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22. Juni 2014 7 22 /06 /Juni /2014 14:54

Weltflüchtlingstag: Dramatische Zunahme neuer Krisen.

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg sind mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht vor Gewalt und Not. Besonders dramatisch ist die Lage nach Uno-Angaben in Syrien.

 Gewalt und Not wie in Syrien oder im Irak treiben immer mehr Menschen in die Flucht. Die Zahl der Flüchtlinge überschreitet erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg die 50-Millionen-Grenze.

Weltweit stieg die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden sowie der Vertriebenen innerhalb des eigenen Landes bis Ende 2013 auf 51,2 Millionen an - sechs Millionen Menschen mehr als noch 2012.

Jeder Fünfte von ihnen hat im Laufe des vergangenen Jahres seine Heimat verlassen müssen, teilten die Vereinten Nationen in Genf aus Anlass des Weltflüchtlingstages am 20. Juni mit.

Besonders dramatisch sei die Lage in Syrien, heisst es im Weltbericht 2013 des Uno-Flüchtlingshilfswerkes (UNHCR). Innerhalb des Bürgerkriegslandes sind gemäss den Angaben 6,5 Millionen Menschen auf der Flucht, weitere 2,5 Millionen Syrer seien ins Ausland geflohen.

Neue und alte Konflikte

Flucht und Vertreibung hätten auch in Afrika wieder erheblich zugenommen. «Wir sehen hier die enormen Kosten nicht enden wollender Kriege sowie fehlgeschlagener Bemühungen, Konflikte zu lösen oder zu verhindern», erklärte der Uno-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres.

Der starke Anstieg der Flüchtlingszahlen sei einerseits auf eine dramatische Zunahme neuer Krisen zurückzuführen - etwa im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik, der Ukraine und im Irak. Zugleich blieben alte Krisen ungelöst, sagte Guterres.

Die meisten Konflikte und Fluchtwellen hätten politische Ursachen. «Die Entwicklung zeigt, dass die internationale Gemeinschaft nur noch über begrenzte Möglichkeiten verfügt, Konflikte zu verhindern oder eine schnelle Lösung für sie zu finden», sagte Guterres.

Der Uno-Sicherheitsrat sei in vielen Fragen gelähmt. Folge seien oft chaotische Zustände, in denen Konfliktparteien den Eindruck hätten, ohne jede strafrechtliche Konsequenz agieren zu können.

Die meiste Flüchtlinge in den Entwicklungsländern

Die weitaus meisten Flüchtlinge - derzeit 86 Prozent - kommen nach Uno-Angaben in Entwicklungsländern unter. Dabei beherbergt Pakistan mehr Flüchtlinge als jedes andere Land (1,6 Millionen), gefolgt von Iran und dem Libanon.

Von den 1,1 Millionen Asylsuchenden stellten die meisten - nämlich 109'600 - ihren Asylantrag in Deutschland. Danach folgen in der Uno-Statistik die USA, Südafrika, Frankreich und Schweden. Die weltweit meisten Asylanträge stellten 2013 Syrer (64'300), gefolgt von Bürgern der Demokratischen Republik Kongo (60'400) und Myanmars (57'400).

Als besonders besorgniserregend bewerten die Uno die starke Zunahme von Kindern auf der Flucht. Erstmals seit 2000 seien 2013 mehr als die Hälfte der Flüchtlinge Kinder und Jugendliche gewesen. 25'300 Asylanträge wurden von Kindern gestellt, die von ihren Eltern getrennt wurden. Das sind so viele wie nie zuvor.

Grundlage des Berichts sind Daten, die von Regierungen, Nichtregierungsorganisationen sowie vom UNHCR selbst gesammelt wurden.

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PRO ASYL fordert Rettungsprogramm und Solidarmechanismus für Bootsflüchtlinge

Europa versagt angesichts der Flüchtlingskrisen an seinen Grenzen. PRO ASYL zieht zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni eine bedrückende Bilanz: Die EU-Staaten zeigen auch im vierten Jahr des syrischen Bürgerkriegs keine Bereitschaft, aktiv und gemeinsam Schutzsuchende aufzunehmen. Es existiert keine Solidarität bei der Rettung von Bootsflüchtlingen und bei der Aufnahme von Schutzsuchenden in der EU. Europa eröffnet keine legalen Wege für Schutzsuchende, um ihnen die lebensgefährlichen Bootspassagen zu ersparen.

Im Zuge der italienischen Militäroperation „Mare Nostrum“ wurden allein in diesem Jahr knapp 60.000 Bootsflüchtlinge gerettet und nach Italien gebracht. Die fehlende europäische Solidarität wirft in Italien jedoch jeden Tag die Frage auf: Bis wann und in welchem Umfang soll die Seenotrettung beibehalten werden?

In Italien steht die Operation bereits massiv in der Kritik. Die italienischen Aufnahmelager sind überfüllt und die Versorgungssituation ist katastrophal. Obdachlosigkeit und Mangelversorgung sind für Flüchtlinge dort ohnehin seit Jahren an der Tagesordnung. Schutzsuchende versuchen das Naheliegende: Sie reisen weiter zu ihren Verwandten und Flüchtlingscommunitys in den Norden der EU. In den mittel- und nordeuropäischen Staaten wie Deutschland droht ihnen jedoch die Rücküberstellung nach Italien. Erst gestern wurde eine Familie aus Magdeburg abgeschoben. Am selben Tag startete ein Charterflug mit Flüchtlingen aus Frankfurt. Über 7000 sogenannte Überstellungsgesuche hat Deutschland allein im Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis 31. März 2014 an Italien gerichtet.

PRO ASYL fordert, die in den EU-Verträgen normierte Solidarität bei der Asylpolitik endlich einzulösen. Den „Grundsatz der Solidarität und der gerechten Aufteilung der Verantwortlichkeiten unter den Mitgliedstaaten“ mit Leben zu füllen, bedeutet aus der Sicht von PRO ASYL: Die Lebensrettung im Mittelmeer muss europäisch organisiert und finanziert werden und in eine zivile Operation umgewandelt werden. Flüchtlingen muss darüber hinaus die Weiterreise zu ihren Verwandten und Communitys in der EU eröffnet werden. Ein solcher Solidarmechanismus, wie ihn kürzlich das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen gefordert hat, wäre ein Akt der Humanität und der Solidarität.

Quelle: http://www.proasyl.de/de/presse/detail/news/weltfluechtlingstag/

UNHCR: Mehr als 50 Millionen Flüchtlinge

UNHCR - deutsche Website

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Published by Entrüster - in Menschenrechte
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