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Seit 15.6.013 sind Hunderttausende Offshore-Leaks-Daten öffentlich einsehbar und recherchierbar. Das Internationale Konsortium für Investigativen Journalismus (ICIJ) in Washington, das den immensen Datensatz vor etlichen Monaten von einer anonymen Quelle zugespielt bekam, macht damit wesentliche Informationen über ein Suchtool im Internet verfügbar. Angezeigt werden Angaben zu Firmen, zu ihren Besitzer und Managern, sowie zu dazwischen geschalteten Verwaltern wie Anwälten und Banken.
Warum macht das ICIJ die Daten öffentlich?
Um allen Journalisten und Bürgern weltweit die Recherche in diesen Daten zu ermöglichen - und um auf diese Art Transparenz zu schaffen in einer Umgebung, die von der Geheimhaltung lebe und so "Betrug, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und andere Formen der Korruption" ermögliche, sagt ICIJ-Direktor Gerard Ryle. Das ICIJ folgt damit einem Verständnis von Transparenz, das in vielen Ländern erheblich stärker ausgeprägt ist als in Deutschland. In Schweden sind Steuerdaten von jedermann einsehbar, in den USA sind viele öffentliche Datenbanken online verfügbar, so dass jeder Bürger jederzeit selbst staatliche Daten prüfen kann - von einfachen Grundbucheinträgen bis hin zu Gerichtsurteilen, mit vollen Namen oder Fotos und Identitäten von Festgenommenen. In der Tradition dieser Transparenzkultur ist die jetzige Veröffentlichung zu sehen - wobei die Datenbank sehr viele sensible Daten nicht enthält, die in den Originaldaten noch enthalten waren: Kopien von Personalausweisen, Mailadressen, Kontodaten und anderes, was die Privatsphäre der Betroffenen berührt.
Welchen Teil des Datensatzes umfasst die Datenbank?
Letztlich ist das Suchtool eine Art interaktives, erweitertes Firmenregister. Frei zugängliche Firmenregister sind in vielen Ländern dieser Welt eine Selbstverständlichkeit, in etwa 120 Ländern sind solche Daten zumindest öffentlich erfragbar. Aus der Datenbank, die das ICIJ zugespielt bekam, ist nun genau eine solche Firmenübersicht für neun sogenannte Steueroasen ableitbar gewesen - wenngleich nicht für alle Firmen aus diesen Staaten. Für das Suchtool wurden konkret die Firmendatenbanken von zwei Finanzdienstleistern ausgewertet, um die es bei dem Leak ging.