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Missachtung der Naturgesetze ist eine der häufigsten Unfallursachen.
Wer zu schnell in die Kurve fährt, fliegt raus. Wer sich auf dünnes
Eis wagt, der bricht ein. Und wer mit dem brennenden Streichholz
nachsehen will, wieviel Benzin noch im Tank ist, der fliegt, wenn er
Pech hat, in die Luft.
Die Naturgesetze gelten nicht nur für Einzelpersonen, sondern für die
gesamte Menschheit und sogar für das Weltall. Zweifelt jemand an
dieser Tatsache?
Anscheinend zweifelt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Er hat
sich zu Beginn der vergangenen Woche beim Energieministerrat in
Luxemburg gegen (seiner Ansicht nach) zu hohe Zielwerte beim Ausbau
der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Europa ausgesprochen.
"Wir brauchen einen Kompromiss, der verhindert, dass wir wieder ein
Ziel haben, das nicht erreicht werden kann", sagte Altmaier sinngemäß.
"Wir brauchen Ziele mit Augenmaß und wir brauchen Verständnis für
wirtschaftliche Zusammenhänge." Er hätte noch hinzufügen können: "Ihr
habt ja alle keine Ahnung". Aber das hat er als rhetorisch erfahrener
Politiker dann doch nicht gesagt.
Mit seinem Hinweis auf die wirtschaftlichen Zusammenhänge hat Altmaier
wohl kaum einen Hinweis auf die Abhängigkeit der Bundesregierung von
den Energiekonzernen geben wollen.
Als ehemaligem Umweltminister sind Altmaier auch die Risiken der
fossilen Energienutzung nicht unbekannt. Dennoch übergeht er sie
souverän in seinen Forderungen. So steht er in würdiger Nachfolge zu
denen, die früher die Titanic für unsinkbar hielten oder die
Kernenergie für sicher.
Diese Hybris, diese Ignoranz der Mächtigen gegenüber den Naturgesetzen
breitet sich immer weiter aus und treibt inzwischen die gesamte Welt
in die Klimakatastrophe.
Altmaier hat den Ausbau der Erneuerbaren Energien gebremst, wo er nur
konnte. Jetzt betonte er, anscheinend ohne jede Reue: "Wir haben
gerade einmal einen Anteil von 15 Prozent an Erneuerbaren in
Deutschland. Wenn wir jetzt ein Ziel setzen, das deutlich über 30
Prozent hinausgeht, bedeutet das, dass wir in zehn Jahren unseren
Anteil mehr als verdoppeln müssten".
Tatsächlich wäre nach Berechnung von Fachleuten für Energiefragen,
z.B. Prof. Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft
in Berlin, sogar noch erheblich mehr erforderlich - insbesondere beim
Ausbau der Stromspeicher. Aber selbst ein noch erheblich höheres Tempo
wäre mit den richtigen Markteinführungs-Anreizen noch durchaus
realistisch. Aber Altmaier will es eben einfach nicht! Basta!
Wie eingangs gesagt: Missachtung der Naturgesetze ist eine der
häufigsten Unfallursachen. Die naturwissenschaftlichen Konsequenzen
sind inzwischen zum Fürchten: Entweder die Welt schafft in kürzester
Zeit den Ausstieg aus den fossilen Energien oder sie wird für die meisten unbewohnbar.
PS. Professor Schellnhuber vom Potsdam Institut für
Klimafolgenforschung, der wohl bekannteste Klimaexperte in
Deutschland, hat angekündigt, als Naturwissenschaftler in der
Kohlekommission werde er geltend machen, dass ein Zögern beim
Kohleausstieg durch die Gesetze der Physik bestraft wird.
Eine der besten Karikaturen von Gerhard Mester zeigt, wie Altmaier als
Umweltminister sich seiner Aufgabe entzogen hat - in trautem Verein mit Angela Merkel.
https://www.sfv.de/artikel/warum_der_strom_immer_teurer_wird.htm
Diese Karikatur ist noch immer aktuell. Von Harm Bengen
Cartoon "Herr Altmaier, würden Sie mir bitte aus der Sonne gehen?!"
Quelle: https://www.harmbengen.de