Overblog Alle Blogs Top-Blogs Politik
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Was wir wollen: Positiven Frieden vorwärts bringen und paziwiefe Kultur schaffen. "Give peace a chance" - "La paix est votre chance" - "Si vis pacem, para pacem" - "Paco estas (via) ŝanco" - "Viva pacisma politiko"

Werbung

Die Arabische Liga hat dem UN-Sicherheitsrat eine Resolution zu einem Flugverbot über Libyen vorgelegt.

Die Avaaz-Gemeinschaft ist der Gewaltlosigkeit zutiefst verpflichtet, aber das Durchsetzen einer Flugverbotszone, damit Gaddafis Kampfhubschrauber am Boden bleiben, ist einer jener Fälle, bei der eine UN-gestützte Militäraktion unumgänglich scheint.

Diskutieren sie mit !  Soll der UN-Sicherheitsrat der Resolution der Arabischen Liga zustimmen ? Lesen Sie auch den Beitrag Libyen Stop ! Erst denken  - und dann nicht schießen. (s.u.)

Avaaz dazu weiter: Wir haben gejubelt, als die Menschen in Libyen aufgestanden sind, und nun, in ihrer dunkelsten Stunde können wir – dürfen wir – ihren Hilferuf nicht ignorieren.

Die Vereinten Nationen sind gespalten, doch die Meinungen ändern sich schnell – China, Russland und Deutschland argumentieren dagegen, die Arabische Liga, die Organisation der Islamische Konferenz, Großbritannien und Frankreich sind dafür, die USA und Indien sind unentschlossen. Dies ist keine Ost-West-Debatte alten Stils, noch ist es, wie einige befürchten, ein Öl-Grapsch-Komplott. Libyens Provisorische Rat, den Frankreich als Libyens legitime Regierung anerkennt, bittet verzweifelt um eine Flugverbotszone und internationale Unterstützung. Doch mit jedem Tag, der verstreicht, wächst die Gefahr, dass jede Hilfe zu spät kommt.

Eine Flugverbotszone allein ist keine Wunderwaffe – es müsste von noch strengeren gezielten Sanktionen begleitet sein, dem Einfrieren von Vermögen, der Störung von Gaddafis zu Gewalt anstiftenden Sendungen. Außerdem müssten weitere Länder Libyens Provisorischen Rat noch stärker diplomatisch anerkennen. Doch selbst mit all diesem würde es unter Umständen noch nicht genügen. Doch all jene, die gegen ein massives Handeln sind, müssen sich, wo Zehntausende Leben auf dem Spiel stehen, fragen, ob sie bereit sind, zur Untätigkeit aufzurufen.

Völkerrecht und UN-Sicherheitsrat sagen klar, dass, wenn massenhaft Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt werden, die internationale Gemeinschaft die Verpflichtung hat, die Menschen vor diesen Verbrechen zu schützen, selbst wenn der Angreifer ihre eigene Regierung ist. Obwohl wir das volle Ausmaß von Gaddafis Verbrechen noch nicht kennen, dürfen wir nicht wegschauen. Klicken Sie auf den folgenden Link, um eine Dringlichkeits-Nachricht an die Delegierten des UN-Sicherheitsrat zu schicken:

http://www.avaaz.org/de/libya_no_fly_zone_3/?vl

Im besten Fall reagiert Gaddafi auf die UN-Resolution über ein Flugverbot und stellt seine Luftangriffe ein. Tut er dies nicht, würde das Durchsetzen eines Flugverbots Militärschläge gegen seine Kämpfer erfordern, und möglicherweise Luftangriffe auf Gaddafis Flugabwehr-Raketensystem. Es besteht die Gefahr, dass eine Flugverbotszone zu verstärktem internationalen militärischen Engagement in Libyen führen könnte.

Während die Welt (und Avaaz) in starken Maße gegen George W. Bush's Irakkrieg war, und wir uns an zahlreichen Orten für friedliche Lösungen eingesetzt haben, dies ist nicht Irak. Wenn wir nicht bald handeln, könnte Libyen eher wie Darfur aussehen, mit massiven Verbrechen gegen die Menschlichkeit, verübt gegen ganze Gemeinschaften von Menschen. Das Gaddafi-Regime kann auf eine lange Geschichte von Folter, Massaker an seinem eigenen Volk und Unterstützung des internationalen Terrorismus zurückblicken. Und das libysche Volk ist vereint gegen Gaddafis Truppen – selbst seine eigene Sippschaft und seine Heimatstadt haben sich von seinem Handeln distanziert.

Die Situation in Libyen – und die Reaktion der Welt darauf – ist komplex, mit vielen verschiedenen Handelnden und Absichten, und die Zukunft eines Libyens nach Gaddafi bleibt unklar. Obwohl diese Komplexität uns diktiert, bei unserem Handeln Vorsicht walten zu lassen – zum Wohle von Zehntausenden libyschen Menschen können, und dürfen, wir nicht untätig bleiben. Treffen wir die bestmögliche Wahl und handeln – jetzt.

Voller Hoffnung,
Stephanie, Ricken, Ben, Alice, Graziela, Benjamin, Rewan, Pascal und das ganze Avaaz-Team

Quellen:

Ghadhafi nutz diplomatisches Tauziehen für Luftangriffe, SF DRS
http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/international/250652.ghadhafi-nutz-diplomatisches-tauziehen-fuer-luftangriffe.html

Gaddafi-Truppen fliegen erneut Luftangriffe im Osten Libyens, Reuters
http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE72E0AO20110315

Libyens Regime will nach Benghasi vorrücken, NZZ
http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/libyen_kaempfe_1.9914523.html

Libyen-Resolution soll Blutvergießen stoppen, Deutsche Welle
http://www.dw-world.de/dw/article/0,,14913396,00.html

Libyen rüstet sich für Entscheidungsschlacht, Reuters
http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE72F06320110316

Arabische Liga verlangt Flugverbot über Libyen, Spiegel
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,750582,00.html

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post
M
<br /> Selbst wer geglaubt hatte, mit der Einrichtung einer Flugverbotszone<br /> unblutig und in kurzer Zeit Angriffe auf die libysche Zivilbevölkerung<br /> verhindern zu können, muss sich bitter getäuscht fühlen.<br /> <br /> Nicht nur, dass Massenbombardements mit US-Marschflugkörpern und aus<br /> Tarnkappenbombern Schäden unter der libyschen Zivilbevölkerung<br /> anrichten, nein, sie führen auch zur Ausweitung und Intensivierung<br /> militärischer Aktionen der Angegriffenen. Das vorgebliche Ziel der<br /> alliierten Invasoren, einen Waffenstillstand zwischen den libyschen<br /> Konfliktparteien herbeibomben zu wollen, ist schon im Ansatz gescheitert.<br /> <br /> Eines ist jetzt schon sicher: Die Fortsetzung der westlichen<br /> Bombenangriffe wird den Blutzoll in Libyen weiter steigern. Hinzu kommt,<br /> dass der Konflikt nicht aus der Luft entschieden wird, sondern am Boden.<br /> Wir fragen: Wo liegt die Grenze des westlichen Kriegseinsatzes? Bisher<br /> ist der Einsatz von Bodentruppen durch die UN-Resolution 1973 (2011)<br /> ausgeschlossen. Auch die US-Regierung schließt einen Einsatz von<br /> Bodentruppen aus. Wie lange noch? Was ist, wenn es Gaddafis Truppen<br /> gelingt, nach Benghasi einzudringen? Werden dann westliche Bomben auf<br /> Benghasi gelenkt? Werden westliche Truppen in Benghasi eingesetzt? Was<br /> geschieht im umgekehrten Fall, wenn sich die Aufständischen mit Hilfe<br /> der westlichen Luftwaffe durchsetzen sollten? Wird dann spätestens vor<br /> den Toren der Hauptstadt Tripolis durch westliche Truppen dem Vormarsch<br /> der Aufständischen Einhalt geboten, weil die Zivilbevölkerung in der<br /> Hauptstadt geschützt werden muss?<br /> <br /> Alle diese Fragen sind unbeantwortet, müssen aber beantwortet werden,<br /> denn das Ende einer Militärintervention müsste von Anfang an mitbedacht<br /> werden. Es sei denn, man legt es tatsächlich darauf an, sich in Libyen<br /> festzusetzen. Dieser Verdacht drängt sich förmlich auf. Von Anfang an<br /> scheint Regime-Change wie in Afghanistan und im Irak das wahre Ziel des<br /> Westens zu sein.<br /> <br /> Denn der Nutzen eines Regime-Change wäre beträchtlich. Es winkt der<br /> uneingeschränkte Zugriff auf die Erdöl- und Erdgasressourcen Libyens.<br /> Das libysche Öl, die größten Vorkommen Afrikas, haben einen derzeitigen<br /> Marktwert von rund 5 Billionen, das Gas von etwa 500 Mrd. Dollar. Mehr<br /> noch: Nach einem Regime-Change könnten westliche Mächte wieder<br /> Militärbasen einrichten. Das würde den Status Libyens vor 1969 zu Zeiten<br /> König Idris wieder herstellen, dessen Stamm der Senussis heute zu den<br /> Aufständischen zählt.<br /> <br /> Alt bekannte Lügenmuster über angebliche Massenvernichtungswaffen in<br /> Diktatorhand machen schon wieder die Runde. Jüngste Meldungen in<br /> US-Medien, wonach sich westliche Stellen besorgt darüber zeigen, dass<br /> das Gaddafi-Regime Senfgasbestände gegen die eigene Bevölkerung<br /> einsetzen könnte, gehören in diese Kategorie. Etwa 600 km von Tripolis<br /> entfernt lagern knapp 10 Tonnen Senfgas in Fässern, um sie unter<br /> Aufsicht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) durch<br /> Verbrennung zu vernichten. Libyen hat bereits im Jahr 2004 sämtliche<br /> 3.300 Bomben zerstört, in denen es eingesetzt werden könnte. Senfgas auf<br /> andere Art und Weise zu transportieren ist extrem schwierig. Die<br /> aktuelle Erwähnung der libyschen Massenvernichtungswaffen von<br /> interessierter Seite soll einen Kriegsgrund nachliefern. Er ist an den<br /> Haaren herbeigezogen.<br /> <br /> Während die Arabische Liga, Russland und China ihr Bedauern über den<br /> brutalen westlichen Kriegseinsatz in Libyen zum Ausdruck gebracht haben,<br /> suchen wir diese Reaktion von der deutschen Regierung, die sich wie die<br /> beiden Vetomächte der Stimme im UN-Sicherheitsrat enthalten hatte,<br /> vergeblich. Zwar hat die Bundesregierung ihre berechtigte Skepsis<br /> gegenüber dem Erfolg des westlichen Krieges unterstrichen, aber ihre<br /> Handlungen unterstützen genau diesen Krieg.<br /> <br /> Die Bundesregierung hat sämtlichen NATO-Beschlüssen zugestimmt, hat der<br /> US-Regierung die uneingeschränkte Nutzung ihrer Militärbasen in<br /> Deutschland gestattet und lässt es zu, dass das US-Kommando für Afrika<br /> (AFRICOM) in Möhringen bei Stuttgart den Angriff der USA auf Libyen<br /> koordiniert. Das Verhalten der Bundesregierung ist nicht nur<br /> doppelzüngig, sondern verlogen.<br /> <br /> Mit ihrem überflüssigen Angebot Bundeswehrsoldaten für AWACS-Maschinen<br /> der NATO im Afghanistankrieg als Kompensation für deren Einsatz im<br /> Libyen-Krieg zur Verfügung zu stellen, weitet die Bundesregierung ihre<br /> Verstrickung in den Afghanistankrieg aus. Wochen zuvor noch hatte sie<br /> Anfragen der USA vehement abgelehnt. Denn diese Einsatzerweiterung<br /> wollte damals partout nicht zu ihrer Rhetorik des angeblichen Abzugs aus<br /> Afghanistan passen. Überflüssig ist dieses deutsche Angebot deshalb,<br /> weil allein die USA über 42 AWACS-Maschinen verfügt, die längst nicht<br /> alle im Einsatz sind.<br /> <br /> Der Bundesausschuss Friedensratschlag fordert mit allem Nachdruck,<br /> - die Angriffe westlicher Staaten auf Libyen unverzüglich einzustellen und<br /> - neutrale internationale Vermittler zu bestellen, die am ehesten von<br /> der Afrikanischen Union kommen könnten, um die Konfliktparteien in<br /> Libyen zu einer unverzüglichen Waffenruhe zu bewegen; die Waffenruhe<br /> könnte durch die Afrikanische Union überwacht werden.<br /> <br /> Von der Bundesregierung verlangen wir, sich der Distanzierung vom Krieg,<br /> wie es die Arabische Liga, Russland und China getan haben, anzuschließen<br /> und den USA die Nutzung der Militärbasen und Militäreinrichtungen in<br /> Deutschland zu untersagen.<br /> <br /> Den Bundestag fordern wir auf, den AWACS-Einsatz im Afghanistankrieg mit<br /> deutschen Soldaten abzulehnen.<br /> <br /> Der Bundesausschuss Friedensratschlag unterstützt die Aktivitäten der<br /> Friedensbewegung, die sich in den kommenden Tagen überall im Lande für<br /> ein sofortiges Ende des westlichen Angriffs auf Libyen einsetzen.<br /> <br /> Lühr Henken, (Berlin)<br /> Peter Strutynski (Kassel)<br /> <br /> <br />
Antworten