Was wir wollen: Positiven Frieden vorwärts bringen und paziwiefe Kultur schaffen. "Give peace a chance" - "La paix est votre chance" - "Si vis pacem, para pacem" - "Paco estas (via) ŝanco" - "Viva pacisma politiko"
Mit mehr als 160 Teilnehmern war die Arbeitstagung am Wochenende in Hannover ausgesprochen gut besucht.
Im Mittelpunkt stand die Analyse der aktuellen Situation in der Region. Dabei wurde deutlich, daß die Aussage der ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann: »Nichts ist gut in Afghanistan« nichts an Realitätsbezug verloren hat. Krieg ist Zerstörung und Unterdrückung sowie Gewalt gerade auch gegen Frauen. Von Demokratie und Menschenrechten ist das Land weit entfernt. Der Krieg stabilisiert verkommene und korrupte Machtstrukturen. Das unermüdliche Wirken entwicklungspolitischer Gruppierungen schafft Linderung und Hilfe in Einzelfällen, löst aber keine strukturellen Probleme.
Für die Friedensbewegung bleibt die Forderung nach Abzug der Besatzungstruppen zentral. Dies steht nicht im Gegensatz zu einer Fortsetzung ziviler Hilfe entsprechend den Wünschen einer künftigen demokratisch legitimierten afghanischen Regierung.
Friedensbewegung und entwicklungspolitische Gruppierungen lehnen gleichermaßen die »Unterordnung des Zivilen unter das Militärische« ab. Kritik gab es an der »Einseitigkeit« der Abzugsforderung der Antikriegsaktivisten wie auch an der tatsächlichen oder vermeintlichen Einbindung von NGOs in ein »kriegerisches System«. Mehr gegenseitiges Verständnis für das Wirken der anderen ist sicher auch für die Zukunft notwendig.
Die Veranstaltung war aber deutlich mehr als ein Problemaufriß – die Perspektive gemeinsamen Wirkens für Gerechtigkeit, besonders auch für die Realisierung von Frauenrechten und einer ökonomisch eigenständigen Entwicklung prägten die Diskussion in den Arbeitsgruppen. Betont wurde die Notwendigkeit der Stärkung der Zivilgesellschaft, der Reform- und Oppositionskräfte in Afghanistan.
Die Zusammenarbeit soll auf der Basis eines gemeinsam erarbeiteten Diskussionspapiers fortgesetzt werden. Zentrale Forderungen sind ein sofortiger Waffenstillstand und die Stärkung der Zivilgesellschaft in Afghanistan. Im Schlußplenum wurde u.a. eine Kooperation von VENRO und Friedensbewegung im Umfeld des für November geplanten Treffens zum zehnjährigen Jubiläum der Petersberger Afghanistan-Konferenz in Bonn vereinbart.
* Der Autor war für die Kooperation für den Frieden an der Vorbereitung der Konferenz beteiligt.
Quelle: http://www.jungewelt.de/2011/02-21/025.php
siehe auch FR-Kommentar: Das Verschwinden des Krieges