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Was wir wollen: Positiven Frieden vorwärts bringen und paziwiefe Kultur schaffen. "Give peace a chance" - "La paix est votre chance" - "Si vis pacem, para pacem" - "Paco estas (via) ŝanco" - "Viva pacisma politiko"

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»Probeliegen« beim »Tag der Bundeswehr«

In 16 deutschen Städten veranstalteten die Streitkräfte am Samstag zum
vierten Mal den »Tag der Bundeswehr«. Die DFG-VK kommentierte am
Sonntag in einer Pressemitteilung die Protestaktionen gegen das
militaristische Spektakel:

»Wir sind zufrieden mit den Aktionen, die stattfanden«, resümiert Ralf
Buchterkirchen. Der Bundessprecher der »Deutschen Friedensgesellschaft
– Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen« (DFG-VK) hat die bundesweiten
Proteste gegen den »Tag der Bundeswehr« mitkoordiniert und war selbst
in Wunstorf bei Hannover aktiv: »Nach unseren Informationen kamen nur
halb so viele Menschen zu der Bundeswehr-Werbeveranstaltung im
Fliegerhorst Wunstorf wie von der Armee erwartet.« Man habe mit
Flugblättern viele Menschen kritisch informieren können und auch auf
dem Kasernengelände fanden Protestaktionen mit Transparenten statt – so
wie an fast allen der 16 »Tag der Bundeswehr«-Standorte.

Am Eingang der »Führungsakademie der Bundeswehr« in Hamburg konnten
Besucherinnen und Besucher in einem Sarg »probeliegen«. In Appen in
Schleswig-Holstein störten Aktive vom »Jugendnetzwerk für politische
Aktionen« (Junepa) eine Vorführung der Bundeswehr mit einem
Transparent: »Ihr übt Krieg, wir üben Frieden.« Im bayerischen Murnau
wurden die Besucherinnen und Besucher des »Tags der Bundeswehr« von
einem fünf Meter hohen zerbrochenen Gewehr begrüßt. Und in Bonn
irritierten die »Unicorns against Uniforms«, ein Dutzend
Friedensaktivistinnen und -aktivisten in Einhornkostümen, die Armee.
Auch in Flensburg, Dresden, Rostock, Ingolstadt, Mannheim und weiteren
Städten fanden militärkritische Aktionen statt. »Es ist dringend
notwendig, dass sich viele Menschen gegen die aktuelle Aufrüstung der
Bundeswehr engagieren«, appelliert Buchterkirchen.

www. dfg-vk.de

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/333927.probeliegen-beim-tag-der-bundeswehr.html

--

»Soldat ist kein Beruf wie jeder andere«

»Tag der Bundeswehr«: Am kommenden Sonnabend wird bundesweit fürs Sterben
geworben. Ein Gespräch mit Felix Oekentorp


Interview: Markus Bernhardt

Spiel, Spaß und Spannung: Die Bundeswehr will sich als hipper
Arbeitgeber präsentieren - vom Anheuern beim Werbefest bis zur
Rückreise aus Afghanistan im Zinksarg
Foto: Maurizio Gambarini/dpa

An über 16 Standorten will die deutsche Armee am kommenden Sonnabend
den diesjährigen »Tag der Bundeswehr« begehen. Die Deutsche
Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner- und Gegnerinnen
(DFG-VK) ruft zu Protesten dagegen auf. Warum?

Events wie der »Tag der Bundeswehr« sind der Versuch, uns von der
deutschen Militärpolitik zu überzeugen und Kriegsstimmung zu
verbreiten. Für ihre Kriegseinsätze braucht die Bundeswehr mehr
Soldatinnen und Soldaten, deshalb rekrutiert die Armee mit immer
skrupelloseren Mitteln. Dabei macht sie jungen Menschen Versprechungen,
von denen sie weiß, dass sie diese später nicht einhalten kann. Von
gefährlichen Einsätzen, verletzten und toten Soldaten sowie der
verpflichtenden Teilnahme an Auslandseinsätzen ist in der Armeewerbung
keine Rede. Das würde sicher auch nicht zur Feierstimmung passen. Denn
der Dienst in der Bundeswehr ist eben kein Volksfest.

Es ist doch eigentlich schon lange Alltag, dass die Bundeswehr
öffentlich und auch in Schulen und Berufsinformationszentren für sich
wirbt.

Das ist wohl wahr. Ich sehe das mit einem weinenden und einem lachenden
Auge. Einerseits finde ich es unerträglich, dass jungen Menschen – auch
Minderjährigen unter Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention – der
Eindruck vermittelt wird, es sei eine spannende Herausforderung, sich
in Uniform zum Töten ausbilden zu lassen. Andererseits weiß ich, dass
sich weit weniger junge Menschen rekrutieren lassen, als es das
Kriegsministerium geplant hat – und selbst von denen, die angeworben
werden, beenden viele ihre Zeit bei der Bundeswehr vorzeitig.

Warum können Sie eigentlich nicht akzeptieren, dass es junge Menschen
gibt, die sich aus freien Stücken entscheiden, Soldat werden zu wollen?

Soldat ist kein Beruf wie jeder andere. Im Soldatenberuf geht es ums
Töten und Sterben, um Gewalt und Zerstörung. So wie ich Gewalt von
Mördern und anderen Straftätern nicht akzeptiere, so kann und will ich
auch den Soldatenberuf nicht gutheißen. Nur weil das eine verboten ist,
das andere aber staatlich gefördert wird, ist letzteres doch um keinen
Deut besser.

Die Bundeswehr hat ihre PR-Strategie deutlich modernisiert und
verbessert. So wurde das Bild einer reaktionären und angestaubten Armee
abgelöst von abenteuerlustigen Soldaten, die auf Youtube oder in
anderen sozialen Medien für die Bundeswehr werben. Kann die
Friedensbewegung, die oftmals von betagten Aktivisten getragen wird, da
überhaupt noch mithalten?

Es ist richtig, dass die Bundeswehr sich professionelle Unterstützung
von Werbeagenturen leistet, die ihr Image aufpolieren. Das muss ich mit
meinen Steuern auch noch mitfinanzieren. Unser Widerstand dagegen ist
einer von Menschen mit klarer Haltung und fester Überzeugung. Das ist
durch keine noch so moderne Imagekampagne zu überbieten. Wir hatten im
Mai die Bundeswehr bei drei Messen in Bochum, und jedes Mal wurden
unsere Flyer vom Messepublikum gerne genommen und gelesen.

Sie persönlich nehmen am kommenden Sonnabend nicht an den Protesten
gegen den »Tag der Bundeswehr« teil, sondern an der von der Vereinigung
der Verfolgten des Naziregimes veranstalteten Landeskonferenz
antifaschistischer Initiativen. Wird die zunehmende Militarisierung der
deutschen Politik dort auch Thema sein?

Antifaschismus und Frieden sind zwei Seiten der gleichen Medaille, und
so ist es für die DFG-VK selbstverständlich, bei einer
antifaschistischen Landeskonferenz aktiv mitzumachen. Ich bin dort
verantwortlich für den Workshop »Krieg, Verfolgung und Flucht« – da
geht es natürlich um die äußere Militarisierung und deren Folgen. Viele
meiner Mitstreiter werden aber aktiv und kritisch die Auftritte der
Bundeswehr begleiten.

Felix Oekentorp ist Landessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft –
Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG- VK) in Nordrhein-Westfalen und
Sprecher des Ostermarsches Rhein-Ruhr

--

Die DFG-VK kündigt Protest gegen Tag der Bundeswehr am Fliegerhorst
Wunstorf an:

Anlässlich des »Tages der Bundeswehr« in Wunstorf rufen Deutsche
Friedensgesellschaft- Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)
Hannover und Friedensbüro Hannover zu Protesten gegen das
Militärspektakel auf. Dazu erklären die Sprecher der DFG-VK, Ralf
Buchterkirchen und Brunhild-Müller-Reiß: »Am 9. Juni feiert die
Bundeswehr zum vierten Mal den ›Tag der Bundeswehr‹. Mit hohem
finanziellen und personellen Aufwand versucht sie ihr Image zu
verbessern und Technikbegeisterung auszunutzen, um neue Soldatinnen und
Soldaten zu gewinnen. Dagegen wenden wir uns. Krieg ist kein Spiel,
keine Hochglanzbroschüre.

Die Bundeswehr ist immer häufiger militärisch im Ausland aktiv: Von
Afghanistan über Syrien bis nach Mali. Dabei geht es darum, »deutsche«
Interessen mit Waffengewalt durchzusetzen. Events wie der »Tag der
Bundeswehr« sind der Versuch, uns von der deutschen Militärpolitik zu
überzeugen und Kriegsstimmung zu verbreiten. Da für die Kriegseinsätze
zudem mehr Soldatinnen und Soldaten verheizt werden, wirbt die Armee
mit immer skrupelloseren Mitteln neue Rekrutinnen und Rekruten. Dabei
macht sie jungen Menschen Versprechungen, die sie später nicht
einhalten kann. Von gefährlichen Kriegseinsätzen, verletzten und toten
Soldatinnen oder Soldaten sowie der verpflichtenden Teilnahme an
Auslandseinsätzen ist in der Armee-Werbung keine Rede. Das würde sicher
auch nicht zur Feststimmung passen. Denn die Bundeswehr ist eben kein
Volksfest!

Wir laden ein, mit uns am 9. Juni ab 10 Uhr vor dem Bahnhof in Wunstorf
und am Eingang zum Fliegerhorst mit Mahnwachen gegen diese Form der
Rekrutierung protestieren. Damit reihen wir uns in bundesweite Proteste
lokaler Friedensgruppen ein, die an fast allen der 16 von der
Bundeswehr ausgewählten Standorte, sich gegen deren Selbstdarstellung
wenden.

 

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