Generalstabschef Mullen stimmt auf steigende Opferzahlen ein.
Pentagon-Chef Gates kritisiert Kriegsablehnung
Die Zahl der in Afghanistan getöteten US-Soldaten hat laut einer
unabhängigen Internetseite die Marke von 1000 erreicht. In diesem Jahr
seien dort 54 US-Soldaten gestorben, hieß es am Dienstag auf
<www.icasualties.org> . Im Jahr 2009, dem verlustreichsten seit dem Beginn der
US-Invasion 2001, wurden demnach 316 US-Soldaten getötet – doppelt
soviele wie im Jahr zuvor. US-Generalstabschef Mike Mullen sagte
Reportern, im Zusammenhang mit der derzeitigen Großoffensive
US-geführter Truppen gegen die Taliban im Süden Afghanistans müsse mit
harten Kämpfen und steigenden Opferzahlen gerechnet werden. Detaillierte
Angaben über die Zahl getöteter Afghanen liegen nicht vor.
Der Kommandierende der NATO-Streitkräfte in Afghanistan, US-General
Stanley McChrystal, hat sich nach dem Tod von 27 Afghanen durch einen
Luftangriff am Sonntag mit der Bitte um Verzeihung direkt an die
Bevölkerung gewandt. In einer vom afghanischen Fernsehen ausgestrahlten
Videobotschaft äußerte sich der US-General am Dienstag »zutiefst betrübt
über den tragischen Verlust unschuldigen Lebens«.
Pentagon-Chef Robert Gates kritisierte derweil die in Europa verbreitete
Ablehnung von Kriegseinsätzen als Schwäche. Diese Einstellung behindere
das Bemühen der NATO um »echte Sicherheit und dauerhaften Frieden im 21.
Jahrhundert«, erklärte er am Dienstag in einer Debatte zum künftigen
strategischen Konzept des Militärpakts. »Echte oder vermeintliche
Schwäche« könnte die Gegner der westlichen Welt zu »Fehlkalkulationen
und Aggressionen« verleiten, warnte der US-Verteidigungsminister. Zudem
investierten viele europäische Länder zu wenig Geld in ihre Streitkräfte
und deren Ausrüstung. »Die Entmilitarisierung Europas, wo weite Teile
der Bevölkerung und der politischen Klasse militärischer Gewalt und den
damit verbundenen Risiken abgeneigt sind, hat sich von einem Segen im
20. Jahrhundert zu einem Hindernis für das Bemühen um echte Sicherheit
und Frieden im 21. Jahrhundert entwickelt.« (AFP/apn/jW)
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