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20. Juni 2014 5 20 /06 /Juni /2014 13:44

Im Zuge der italienischen Militäroperation „Mare Nostrum“ wurden allein in diesem Jahr knapp 60.000 Bootsflüchtlinge gerettet, den Schutzsuchenden jedoch gleichzeitig fundamentale Rechte verwehrt. In Italien steht die Operation jedoch aus anderen Gründen immer mehr in der Kritik: Zu viele Flüchtlinge würden dadurch nach Italien kommen und zu teuer sei die Operation. Es wächst die Befürchtung, dass Italien die Seenotrettung im derzeitigen Umfang nicht weiterführt und in diesem Sommer wieder hunderte Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa ertrinken: Nicht nur weil sie nicht gerettet werden, sondern vor allem, weil die EU legale Einreisewege versperrt und die bulgarischen und griechischen Landgrenzen mittels systematischer Push-Backs dicht gemacht werden.

Die Situation entschärfen könnten die mittel- und nordeuropäischen EU-Staaten, indem sie Flüchtlinge aus Italien und anderen EU-Grenzstaaten aufnehmen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Aus Deutschland droht Flüchtlingen, die zum Beispiel aufgrund der katastrophalen Versorgungssituation in Italien weitergereist sind, die Abschiebung. Über 7000 sogenannte Überstellungsgesuche hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge allein im Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis 31. März 2014 an Italien gerichtet.

http://www.proasyl.de/uploads/pics/Warnhinweis_Mitgefuehl.pngErst am Dienstag wurde eine vierköpfige Flüchtlingsfamilie aus Magdeburg abgeschoben. Die italienischen Behörden überließen sie nach der Ankunft am Bahnhof in Rom sich selbst: Ohne Geld, ohne Essen und ohne Zugang zu medizinischer Hilfe. Die therapiebedürftige Mutter verbrachte die Nacht mit Mann und Kindern am Bahnhof. Wie es weitergehen soll, wissen sie nicht. Dies ist kein Einzelfall: Obdachlosigkeit und fehlende Versorgung von Flüchtlingen sind in Italien seit Jahren an der Tagesordnung.

PRO ASYL fordert daher zum Tag des Flüchtlings am 20.06.2014: Flüchtlingen muss die Weiterreise zu ihren Verwandten und Communitys innerhalb der EU ermöglicht werden. Die Lebensrettung im Mittelmeer muss europäisch organisiert und finanziert und in eine zivile Operation umgewandelt werden. Kommt es nicht zu diesem Systemwechsel, wird sich die asylpolitische Krise in der EU weiter verschärfen.

Quelle: http://www.proasyl.de/de/news/detail/news/pro_asyl_zum_weltfluechtlingstag_am_20_juni_bootsfluechtlinge_nicht_im_stich_lassen/

- UNHCR: Mehr als 50 Millionen Flüchtlinge

- Dramatische Zunahme neuer Krisen: So viele Flüchtlinge wie seit 1945 nicht mehr

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1. Februar 2014 6 01 /02 /Februar /2014 19:47

Die globale Lernkrise kostet die Weltgemeinschaft rund 129 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Weil zu viele Kinder keine grundlegenden Fertigkeiten erwerben, gehen damit zehn Prozent der weltweiten Investitionen in die Grundschulbildung verloren. Weltweit können 250 Millionen Kinder kaum lesen, schreiben und rechnen, obwohl die Hälfte von ihnen mindestens für vier Jahre eine Schule besucht hat. Das geht aus dem neuen UNESCO-Weltbildungsbericht hervor, der am 29. Januar in Addis Abeba, Äthiopien, vorgestellt wurde.

Rund 175 Millionen junge Menschen in den Entwicklungsländern, das ist jeder Vierte, kann keine vollständigen Sätze oder Teile eines Satzes lesen, davon betroffen sind sogar ein Drittel der jungen Frauen in Süd- und Westasien. Laut Bericht werden auch in reicheren Ländern die Bildungssysteme benachteiligten Schülern häufig nicht gerecht. In Neuseeland etwa erfüllen nahezu alle Schüler aus wohlhabenden Familien die Mindestanforderungen in den Klassen 4 und 8, während es nur zwei Drittel der Schüler aus armen Familien sind.

"In vielen Ländern sind Minderheiten in der Bildung weiterhin stark benachteiligt. Gut ausgebildete Lehrer sind daher ein Schlüssel zu besserer Bildung, weil sie mit ihrem Unterricht Benachteiligung ausgleichen können", sagt Dr. Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission. "Die Weltgemeinschaft muss sich künftig stärker um die Qualität der Bildung kümmern. Die Bildungsqualität muss neben dem gleichberechtigten Zugang eine zentrale Rolle in der Post-2015-Agenda der Vereinten Nationen spielen."

Schwerpunktthema: Lehren und Lernen

Eine Ursache für mangelnde Bildungsqualität sind laut Bericht schlecht ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Um allen Kindern eine abgeschlossene Grundschulbildung zu ermöglichen, müssen von 2011 bis 2015 weltweit insgesamt 5,2 Millionen Lehrer eingestellt werden. Der Bericht widmet sich dem Schwerpunktthema “Lernen und Lehren” und fordert Regierungen dazu auf, bessere Anreize zu schaffen, damit mehr Menschen den Beruf des Lehrers ergreifen und langfristig ausüben wollen. Außerdem muss die Lehrerausbildung verbessert werden und insbesondere auf den Unterricht mit benachteiligten Schülern vorbereiten. Der Bericht warnt davor, dass die globale Lernkrise mehrere Generationen andauern wird, wenn nicht genügend Lehrer gut ausgebildet werden.

Sechs globale Bildungsziele bis 2015

Weniger als zwei Jahre vor Ablauf der Frist zur Erreichung der EFA-Ziele, so der Bericht, ist klar, dass trotz signifikanter Fortschritte im vergangenen Jahrzehnt keines der Ziele bis 2015 global erreicht sein wird. So wurde die Zahl der Kinder, die keine Grundschule besuchen, zwar seit dem Jahr 2000 halbiert, doch immer noch gehen 57 Millionen Kinder nicht in eine Grundschule. Auch die vorschulische Bildung wurde ausgebaut, aber noch immer erhält die Hälfte aller Kinder keine vorschulische Bildung etwa im Kindergarten. Bei der Alphabetisierung Erwachsener gibt es wenige Fortschritte: Immer noch sind etwa 774 Millionen Erwachsene Analphabeten, der hohe Frauenanteil von zwei Drittel bleibt seit Jahren unverändert.

Der Bericht belegt den direkten Zusammenhang von Bildung und Armutsbekämpfung, Gesundheit oder auch Demokratie. So schätzt er, dass durch bessere Bildung der Mütter zwischen 1990 und 2009 das Leben von 2,1 Millionen Kindern unter 5 Jahren gerettet werden konnte. In Lateinamerika wurde festgestellt, dass Menschen mit ausreichender Bildung deutlich toleranter gegenüber ethnischen Minderheiten waren. Auch nach 2015 muss Bildung, so der Bericht, daher eine essentielle Rolle auf der Entwicklungsagenda spielen. Neben gleichberechtigtem Zugang zur Bildung soll zukünftig ein größeres Augenmerk auf der Bildungsqualität liegen.

Der Weltbericht "Education for all – Global Monitoring Report" wird im Auftrag der UNESCO von einem unabhängigen Team verfasst. Er liefert jährlich einen Zwischenstand zur Umsetzung des weltweiten Aktionsprogramms "Bildung für alle". 164 Länder haben sich auf dem Weltbildungsforum in Dakar 2000 verpflichtet, sechs Bildungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen:

- Ausbau der frühkindlichen Förderung und Erziehung,

- Grundschulbildung für alle Kinder weltweit,

- Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen und Erwachsenen,

- Halbierung der Analphabetenrate unter Erwachsenen,

- Gleichberechtigung der Geschlechter und

- Verbesserung der Bildungsqualität.

Die Deutsche UNESCO-Kommission und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) werden im März 2014 eine deutschsprachige Kurzfassung des Weltbildungsberichts 2013/2014 herausgeben.


Die Weltbildungsberichte der letzten Jahre

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25. Dezember 2013 3 25 /12 /Dezember /2013 20:12

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat die Aufnahme von mehr Syrien-Flüchtlingen in Deutschland verlangt. "Als eines der reichsten Länder der Erde müssen wir unsere Anstrengungen im neuen Jahr deutlich verstärken", erklärte er am Montag in seiner Weihnachtsbotschaft. "Dabei ist Fantasie und Kreativität gefragt, denn die Not schreit zum Himmel!"

Auch die Kirchen müssten neue Wege suchen, um das Elend der Flüchtlinge zu lindern. "Spätestens das furchtbare Unglück vor Lampedusa Anfang Oktober hat uns die Augen dafür geöffnet, dass Europa seine Seele zu verlieren droht, wenn wir dieser Situation tatenlos oder in bloßer Abwehrhaltung zusehen."

Schneider, verlangte Änderungen im Asylrecht. Es reiche nicht aus, an Staaten wie Italien und Griechenland einfach mehr Geld zu schicken. "Politik muss auch offensiv damit umgehen, dass wir humanitäre Pflichten haben, denen wir auch nachkommen können", sagte der frühere rheinische Präses. So könnten hierzulande mehr Flüchtlinge aufgenommen werden. Verbessert werden müsse auch die Möglichkeit für Flüchtlinge, hier zu arbeiten.

"Gott begegnet uns in der Hilfsbedürftigkeit anderer Menschen"

Auch der evangelische Bischof Friedrich Weber erinnerte in seiner Predigt an das SchicksalEin kleiner syrischer Junge steht vor einem Flüchtlingscamp. (Bildquelle: REUTERS)von Flüchtlingen aus Syrien und afrikanischen Staaten. "Gott begegnet uns in der Hilfsbedürftigkeit anderer Menschen", sagte der Braunschweiger Bischof. Er rief die Kirchenbesucher dazu auf, anderen Menschen mit  Barmherzigkeit zu begegnen und sich nicht mit dem Satz "Man kann ja doch nichts machen" herauszureden.

Nicht nur vor dem syrischen Bürgerkrieg sind Millionen Menschen auf der Flucht.

Glaube als "Sand im Getriebe"

 Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, rief dazu auf, das Wesentliche des christlichen Glaubens zu erkennen. "Dieser Glaube ist nicht Schmieröl für eine Gesellschaft, in der Menschen auf der Strecke bleiben. Dieser Glaube ist eher Sand im Getriebe einer Gesellschaft, in der vielfach nur zählt, was auch zählbar ist", sagte Rekowski in Düsseldorf.

Dieser Glaube störe die Kreise derer, die sich eingerichtet haben in ihrem privaten Glück. "Und bisweilen stört dieser Glaube auch unsere kirchlichen Bemühungen um Besitzstandswahrung und Stabilisierung der Institution Kirche. Auch ich als Präses einer Kirche im Umbruch lasse mich am Heiligen Abend stören, unterbrechen und herausfordern", sagte Rekowski

Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/weihnachtspredigt100.html

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30. Oktober 2013 3 30 /10 /Oktober /2013 17:19

https://s3.amazonaws.com/s3.credoaction.com/images/nsa_spying_180.gifThe NSA has far too much power to spy on innocent Americans without any meaningful oversight.

It's gotten so bad that even one of the original ultra-conservative authors of the Patriot Act, Rep. Jim Sensenbrenner, joined with progressive stalwart Rep. John Conyers and Senator Patrick Leahy in introducing a bipartisan NSA reform bill.

This bill, which they named the USA Freedom Act, would end the bulk collection of Americans' telephone records and provide a modest measure of needed transparency to the use of National Security Letters and other forms of warrantless wiretapping.

It's a good first step, and we need to show the House and the Senate that there's popular support for Congress starting the process of restoring our constitutional rights.

Sign our petition telling Congress to Rein in the NSA to stop its unconstitutional spying.

Let's be clear. We support the full repeal of the Patriot Act and the FISA Amendments Act. The only legislative vehicle for that is Rep. Rush Holt’s Surveillance State Repeal Act, which we will continue to fight for.

But until we succeed in repealing the Patriot Act and the FISA Amendments Act, we should support anything that will start the process of reining in the NSA without making anything worse.

The Sensenbrenner-Leahy bill is a good move in that direction. It will at the very least stop the kind of bulk surveillance dragnets that allows the government to spy on millions of Americans who are not suspected of any wrongdoing. And it will take a minor step toward transparency by allowing companies to disclose the number of requests they get from the government that force them to turn over the private information of their users and customers without a court order and under a gag.

It's important to note that this is far less than what we truly need to rein in the NSA. But it's a good start. The bill preserves much of the status quo. Let's remember, the problem of overbroad and unconstitutionally intrusive government surveillance is so vast that even the president didn't know that the U.S. was tapping the phones of allied world leaders like German Chancellor Angela Merkel.

But while the Sensenbrenner-Leahy bill is a good first step, the same cannot be said for the bill proposed by Senator Dianne Feinstein, which in the name of reform would simply codify the ability of the government to spy on innocent Americans without doing anything to prevent the rampant abuses that have become routine practices of a rogue NSA and other intelligence agencies.

That's why we're asking Congress to support Rep. Sensenbrenner and Sen. Leahy’s USA Freedom Act, and oppose Senator Feinstein's sham bill which is meant to make the public think oversight is being strengthened over the NSA when there will be no meaningful reform established in the legislation.

Tell Congress: Rein in the NSA to stop its unconstitutional spying. Click the link below to automatically sign the petition:

Thank you for taking a stand against unconstitutional government spying.

Quelle: http://act.credoaction.com/sign/sensenbrenner_leahy

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7. Oktober 2013 1 07 /10 /Oktober /2013 15:49

In den Medien will der Jubel über Merkels Erdrutsch-Sieg kein Ende nehmen. Und das nicht ohne Grund. Schließlich haben sie selbst einen erheblichen Anteil an diesem Höhenflug.

Sind sie doch längst nicht mehr nur Beobachter, Kommentatoren und Analytiker des politischen Geschehens, sondern handelnde Akteure. Sie entscheiden, wer hochgejubelt, ignoriert, fallengelassen oder niedergemacht wird. Sie verteilen die Noten.

Da konnte die Opposition noch so deutlich Klartext reden, der mediale Daumen zeigte von Anfang an nach unten. Dabei war das Rudel schon bei der Kandidatenfindung aktiv beteiligt. Gemäß ihres Selbstverständnisses wollten sie durch öffentlichen Druck bestimmen, wer und wann für die Opposition ins Rennen geht. Um dann bis zum Wahltag die Parole vom verstolperten Start auszugeben. Es folgte die Klage über den müden Wahlkampf, den sie selbst mit zu verantworten hatten.

Nein, mit dieser vierten Gewalt ist kein Staat mehr zu machen, jedenfalls keine Demokratie auf Dauer zu bewahren.

Es wird kaum mehr aufgeklärt, sondern vernebelt. Da wird das Publikum ständig aufs Neue auf abstruse Nebenschauplätze gehetzt. So wurde in unendlicher Breite nicht etwa über die Inhalte des TV-Duells diskutiert, sondern über das Farbenspiel der Halskette der Kanzlerin und kurz darauf über die Fingerübung Peer Steinbrücks, die zum Gegenstand nationalen Interesses aufgeblasen wurde.

Die Opposition konnte noch so sehr versuchen, Auseinandersetzungen über wichtige Sachthemen anzustoßen. Es wurde fast kritiklos zugelassen, dass sich die Bundesregierung vor jeder inhaltlichen Debatte drücken konnte.

Die oft behauptete Entpolitisierung der Gesellschaft wurde in diesem Wahlkampf erschreckend deutlich. In diesem Dunstkreis konnte auch die neue AfD gar nicht so überraschend punkten. Dass der Umfrageterror jedes Argument erstickte, gehört zu den traurigsten Erfahrungen der letzten Wochen.

Sozialdemokraten hatten noch nie einen leichten Stand. Aber was mit Peer Steinbrück gemacht wurde, war schon Demontage vom Feinsten. An vorderster Front immer mit dabei der „Spiegel“, jetzt mit „Bild“-Verstärkung.

So war der Beitrag „Ansichten eines Clowns“ der Versuch einer politischen Hinrichtung. Der Gipfel der Heuchelei: Nachdem man bei einem bekennenden Nichtwähler zunächst einen Boykottbeitrag in Auftrag gegeben hatte, wurden die Leser anschließend mit dem Titel „Wie Nichtwähler die Demokratie verspielen“ erschreckt. Als sich Steinbrück schließlich gegen alle Anfeindungen als erstaunlich resistent erwies, wurde der Grüne Trittin wegen eines um Jahrzehnte zurückliegenden Flugblattes zum Abschuss freigegeben.

Dabei hätte es all dieser Attacken gegen die Opposition gar nicht bedurft. Das Modell der Merkel-Wohlfühl-Gesellschaft ist für die Konfliktscheuen und Ängstlichen offensichtlich so attraktiv, dass man ruhig ein wenig Chancengleichheit hätte zulassen können.

Fazit: Die Opposition muss sich ernsthaft Gedanken machen, wie sie in Zukunft dieser Medienbarriere begegnet, will sie überhaupt noch eine Chance haben. Denn natürlich wollen dieselben Akteure auch im Koalitionspoker das letzte Wort haben und als selbst ernannte „Sachwalter von Volkes Wille“ die SPD in die Merkel-Falle einer großen Koalition treiben. Die Leimruten sind längst gelegt.

Klaus Staeck

Quelle: http://www.fr-online.de/bundestagswahl---hintergrund/kolumne-wahlkampf-bundestagswahl-medien-gipfel-der-heuchelei,23998104,24440972.html

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7. August 2013 3 07 /08 /August /2013 00:03

Die Versuche des gestürzten Präsidenten Mursi, die Wirtschaft des post-revolutionären Ägypten wieder in Gang zu bringen, waren weitgehend kreditfinanziert.

Nach dem erneuten Machtwechsel bleiben sowohl die Touristen als auch die Kreditgeber aus, so dass das Land am Nil kurz vor der Zahlungsunfähigkeit steht. Aus dem Jahreshaushalt 2013 in Höhe von 534 Mrd. Ägyptische Pfund waren bis Ende Mai bereits 474 Mrd. ausgegeben.

Wer immer unter den politischen Umständen der nächsten Monate bereit ist, Geld in das Land zu pumpen, wird sich das mit erheblichem politischen Einfluss bezahlen lassen.

Mittelfristig wird an einem Schuldenerlass für Ägypten kein Weg vorbeiführen. Aber die Frage muss hier noch mehr als anderswo gestellt werden, wer dadurch eigentlich begünstigt wird.

Quelle: erlassjahr.de

siehe auch: Drop egypt’s debt - entschuldung ägyptens

-Der aufstand in ägypten wurde durch wirtschaftliche faktoren bestimmt

- Amnesty fordert von der bundesregierung mehr engagement für den schutz der flüchtlinge aus…

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6. August 2013 2 06 /08 /August /2013 23:34

Nicht viele Menschen in unserem Land wissen, dass am Anfang des westdeutschen Wirtschaftswunders auch ein großzügiger Schuldenerlass durch unsere damaligen Gläubiger stand.

Der Schuldenerlass wurde in einem Verfahren organisiert, welches viele qualitativ wichtige Elemente für einen nachhaltigen Schuldenerlass enthielt. Das Londoner Schuldenabkommen, welches am 27. Februar 1953 unterzeichnet wurde, haben wir im Februar diesen Jahres mit Aktionen und Gottesdiensten gefeiert und Deutschland an seine historische Verantwortung erinnert, fair und umsichtig mit überschuldeten Staaten umzugehen.

Am 16. September 2013 jährt sich nun zum sechzigsten Mal das Inkrafttreten des Abkommens - nur wenige Tage vor der Bundestagswahl!

Erinnern Sie mit uns die Verantwortlichen unseres Landes an einen fairen Umgang mit verschuldeten Staaten - von Griechenland über Guinea-Bissau bis Grenada.

Mehr Infos zur Kampagne auf der erlassjahr.de-Homepage unter

http://www.erlassjahr.de/london/london-2013.html.

--

Einer schaffte es aus der Schuldenfalle 

Im Februar jährte sich die Unterzeichnung des Londoner Schuldenabkommens zum 60. Mal. Ehemalige Kriegsgegner erließen der Bundesrepublik acht Jahre nach Kriegsende die Hälfte ihrer Vor- und Nachkriegsschulden.

Unter den Unterzeichnern waren auch Länder, die heute bei Deutschland verschuldet sind, etwa Griechenland.

In der englisch-sprachigen Studie "One Made it Out of the Debt Trap – Lessons from the London Debt Agreement of 1953 for Current Debt Crises" vergleicht erlassjahr.de das deutsche Schuldenabkommen mit neueren Umschuldungsverfahren in Griechenland, Irak und Burundi.

Sie kommt zu dem Ergebnis, dass das Abkommen von 1953 in mehrfacher Hinsicht ein Vorbild sein könnte: Die Verhandlungen fanden auf Augenhöhe zwischen Gläubigern und Schuldner statt. Die Umsetzung wurde durch ein Schiedsgericht und ein festgelegtes Konsultationsverfahren unterstützt.

Und Deutschland musste seine verbliebenen Auslandsschulden nur aus realen Exportüberschüssen finanzieren. Die Gläubiger hatten dadurch einen Anreiz, deutsche Leistungsbilanzüberschüsse mindestens zu tolerieren

Die Studie ist zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung erst kürzlich erschienen. Sie kann in Druckform im erlassjahr.de-Büro angefordert werden sowie in der pdf-Version unter

http://www.erlassjahr.de/cms/upload/2013/Londonstudie/One_made_it_out_of_the_debt_trap.pdf

heruntergeladen werden.

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16. März 2013 6 16 /03 /März /2013 15:06

Die KriseDer Bericht »Keine Zukunft ohne Gerechtigkeit« ist allgegenwärtig: die Wirtschafts- und Finanzkrise, in vielen Teilen der Welt eine Ernährungskrise und eine immer mehr Menschen betreffende Klimakrise. Das vorherrschende Entwicklungsmodell hat versagt. Dieser Ansatz nimmt keine Rücksicht auf die Menschenrechte und die Grenzen des globalen Ökosystems und betrachtet Armut als eine technische Herausforderung.

Der Bericht »Keine Zukunft ohne Gerechtigkeit«

Es ist höchste Zeit, Lehren aus den aktuellen Krisen zu ziehen, die konventionellen Entwicklungskonzepte zu hinterfragen und die Modelle für Entwicklung und sozialen Fortschritt zu überdenken – im Norden wie im Süden.

Über zwei Jahre traf sich eine Gruppe von 18 Mitgliedern von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, von Netzwerken und von Stiftungen, um das gegenwärtige Entwicklungsparadigma zu überdenken, Strategien für einen neuen Entwicklungsansatz zu entwickeln und konkrete politische Empfehlungen für eine gerechtere Welt zu formulieren.

Eines der Ergebniss der Gruppe ist der Bericht »Keine Zukunft ohne Gerechtigkeit«. Die Überlegungen, die entwickelt werden, sind dabei nicht in Stein gemeißelt, sondern ein erster Schritt für weitere Diskussionen.

Der Bericht »Keine Zukunft ohne Gerechtigkeit« (pdf)

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9. März 2013 6 09 /03 /März /2013 10:15

Denn ein starker Waffenhandelskontrollvertrag („Arms Trade Treaty“, ATT) könnte verhindern, dass zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo immer wieder Menschen Opfer von Waffengewalt werden.

Unzählige Frauen und Mädchen sind dort in dem seit 20 Jahren andauernden Konflikt vergewaltigt worden. Eine von ihnen ist Marie. Die Mutter von acht Kindern aus Masisi in der Provinz Nord-Kivu ging eines Morgens aus dem Haus, um Früchte zu pflücken. Plötzlich standen vor ihr zwei Soldaten im Feld:

„Sie hielten mich fest und drohten, dass sie mich töten würden, wenn ich jemandem davon erzählte. Ich hörte Schüsse und dachte, dass das ganze Dorf überfallen wird. Einer der Soldaten vergewaltigte mich sechs Mal. Dann verlangte er von mir, dass ich ihn zu meinem Haus bringe. Im Dorf sah ich, dass die Häuser geplündert wurden…“

Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen werden im Kongo immer wieder als Kriegswaffe eingesetzt, um Gemeinschaften und Familien gezielt zu zerstören. Für diese Verbrechen sind sowohl Soldaten der Regierungsarmee und Polizisten als auch die verschiedenen Rebellengruppen verantwortlich. Durch unkontrollierte Waffenlieferungen an die kongolesische Regierung wird der Konflikt immer wieder angeheizt. Viele der Waffen landen durch Handel zwischen Regierungssoldaten und Rebellengruppen auf undurchsichtigen Wegen auch in den Händen der Rebellen.

Ein Kontrollvertrag für den internationalen Waffenhandel könnte dies verhindern!

Im vergangenen Jahr ist das Zustandekommen eines solchen Vertrags bei der UNO am Widerstand der USA gescheitert. Doch ab dem 18. März 2013 verhandeln die UNO-Mitgliedsstaaten erneut.

Mit Ihrer Teilnahme an unserer Online-Petition haben Sie US-Präsident Obama aufgefordert, bei der Konferenz in New York für einen Waffenkontrollvertrag zu stimmen.

Laden Sie am heutigen Weltfrauentag auch Ihre Freundinnen und Freunde dazu ein, sich an der Petition zu beteiligen! Hier klicken!

In den vergangenen Jahren wurde die kongolesische Regierung mit großen Mengen an Kleinwaffen, Munition, Tränengas, gepanzerten Fahrzeugen, Artilleriegeschossen und Granaten beliefert. Das Gros dieser Waffen stammt aus China und der Ukraine, aber auch aus Frankreich und den USA wurden Waffen in den Kongo geschickt. In den meisten von Amnesty untersuchten Fällen wurden die Waffenlieferungen von den zuständigen Regierungen genehmigt, obwohl das hohe Risiko bekannt war, dass sie für schwere Menschenrechtsverletzungen oder Kriegsverbrechen im Kongo verwendet werden können.

Auch in anderen Ländern nimmt Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu, weil Waffen billig und leicht zu bekommen sind.

In Armeen und bewaffneten Gruppen kämpfen weltweit mehr Männer als Frauen. Doch Frauen und Mädchen geraten in Kriegen zwischen die Fronten. Sie sterben im Kugelhagel. Sie werden mit Maschinengewehren im Anschlag vergewaltigt. Sie flüchten vor der Gewalt und harren monatelang in provisorischen Lagern aus.

Und wenn die Waffen schweigen? Dann sind Frauen auch zu Hause nicht sicher. Zurückkehrende Soldaten, oft traumatisiert und zur Brutalität „erzogen“, tragen Gewalt in die Familien hinein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Studien vorgelegt, wonach Gewalt in Kriegsgebieten auch nach dem Ende der Kämpfe weit verbreitet ist, unter anderem weil Gewalt „normal“ geworden ist und Waffen weit verbreitet sind. Etwa 60% aller Kleinwaffen befinden sich heute in den Händen von Zivilisten.

Amnesty setzt sich seit Jahren beharrlich für Kontrollen des internationalen Waffenhandels ein. Leider verhinderten die USA 2012 in letzter Minute eine Einigung. Deshalb richten wir unsere Forderungen insbesondere an die USA als weltweit größten Rüstungsexporteur.

Sagen Sie es weiter! Hier klicken!

Denn starke Kontrollen im weltweiten Waffenhandel schützen auch Frauen und Mädchen!


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