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Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die USA und die NATO aufgefordert, ihr militärisches Engagement in Afghanistan einzustellen. "Wir sind sehr tolerante Menschen, aber jetzt ist unsere Toleranz zu Ende", sagte er in der Provinz Kunar im Osten des Landes. Dort waren in den vergangenen Wochen laut afghanischen Angaben mehr als 70 Zivilisten bei Einsätzen der internationalen Schutztruppe ums Leben gekommen. Zuletzt wurden neun Kinder bei einem Angriff getötet.
"Wir wollen nicht, dass dieser Krieg noch länger fortgesetzt wird. Wir wollen nicht, dass solche Bombardierungen und solche Opfer sich wiederholen", sagte Karsai. Der Krieg gegen den Terrorismus dürfe nicht in afghanischen Dörfern geführt werden: "Wir beschweren uns nicht, wenn wir von Terroristen getötet werden, aber wenn unsere Verbündeten das tun, haben wir das Recht dazu." Er bitte die NATO und die USA daher "mit Ehre und Demut und nicht mit Arroganz darum, ihre Einsätze in unserem Land zu beenden".
Karsai hatte in der Vergangenheit regelmäßig tödliche Angriffe der NATO auf Zivilisten verurteilt. Dabei ging er jedoch noch nie so weit, ein Ende der Militäreinsätze in seinem Land zu fordern. Zugleich schlug der afghanische Präsident in seiner Rede aber auch versöhnliche Töne an. "Wir danken dem Westen und sind zufrieden mit dem, was er für uns alle getan hat", sagte er. "Wir wollen Freunde des Westens bleiben, aber unsere Ehre darf nicht verletzt werden."
Quelle: http://www.tagesschau.de/ausland/karsaiafghanistan100.html