderem:

- Zusätzliche Maßnahmen sind notwendig, um zu verhindern, dass Risiken nicht vom Handels- auf das Einlagengeschäft übertragen werden.

- Die vorgeschlagenen Schwellenwerte und Grenzen könnten verschoben werden, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen.

- Die Feststellung, dass die Eigenkapitalanforderungen wesentlich höher gesetzt werden sollten als unter Basel III/CRD4, ist richtig und sollte sich in den Regulierungsmaßnahmen im EU-Bankensektor niederschlagen.

- Bail-in-Bonds sind möglicherweise ein höchst wirksames Instrument, um Moral Hazard zu unterbinden, allerdings müssen sie in einer Weise eingeführt werden, die für den Markt realistisch ist.

- Die vorgeschlagenen Änderungen in Bezug auf Vergütung und Governance in Banken sind begrüßenswert, darunter die Idee, Bankangestellte mit Bail-in-Bonds zu entlohnen.

Der Dominanz der staatlich subventionierten etablierten Marktteilnehmer entgegenzuwirken, würde neues Leben in den EU-Bankensektor bringen, indem man Eintrittshürden abbaut und Vielfalt sowie Wettbewerb fördert.

Aus der Analyse der hochrangigen Expertengruppe wie auch aus den Studien des Internationalen Währungsfonds, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und der Bank of England geht klar hervor, dass ein tragfähigeres Konzept bei der Bankenstrukturreform erhebliche Vorteile für Steuerzahler, Investoren und die Wirtschaft gleichermaßen bringen würde.

ENDE

Für weitere Informationen oder Interviews mit Aline Fares oder Thierry Philipponnat wenden Sie sich bitte an:

Aline Fares, Beraterin des Generalsekretärs, 

Greg Ford, Leiter der Presseabteilung,

Charlotte Geiger, Mitarbeiterin Presseabteilung, 

 

HINWEISE FÜR REDAKTEURE

Zitate von mehr als 20 führenden Bankern und Vertretern von Aufsichtsbehörden in der ganzen Welt, die inzwischen die Trennung des normalen Bankgeschäfts vom Investmentbanking im Gemeinwohlinteresse befürworten, darunter frühere CEOs von Crédit Agricole, Credit Lyonnais, Barclays, LloydsTSB, Citigroup, Morgan Stanley and Merrill Lynch, finden Sie auf der Website von Finance Watch: http://www.finance-watch.org/2012/08/welche-fuhrenden-banker-fur-die-trennung-sind/?lang=de

EU-Kommissar Michel Barnier richtete im Februar 2012 eine hochrangige Expertengruppe für mögliche Reformen der Struktur des Bankensektors unter dem Vorsitz des finnischen Notenbankschefs Erkki Liikanen ein. Die Gruppe legte der EU-Kommission ihren Abschlussbericht am 2. Oktober 2012 vor. Der Bericht kann heruntergeladen werden unter
http://ec.europa.eu/internal_market/bank/docs/high-level_expert_group/report_de.pdf

Der Auftrag der Gruppe bestand darin, zu prüfen, ob zusätzlich zu den laufenden regulatorischen Reformen strukturelle Reformen des Bankensektors in der EU die Finanzstabilität stärken würden und zu mehr Effizienz und Verbraucherschutz führen würden. Sollte das der Fall sein, würde die Gruppe geeignete Vorschläge vorlegen.

Weitere Informationen zur Konsultation, die gestern geschlossen wurde, stehen auf der Internetseite der Europäischen Kommission unter dem Titel “Consultation on the recommendations of the High-level Expert Group on Reforming the structure of the EU banking sector” zur Verfügung:
http://ec.europa.eu/internal_market/consultations/2012/hleg-banking_en.htm

In Großbritannien werden derzeit Vorschläge zu einem Trennbankensystem in der parlamentarischen Kommission zu Banking Standards diskutiert. Sir John Vickers, der die britische Independent Commission on Banking leitete, sagte der Kommission am Montag, dass die Regierung das vollumfängliche Recht zur Trennung der Banken behalten würde, wenn es seine Vorschläge umsetzt.
http://www.bbc.co.uk/news/business-20298875

Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici hat eine Gruppe eingerichtet, um eine Strukturreform für französische Banken zu untersuchen. Ziel ist es, einen Gesetzesvorschlag bis gegen Ende dieses Jahres vorzulegen.

In Deutschland hat der SPD-Kanzlerkandidat und ehemalige Finanzminister Peer Steinbrück angekündigt, das Kredit- und Einlagengeschäft vom Investment-Banking zu trennen.

 

Quelle: http://www.finance-watch.org/2012/11/finance-watchs-antwort-auf-liikanen-strukturreformen-wurden-wachstum-ankurbeln/?lang=de

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Entrüster - in Finanzkonflikt
Kommentiere diesen Post

Kommentare

Über Diesen Blog

  • : Paziwief - Friedensflink
  • Paziwief - Friedensflink
  • : Was wir wollen: Positiven Frieden vorwärts bringen und paziwiefe Kultur schaffen. "Give peace a chance" - "Si vis pacem, para pacem" - "ekzisti paco via ŝanco"
  • Kontakt

Startseite / home / Forumhinweis

paziwief hier oder im Banner oben  anklicken, dann kommt ihr zurück   home - zur Startseite dieses blogs
Selbstverständlich könnt ihr hier im blog auch Kommentare hinzufügen (siehe unter jedem Beitrag/Content rechts unten) Wenn ihr bei uns aktiv werden wollt dürft ihr im anhängenden FORUM  nach Herzenslust posten und diskutieren. 

Suchen