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Was wir wollen: Positiven Frieden vorwärts bringen und paziwiefe Kultur schaffen. "Give peace a chance" - "La paix est votre chance" - "Si vis pacem, para pacem" - "Paco estas (via) ŝanco" - "Viva pacisma politiko"

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Licht in das Dickicht des Lobbyismus

Das Projekt [extern] Lobbypedia geht heute online. Laut Eigendefinition ist das Projekt ein unabhängiges, lobbykritisches Online-Lexikon. Herr Wigand, was darf sich die Netzgemeinde konkret darunter vorstellen?

Elmar Wigand: Die Tagline von Lobbypedia ist "Geld - Macht - Politik". Lobbypedia ist ein Medium, das auf der selben Software wie die Wikipedia basiert, das in der Startphase allerdings redaktionell betreut wird. Wir haben formal ähnliche Beiträge wie die Wikipedia, aber mit einem kritischeren Blick und richten unseren Fokus auf die Verflechtungen von Geld, Macht und Politik. Das ist natürlich ein weites Feld. Wir versuchen daher, dieses Feld häppchenweise zu erschließen. Dafür haben wir zunächst drei Themenportale, Bau- und Immobilienlobby und Stuttgart 21, Finanzlobby und Seitenwechsler aufgestellt, die wir nun relativ umfassend erschließen wollen. Wir hoffen, dass wir im nächsten halben Jahr bei den für uns wichtigen Themen bei Google in die Top 10 kommen, wie es beispielsweise unsere britischen Kollegen von powerbase.info geschafft haben. Wir sind nicht Wikileaks und es ist sicher keine große Sensation, was wir hier präsentieren. Aber wir bemühen uns, eine Chronologie [eher: ein kritisches Gedächtnis?] zu erstellen, in der der Nutzer auch Informationen findet, auf die er woanders nicht ohne weiteres stößt.

Können Sie das anhand eines Beispiels näher erläutern?

Elmar Wigand: Ich habe beispielsweise gestern einen Artikel aus dem Handelsblatt aus dem Jahr 2003 verarbeitet, aus dem hervorgeht, dass damals schon Josef Ackermann Gerhard Schröder und Wolfgang Clement um die Einrichtung einer Bad Bank gebeten hat, da er fürchtete, dass den deutschen Finanzinstituten der Laden bald um die Ohren fliegt. Das fand ich sehr interessant, da diese Informationen in der breiten Öffentlichkeit erst Jahre später - nach dem Finanzcrash - diskutiert wurden und das Bad-Bank-System erst mit dem Zusammenbruch der Hypo Real Estate von denselben Leuten neu angestoßen wurde. Solche Informationen wird man in der Lobbypedia finden. Damit soll die Seite auch ein Langzeitgedächtnis gegen die Amnesie der Mediengesellschaft sein.

Welche Zielgruppe hat die Lobbypedia im Visier? Eher den mündigen onlineaffinen Bürger oder eher geschlossene Gruppen, wie beispielsweise Journalisten, die dann bei ihren Recherchen auf die Lobbypedia zurückgreifen können?

Elmar Wigand: Beide Gruppen überschneiden sich ja zusehends, z.B. in Form von Bloggern. Da werden mündige Bürger zu Journalisten. Wir haben sehr viele Journalistenanfragen und arbeiten auch mitunter sehr gut mit ihnen zusammen. Aber oft werden wir auch von einigen Journalisten als eine Art ausgelagerte Rechercheabteilung benutzt, da sie aufgrund des Kapazitätsmangels und der Arbeitsfülle keine eigenen Rechercheschritte mehr unternehmen können. Andererseits könnten wir uns natürlich auch vorstellen, von Journalisten Informationen für die Lobbypedia zu erhalten und sie damit zur Mitarbeit anzuregen. Wir kriegen aber auch Unterstützung von mündigen Bürgern. Das kann man gut am Beispiel Stuttgart 21 sehen. ...

Vollständiges Interview und Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33567/1.html

 

 

LobbyControl-Newsletter zum Start der Lobbypedia
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... ist unser Projekt Lobbypedia online gegangen: www.lobbypedia.de. Der Erfolg war überwältigend. Das Thema Lobbyismus brennt den Menschen mehr denn je unter den Nägeln – und es gibt ein großes Bedürfnis nach systematischer Information über Lobbyisten und ihre Netzwerke. Mit der Lobbypedia haben wir damit ins Schwarze getroffen.

Wir sehen die große Resonanz als Herausforderung, bzw. als Aufforderung, dieses Medium sinnvoll aufzubauen und weiter zu entwickeln. Dabei brauchen wir Ihre Hilfe:

* Durch Hinweise und Mitarbeit

* Durch finanzielle Unterstützung – mit einer Spende:
http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php/unterstutzen/spenden/
oder langfristig als Förderer/in:
https://www.lobbycontrol.de/foerdermitglied/

Der Spiegel-Autor Christian Teevs hat gestern auf Spiegel-Online
kritische Anmerkungen veröffentlicht, die ihre Berechtigung haben:

"Hier steckt allerdings schon das größte Problem der Web-Seite:
Angesichts der großen Ankündigung, Missstände aufdecken zu wollen und
das 'Geflecht von Geld, Macht und Politik durchleuchten' zu wollen,
stellt sich die Frage, wie ein gemeinnütziger Verein mit vier
Mitarbeitern diesem Anspruch gerecht werden will. 'Wir setzen auf
ehrenamtliche Helfer', sagt Projektleiter Elmar Wigand, der die
Redaktion aufbauen soll."

Tatsächlich braucht die Lobbypedia zwei Dinge: freiwillige Autor/innen
und eine solide Finanzierung. Denn wenn sie in Zukunft professsionell,
seriös und ansprechend gestaltet werden soll, werden wir auch nach der
Aufbauphase weiterhin mindestens eine hauptamtliche Stelle brauchen, um
die ehrenamtliche Mitarbeit zu koordinieren und die Beiträge
redaktionell zu betreuen.

Ein neuer größerer Server war bereits gestern fällig. Hinter den
Kulissen wurde fieberhaft gearbeitet. Jetzt sind wir mit 4 GB
Arbeitsspeicher am Start und können in Spitzenzeiten auf 10 GB hoch
schalten. Damit dürften dann auch bis zu 40.000 Anfragen pro Stunde, die
wir gestern erreicht haben, abgefedert werden.

Am Tag eins nach der Online-Geburt sind wir erschöpft, aber wir freuen
uns auch sehr. Wir hoffen, dass Sie unsere Freude teilen, die Lobbypedia
rege nutzen und und bei ihrer langfristigen Entwicklung unterstützen.

Mit herzlichen Grüßen
Elmar Wigand / Projektleiter Lobbypedia

PS:
Die frisch geborene Lobbypedia braucht Freundinnen und Freunde.
Helfen Sie ihr, groß und stark zu werden - mit Ihrer Fördermitgliedschaft: https://www.lobbycontrol.de/foerdermitglied/


+ + + + + + +

Presseartikel zum Start der Lobbypedia:

Spiegel-Online:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,725741,00.html

telepolis (langes Interview):
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33567/1.html

Der Freitag: http://www.freitag.de/politik/1043-lobbypedia

Zeit:
http://blog.zeit.de/open-data/2010/10/28/lobbypedia-lobbyismus-transparenz/

taz:
http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/lexikon-netzwerk-gegen-lobby-netzwerke/


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Dieser Newsletter wird herausgegeben von
LobbyControl - Initiative für Transparenz und Demokratie e.V.
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50676 Köln
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