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Banker und Ex-Zentralbanker für Vollgeld

Neuigkeiten und Termine für alle, die sich für das Thema Finanzordnung und die Vollgeldreform interessieren.

Der berühmte amerikanische Ökonom Irving Fisher schrieb schon 1935: "Für die Banken wäre es viel besser, wenn sie die von ihnen "usurpierte" Zuständigkeit zur Geldproduktion [...] wieder aufgeben und sich auf ihr eigentliches Bankgeschäft konzentrieren würden. Dieses Geschäft würde dann nicht mehr durch größtenteils von Banken selbst erzeugte Booms und Depressionen beeinflusst und behindert". 

(Irving Fisher: 100%-Geld, S. 131, deutsche Übersetzung im Verlag für Sozialökonomie)
Er fand damals auch zahlreiche Banken, die seinen Vorschlag unterstützten, die Kompetenz zur Geldschöpfung auf die öffentliche Hand zu übertragen. In diesem Sinne gibt es jetzt erfreulicherweise folgende Meldung:


Erste Schweizer Bank für Vollgeld


Im Zuge der Debatten um das Schweizer Vollgeld-Referendum am 10. Juni 2018 hat sich jetzt erstmals eine kleine Schweizer Bank für Vollgeld ausgesprochen: Die Freie Gemeinschaftsbank in Basel. Die Genossenschaftsbank hat bereits zuvor ihre Kunden und Mitglieder vorbildlich über die Funktionsweise des Geldsystems informiert. In der Kundenzeitschrift "Transparenz" vom März 2018 (S. 22-23) schreibt Jean-Marc Decressonnière, Mitglied der Geschäftsleitung, nun zur Vollgeld-Initiative:

"Ein großes Verdienst der Initiative ist es, dass sie uns mit der kritischen Bestandsaufnahme und gedanklichen Durchdringung des herrschenden Geldsystems von der Blindheit befreit hat, mit der wir bis anhin – ebenso wie die allermeisten anderen Banken – geschlagen waren in Bezug auf die Prozesse der Geldschöpfung und Geldvernichtung, in die wir als Geschäftsbank involviert sind. Zum anderen zeigt die Vollgeldreform die Perspektive auf,  dass wir als Bank (ebenso wie alle anderen Geschäftsbanken) tatsächlich zu dem werden, was wir bislang zu sein meinten und öffentlich zu sein vorgaben: ein Vermittlungsorgan zwischen den Geldgebenden und den Geldnehmenden, eine „partnerschaftliche Mittlerin zwischen Menschen, die Gelder für Initiativen zur Verfügung stellen wollen, und Menschen, die mit diesen Geldern Ideen in die Tat umsetzen."

Lesen Sie Berichte über diesen Beitrag der Freien Gemeinschaftsbank Basel von Christoph Pfluger und der Schweizer Boulevardzeitung Blick. Wie Sie sehen, wird in der Schweiz engagiert über Vollgeld debattiert, was vor allem mit der am 10. Juni anstehenden Volksabstimmung zu tun hat. Hier können Sie für die Abstimmungskampagne der Schweizer Vollgeld-Initiative spenden.
 

Investmentbank Morgan Stanley für Vollgeld?


Reza Moghadan, ein hoher Manager der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley, hat sich in einem Gast-Beitrag für die Financial Times vom 16.03.2018 über offizielles Notenbank-Kryptogeld unter anderem dafür ausgesprochen, dass Zahlungsverkehrskonten direkt bei der Zentralbank eingerichtet werden, weil so das Finanzsystem stabiler würde. Der Ökonom Daniel Stelter zitiert ihn in seinem Blog "beyond the obvious" und resümiert: "Morgan Stanley befürwortet also den Systemwechsel. Ob das die Schweizer Volksinitiative schon gehört hat?"
 

Das Ende der Banken?


"Die Zeit ist gekommen, um den Banken ein Ende zu bereiten" - mit solchen Sätzen wollen der Wirtschaftsjournalist Jürg Müller und ein anonymer Top-Banker, die unter dem Pseudonym Jonathan McMillan veröffentlichen, nicht nur provozieren. Sie meinen es ernst. Die beiden haben jahrelang die Veränderung der Bankenbranche betrachtet und sind überzeugt, dass die Institute Brandbeschleuniger der letzten Krise waren."

Das ist der Beginn einer Buchrezension von Notker Blecher über das Buch "Das Ende der Banken". Die Buchautoren schlagen laut Rezension als zukünftiges Modell vor:
"Geld soll künftig dann nur noch der Staat schaffen dürfen. Die Währungsbehörde bringt neues Geld in Umlauf, indem sie es einfach an die Bürger auszahlt. Jeder erhält ein bedingungsloses Grundeinkommen. Das enge Band zwischen Geld und Kredit wird durchtrennt."

Sie fordern also Vollgeld, in Verbindung mit einem bedingungslosen Grundeinkommen!

Wir sagen dazu: Das wäre nicht das Ende der Banken, sondern die Banken müssten sich auf ihr eigentliches Kerngeschäft konzentrieren: Das Verwalten und Verleihen von bereits bestehendem Geld. Davon würde die gesamte Gesellschaft profitieren!

 

Weiterer spanischer Ex-Zentralbanker für Vollgeld


Auch der Ex-Vizepräsident der spanischen Börsenaufsicht und Ex-Direktoriumsmitglied der spanischen Zentralbank Carlos Arenillas outete sich in einem ganzseitigen Artikel in der Tageszeitung “El  Mundo” als Befürworter einer Geldschöpfung in öffentlicher Hand sowie sicherer Zentralbankkonten für jedermann. Lesen Sie die deutsche Übersetzung von Monetative-Mitglied Manfred Freund im Monetativeblog.
 

Vollgeld-Wochenende in Berlin


Neugierig geworden? Dann sollten Sie dieses Wochenende nach Berlin kommen, dort führen wir vom Freitag, den 13. April  -  Sonntag, den 15. April das Vollgeld-Wochenende durch. Wer noch kurzfristig teilnehmen will: Alle Informationen über Programm und Anmeldung finden Sie hier.

 

 

Diese und alle weiteren Veranstaltungen finden Sie auf unserer Homepage stets unter Termine.

13.-14.04.2018 Vollgeld-Wochenende in der Weiberwirtschaft Berlin

28./29. April 2018 "GLS Geldgipfel 2018 - Von der Finanzwirtschaft zur Realwirtschaft – 10 Jahre nach Lehman Brothers" an der Universität Witten/Herdecke, mit Prof. Martin Hellweg, Ulrike Herrmann, Prof. Svenja Flechtner, Sven Giegold MdEP, Caspar Dohmen, Thomas Jorberg, Prof. Reinhard Loske. Programm und Anmeldung hier.

11.05.2018 - 13.05.2018: Wochenendseminar "Geld als sozialer Sprengstoff? - Vom Krisenmotor zu einer gerechten Geldordnung"
Referent: Lino Zeddies, Teilnahmekosten 99€ inkl. Übernachtung im DZ und Vollverpflegung
Schloss Aspenstein, Kochel am See (1 Stunde südlich von München)

 

10. Juni 2018: Volksabstimmung zum Vollgeld in der Schweiz!
Weitere Infos auf www.vollgeld-initiative.ch.

14. Juni 2018, ab 18:00 Uhr: "Unser Geld- und Finanzsystem: Welche Probleme es verursacht und welche Abhilfe es gibt"
Veranstaltung im Rahmen der WZFG e.V.-Ausstellung „Mensch und Zukunft?“, Referent: Lino Zeddies
Altes Schloß der Osterburg, 07570 Weida, Schlossberg 14, Balkensaal
Flyer dazu hier.

 

17.-24. August 2018: UndJetzt? Konferenz, Teilnahme mit Workshops zum Geldsystem und Vollgeldreform

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