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8. Juli 2012 7 08 /07 /Juli /2012 20:43

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,   

da wir den Eindruck haben, dass die meisten Medien den Protest der Bevölkerung an Ihrer Rede vor der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg am 12.06.2012 unterdrücken, wenden sich die unterzeichnenden Christinnen und Christen direkt an Sie. Wir sind entrüstet über diese Rede.  

Nach unserem Eindruck verharmlosen Sie darin den Kriegseinsatz der deutschen Armee vom Balkan über den Hindukusch bis Afrika und erwarten von den Soldatinnen und Soldaten den Mut, für Deutschland ihr Leben zu lassen. „Dass es wieder deutsche Gefallene gibt, ist für unsere glücksüchtige Gesellschaft schwer zu ertragen.“

Sie übergehen damit leichtfertig die angesichts von Grundgesetz und Völkerrecht offenbare und öffentlich diskutierte Fragwürdigkeit der von der Bundeswehr unterstützten Kriege. Sie missachten den Willen der Bevölkerung, die diese Kriege mehrheitlich ablehnt. Die deutsche Bevölkerung ist berechtigt zu fragen, warum deutsche Soldaten seit 1995 wieder töten. Ihr Bemühen, die Bevölkerung von der Berechtigung dieser und zukünftiger Kriege zu überzeugen, verstößt gegen die friedensstiftenden Werte des christlichen Glaubens.

Die christliche Botschaft erinnert daran, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein darf. Mit der Beteiligung an kriegerischen Auseinandersetzungen sind nicht nur die Bundesregierung, der Bundespräsident, die Soldatinnen und Soldaten, sondern alle Bundesbürger einbezogen in kriegerische Handlungen, bei denen es auch um natürliche Ressourcen, wirtschaftliche und geostrategische Ziele geht. Sie, Herr Bundespräsident, sollten ausdrücklich Stellung beziehen zu den „Verteidigungspolitischen Richtlinien für die Bundeswehr“ von 1992 und ihren Änderungen. Sie enthalten einen Kampfauftrag, der zwar der deutschen Außenwirtschaft dienen soll, aber gegen das Grundgesetz, das Völkerrecht und das Evangelium von Jesus Christus, dem Friedensstifter, gerichtet ist. 

Es ist die Chance eines Pfarrers, der Bundespräsident geworden ist, Wege der Deeskalation, der Verständigung und der Versöhnung zu suchen und zu gehen.

Mit Bonhoeffer sagen wir:„‚Friede auf Erden‘, das ist kein Problem, sondern ein mit der Erscheinung Christi selbst gegebenes Gebot. … Wer Gottes Gebot in Frage zieht, bevor er gehorcht, der hat ihn schon verleugnet.“ (Aus der Ansprache auf der ökumenischen Konferenz in Fanö 1934)


Erstunterzeichner:

Ingrid Ehrler, Lehrerin i.R.; Dr. Willibald Jacob, ev. Pfarrer. i.R.; Josef Göbel, kath. Theologe; Constanze Kraft, ev. Theologin; Ruth Priese, ev. Theologin und Therapeutin, Erdmuthe Remoli, Pfarrerin i.R., Dr. Klaus Wazlawik, Ökumenische Initiativgruppe Eine Welt;

Kontakt: willibaldjacob(at)t-online.de; ikehcy(at)aol.com


Offener Brief:

An den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland 11010 Berlin

bundespraesidialamt(at)bpra.bund.de

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Published by Entrüster - in Zivilgesellschaft
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