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26. November 2013 2 26 /11 /November /2013 00:40

Vom Pentagon finanzierte Forschung. Mehrere baden-württembergische Universitäten haben Forschungsgelder des US-Verteidigungsministeriums bekommen. Dazu zählen die Universitäten in Karlsruhe, Stuttgart, Ulm und Heidelberg. Umstritten ist, inwieweit absehbar ist, ob Grundlagenforschung zivilen oder auch militärischen Zwecken dient.

Das Wissenschaftsministerium kritisiert die Aufregung, die um die Forschungsprojekte entstanden ist. In allen Fällen handle es sich um Grundlagenforschung, die in erster Linie zivilen Charakter habe, aber auch militärisch genutzt werden könne. Ministerin Theresia Bauer (Grüne) betonte, die Wissenschaft sei für sie unantastbar. Sie erwartet jedoch von Wissenschaftlern beziehungsweise den Forschungseinrichtungen eine Debatte darüber, welche Kooperationen möglicherweise ethisch bedenklich sind. Das müsse jede Hochschule selbst prüfen.

Für Forschungsprojekte benötigen Wissenschaftler neben der finanziellen Grundausstattung durch das Land zusätzliches Geld, sogenannte Drittmittel von Sponsoren. Nach Recherchen von NDR und "Süddeutsche Zeitung" (Montagsausgabe) haben 22 deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen umgerechnet sieben Millionen Euro aus dem Etat des US-Verteidigungsministeriums bekommen. Die Verträge befänden sich in einer öffentlich zugänglichen Datenbank.

Das Freiburger Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik (EMI) erhielt vom Pentagon Geld für Forschung zu Panzerglas und Sprengköpfen. Einzelheiten wollte das Institut dazu nicht nennen. Die Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg prüft derzeit, ob Projekte der Hochschule im Zusammenhang mit militärischer Forschung stehen.

Auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bestätigte ein Projekt aus dem Bereich Erdwärme, für das es rund 115.000 Dollar (rund 85.000 Euro) aus dem US Naval Air Warfare Center bekommen habe - einer Einrichtung, die Forschung für das Pentagon betreibt.

In den Jahren 2003 bis 2005 habe ein Wissenschaftler die Energiegewinnung durch Erdwärme erforscht. Dabei sei es um Wärmefluss und Kräfte in den Erdplatten (tektonische Spannungsfelder) gegangen. Die Ergebnisse dieser Forschungen am geophysikalischen Institut seien aber weder geheim noch direkt für militärische Zwecke genutzt worden, betonte eine Sprecherin des KIT gegenüber dem SWR.

In amerikanischen Online-Datenbanken sind offenbar noch zwei weitere Projekte am KIT vermerkt, die die Sprecherin der Hochschule jedoch nicht bestätigte. Man habe bei internen Recherchen keine weiteren Hinweise auf eine Unterstützung durch das Pentagon oder dessen wissenschaftlichen Einrichtungen gefunden.

An der Universität Stuttgart hat das amerikanische Militär im Jahr 2008 Forschung mit 84.000 US-Dollar (rund 62.000 Euro) unterstützt. Das Geld sei an einen ehemaligen Institutsleiter gezahlt worden, sagte ein Sprecher der Uni. Der Wissenschaftler hatte in dieser Zeit mit optischen Linsen gearbeitet. Es könne grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, dass zivile Forschungsergebnisse auch militärisch genutzt werden, sagte der Sprecher weiter.

An die Universität Stuttgart-Hohenheim wurden keine Gelder vom US-Militär überwiesen, sagte ein Sprecher dem SWR.

300.000 Dollar für Grundlagenforschung an Uni Ulm

An der Uni in Ulm geht es um eine Förderung in Höhe von 300.000 Dollar (rund 222.000 Euro). Am Institut für Quantenoptik der Universität Ulm erforschen Wissenschaftler derzeit im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums besonders empfindliche Diamantsensoren. Sie ermöglichen zum Beispiel bei Kernspin-Untersuchungen noch schärfere Bilder. Dadurch soll unter anderem der Ablauf chemischer Prozesse im Körper sichtbar werden, erläuterte der Leiter des Instituts, Professor Fedor Jelezko. Ein direkter militärischer Forschungsauftrag sei damit aber nicht verbunden. Die rund 150.000 Dollar (ca. 111.000 Euro) Förderung, mit denen auch eine Assistentenstelle mitfinanziert wird, machten lediglich einen Bruchteil des Projektes aus, hieß es.

Beim zweiten ebenfalls mit 150.000 Dollar geförderten Projekt geht es nach Angaben der Hochschule um die Entwicklung besonders robuster, temperaturunempfindlicher Transistoren.

Die Universität in Konstanz erklärte, kein Geld vom US-Verteidigungsministerium bekommen zu haben.

Quelle: <http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/geld-vom-us-militaer-fuer-hochschulen/-/id=1622/nid=1622/did=12440404/1r4u5eh/index.html>

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Published by Entrüster - in Imperialismus
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