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4. Oktober 2013 5 04 /10 /Oktober /2013 11:11

Über 350 Flüchtlinge starben am Morgen des 03.10.2013 vor Lampedusa. Sie kamen mehrheitlich aus Eritrea und Somalia. Unter ihnen waren Frauen, Kinder, Babys. Es ist die größte Flüchtlingstragödie in der Geschichte Lampedusas und der Geschichte der Festung Europa.

Ungefähr um 4 Uhr morgens gerieten sie kurz vor Lampedusa in Seenot. Sie gaben Hilfssignale ab, die Handy-Netzzone von Lampedusa war noch nicht erreicht. Fischerboote fuhren nah vorbei und halfen nicht.

In der Not entzündeten die Flüchtlinge eine Decke, um damit um Hilfe zu winken. Da das Deck mit Benzin verunreinigt war, fing das Schiff Feuer.

Ein Teil der Flüchtlinge sprang ins Wasser, ein anderer Teil – im Unterdeck – ging mit dem Schiff unter.

Ein Fischerboot kam dann zu Hilfe. Bis die benachrichtige Küstenwache ankam, dauerte es noch eine 3/4 Stunde, obwohl das Unglück direkt vor der Küste von Lampedusa geschah.

Um 22.00 Uhr wird von 155 Überlebenden und ca. 110 aufgefundenen Leichen berichtet. Auf dem Schiff sollen sich 500 bis 600 Flüchtlinge befunden haben. Über 250 Flüchtlinge werden vermisst.

Im Unterschied zu früheren Flüchtlingstragödien im Mittelmeer waren viele der Fischercommunity der Insel, zahlreiche internationale AktivistInnen rund ums Mittelmeer und auch die Medien fast live zur Tragödie dazugeschaltet. Ab ca. 9 Uhr morgens begannen die Medienmeldungen und E-Mails zum Schiffsunglück zu zirkulieren. Dass den Flüchtlingen in Seenot seit 4 Uhr morgens nicht geholfen wurde, obwohl sie sich nahe der Küste befanden, eindeutige SOS-Zeichen abgaben, Fischerboote nahe vorbeifuhren und die Meereszone zu den bestüberwachten Wasser-Quadratkilometer der Welt gehören dürfte, wurde bis in die Nachmittagsstunden des 03.10.2013 nicht berichtet. Die Frauen auf dem Schiff hatten sich aufs Deck gestellt, gewunken und international bekannte SOS-Zeichen gegeben. Schließlich zündeten die Flüchtlinge in Verzweiflung eine Decke an, um damit zu winken und auf sich aufmerksam zu machen, was ihnen zum Verhängnis wurde.

Quelle: http://ffm-online.org/2013/10/03/lampedusa-mind-250-boat-people-sterben-nach-hilfesignale-durch-anzuenden-einer-decke/

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Presseerklärung von PRO Asyl 04.10.13 (Auszüge)

PRO ASYL fordert einen völligen Neubeginn in der Flüchtlingspolitik Europas. Die Abschottungspolitik der beiden letzten Dekaden ist gescheitert. Der tausendfache Tod von Flüchtlingen an den Außengrenzen Europas bedeutet den moralischen Bankrott der Flüchtlings – und Menschenrechtspolitik der EU.

 Erklärung von amnesty international und PRO ASYL am 25.09.13

Angesichts der vielen Krisenherde in Syrien, Afghanistan oder Irak verlangen Amnesty und Pro Asyl auch eine europäische Initiative. Nach vielen »verlorenen Jahren der Abschottungspolitik« müsse sich Deutschland auch »endlich für mehr Solidarität in der EU-Flüchtlingspolitik einsetzen«, heißt es in ihrer Erklärung. Die Bundesregierung dürfe nicht zusehen, »wie weiter Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen sterben«, sagte amnesty.

 Die Evangelische Kirche im Rheinland (EkiR)

protestiert in Kirche und Politik gegen "das unvermindert anhaltende Massensterben der Flüchtlinge, Migranten und Migrantinnen an Europas streng bewachten Südgrenzen", wie es im Beschluss der Landessynode heißt. Die Landessynode werde die Flüchtlings- und Asylpolitik der Europäischen Union (EU) weiterhin aufmerksam verfolgen bzw. kritisieren im Sinner der Einhaltung der Menschenrechte. Papst nennt Schiffsunglück vor Lampedusa «eine Schande» «Wenn wir von Frieden und einer unmenschlichen Weltwirtschaftskrise sprechen, die ein Symptom für fehlenden Respekt gegenüber dem Menschen ist, dürfen wir die vielen Opfer des erneuten Schiffsunglücks heute im Meer vor Lampedusa nicht vergessen»

 Intelligente Grenzen

Zuviel Grenzüberwachung und Migrationskontrolle: Das ist das Ergebnis der Studie Borderline – EU Border Surveillance Initiatives, die heute von der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin präsentiert wurde. Die Wissenschaftler Ben Hayes und Mathias Vermeulen untersuchen darin die “Initiative für intelligente Grenzen” und das “Europäische Grenzüberwachungssystem”. Die Grenzüberwachungsinitiativen spülen den großen Rüstungskonzernen Milliarden in die Kassen.  http://ffm-online.org/2012/05/25/eu-abschottung-die-antwort-auf-die-arabellion/

Frontex

Frontex setzt eine Ordnung durch, in der es nicht mehr möglich ist, regulär nach Europa zu kommen, um Schutz zu suchen. Die Fluchtwege sind zu. Frontex ist dafür da, dass das so bleibt. Das Asylrecht ist formal weiter in Kraft, aber wer es in Anspruch nehmen will, ist gezwungen, auf verschlungenen, illegalen, teuren und gefährlichen Wegen hierher zu finden.

 18.000 Menschen sind in den letzten 20 Jahren an den EU-Außengrenzen gestorben.

Gegen das Sterben an den EU-Außengrenzen! Legaler und gefahrenfreier Weg nach Europa! Menschenwürdiger Umgang mit Geflüchteten, überall!

 

siehe auch: Griechische Polizisten im "Bürgerkrieg" gegen Migranten

- Das Sterben an Europas Grenzen beenden

- Intelligente Aufrüstung an den Außengrenzen der EU

- Nato ließ bis zu 1800 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken

- EU verstärkt Grenzschutzagentur Frontex

- Mehr Reisefreiheit in der EU, nicht weniger!


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Published by Entrüster - in Europa
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