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8. August 2010 7 08 /08 /August /2010 20:30

Das Übereinkommen über Streumunition aus dem Jahr 2008 tritt heute in Kraft. Die größten Militärmächte wie USA, Russland, China, Indien und Israel wollen auf die heimtückische Waffe, die vor allem Zivilisten bedroht, vorerst nicht verzichten.

Bei der Streumunition handelt es sich um Bomben oder Granaten, die bei ihrem Einsatz große Mengen kleiner Sprengkörper verteilen, welche in vielen Ländern nach Ende der bewaffneten Konflikte als nicht explodierte Blindgänger das Leben von Millionen Menschen gefährden.

Die weltweite Ächtung von Streubomben ist mit der Unterzeichung der entsprechenden internationalen Konvention zum Verbot dieser Waffen ein gutes Stück näher gekommen. Das im Dezember 2008 in Oslo signierte Übereinkommen verpflichtet die beteiligten Staaten, die Herstellung und Verbreitung von Streubomben einzustellen, Bestände zu vernichten sowie Opfer von Streubomben zu unterstützen.

Bislang sind mehr als hundert Nationen der Konvention beigetreten. Die größten Militärmächte der Welt, die auch zu den Hauptproduzenten von Streumunition zählen: die USA, Russland und China, planen vorerst keinen Einstieg in das Abkommen.

Quelle: http://de.rian.ru/world/20100801/127324475.html

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Neue Westfälische (Bielefeld): Verbot von Streumunition Schamlos
ANNEKE QUASDORF

Bielefeld (ots) - Mehr als 150 Meter weit schleudert eine
Streubombe ihre Hunderte Stahlsplitter. Leider reicht die neue
Konvention der Vereinten Nationen zum Verbot von Streubomben nicht
viel weiter. Denn die Militärmächte USA, China und Russland weigern
sich, ebenso wie Israel, Pakistan oder Indien, die Notwendigkeit
eines Verbots überhaupt anzuerkennen. Die einen sind die weltweit
größten Hersteller von Streumunition, in ihren Arsenalen lagern
Millionen Einheiten der gefährlichen Waffe. Auf dem Gebiet der
anderen schwelen langjährige Kriege oder Konflikte. So lange diese
Länder nicht mitziehen, hat der Vertrag statt Schlag- höchstens
Symbolkraft. Was einen verzweifeln lässt, ist aber nicht nur die
Machtlosigkeit der Vereinten Nationen gegenüber solchen Weigerungen.

Es ist auch die Schamlosigkeit eines Landes wie den USA: Im Juni
diesen Jahres kamen bei einem Angriff auf Terroristen im Jemen
Dutzende Frauen und Kinder durch Streubomben ums Leben. Der Angriff
geht aufs Konto des gleichen Landes, dessen Präsident acht Monate
zuvor voller Stolz den Friedensnobelpreis entgegen nahm.

Originaltext: Neue Westfälische (Bielefeld)
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/65487

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Neue OZ: Kommentar zu Ächtung von Streubomben

Osnabrück (ots) - Schande und Ehre

Durch die gesamte Militärgeschichte ziehen sich die Begriffe
Schande und Ehre. Sie greifen nicht immer, bei Weitem nicht.
Allgemein anerkannt ist aber dennoch: Wer sich für besonders nobel
hält, sollte keine Unbewaffneten töten und Frauen und Kinder erst
recht nicht. Nur so kann er seine Ehre erhalten und Schande
vermeiden.

Die westliche Welt hält sich im Sinne ihrer Werte wie Demokratie
und Menschenrechte für besonders nobel. Umso unverständlicher ist es,
wieso mit der Ächtung von Streubomben ausgerechnet Staaten hadern,
die ihr angehören. Länder wie Irak oder Afghanistan haben die
Konvention längst ratifiziert; Amerikaner und Israelis sperren sich
in einer Union mit dem Iran. Dabei ist Glaubwürdigkeit die schärfste
Waffe im Ringen um eine möglichst demokratische, menschenwürdige
Welt.

Brutal an diesen Cluster-Bomben ist ja nicht nur, dass sie
ungezielt gegen Menschenmengen jeder Art und ungepanzerte Fahrzeuge
zum Einsatz kommen. Dass die hohe Blindgängerquote ganze Regionen für
Jahrzehnte mit Sprengsätzen verseucht, gehört ebenso zu den
unmenschlichen Folgen. Ob Vietnam oder Westsahara, Tschetschenien
oder Libanon, überall, wo die Waffe verwendet wurde, zeigt sich: Neun
von zehn Opfern sind zivil, oft sogar mehr, darunter viele Kinder.

Besonders eifrig wirft das US-Militär diese Bomben ab. Seine
Strategen halten sie für legitim und nützlich. Nützlicher für den
Frieden wäre es fraglos, mehr Augenmerk auf den Erhalt der Ehre zu
legen.

Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/58964
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_58964.rss2

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

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Kommentare

MoIam 08/08/2010 20:58


Es ist ein kleiner Erfolg, dass die internationale Konvention gegen
Streubomben bald in Kraft tritt. 37 von 107 Ländern haben das Verbot nach
der Unterzeichnung nun auch ratifiziert -mindestens 30 Staaten mussten es
sein, damit das Abkommen gültig ist.Deshalb sollte sich aber niemand
überzogenen Hoffnungen hingeben.

Jene, die das Teufelszeug herstellen, haben die Übereinkunft noch gar
nicht unterzeichnet. So etwa Amerika, Russland und China. Die Welt ist
also noch weit davon entfernt, frei von Streubomben zu sein.Die Gefahr
ist weiterhin da. Diese heimtückische Munition ist noch lange nach den
Kriegen gefährlich. Die vielen kleinen "Bomblets", die nur eine dieser
Bomben freisetzt, gefährden wie kaum eine andere Waffe die
Zivilbevölkerung, darunter oft Kinder. Diese kommen bei Explosionen um -
unschuldig. Streubomben sind bestialisch.

Daher ist zu hoffen, dass sich immer mehr Staaten verbindlich an dieses
Verbot halten. Immerhin, die Bundeswehr ist dabei, ihre Streubomben, die
in den Arsenalen lagern, zu vernichten.


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