Was wir wollen: Positiven Frieden vorwärts bringen und paziwiefe Kultur schaffen. "Give peace a chance" - "La paix est votre chance" - "Si vis pacem, para pacem" - "Paco estas (via) ŝanco" - "Viva pacisma politiko"
Wenn bei uns Krieg wäre. Wohin würdest du gehen?
Wenn durch die Bomben der größte Teil des Landes, der größte Teil der Stadt in Ruinen läge? Wenn das Haus, in dem du und deine Familie lebt, Löcher in den Wänden hätte? Wenn alle Fensterscheiben zerbrochen, das Dach weggerissen wäre? Der Winter steht bevor, die Heizung funktioniert nicht, es regnet herein. Ihr könnt euch nur im Keller aufhalten. Deine Mutter hat Bronchitis, und bald wird sie wieder eine Lungenentzündung bekommen. Dein großer Bruder hat schon früh bei einem Vorfall mit einer Mine drei Finger der linken Hand verloren und unterstützt gegen den Willen deiner Eltern die Milizia. Deine kleine Schwester wurde von Granatsplittern am Kopf verletzt, sie liegt in einem Krankenhaus, dem es an allem fehlt. Deine Großeltern starben, als eine Bombe ihr Pflegeheim traf.
In Europa herrscht Krieg, die demokratische Politik ist gescheitert und faschistische Diktaturen haben die Macht übernommen. Wer kann, flieht in den Nahen Osten, wie der 14-jährige Protagonist des Romans. In einem ägyptischen Flüchtlingslager versucht er mit seiner Familie ein neues Leben zu beginnen. Doch weil er keine Aufenthaltsgenehmigung hat, kann er als Deutscher nicht zur Schule gehen, kein Arabisch lernen, keine Arbeit finden. Er fühlt sich als Außenseiter und sehnt sich nach zu Hause. Doch wo ist das?
In Europa sprechen wir immer von den Flüchtlingen als: die ‚Anderen‘... Wir verstehen sie nicht. Sie kommen aus einem Leben, das für uns total fremd ist. Und das wollte ich ändern
, sagt Janne Teller über ihre Beweggründe für den literarischen Perspektiv-Wechsel. Ich glaube nicht, dass man die Flüchtlinge in Europa wie Menschen behandelt. Und das ist wirklich das Schlimmste für mich. Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben...
Die 46-jährige Bestseller-Autorin weiß ganz genau, worüber sie schreibt. Jahrelang war sie Krisen-Beraterin der Europäischen Union und der Vereinten Nationen. Sie hat in Tansania und Mosambik gelebt, Flüchtlings-Politik hautnah studiert. Und ein bisschen spielt auch die eigene Biografie mit rein. Der Gedanke, dass ich selbst ein Flüchtling sein könnte, ist mir gar nicht so fremd. Denn meine Mutter war ein Flüchtlings-Kind. Sie kam mit zwölf Jahren aus Österreich nach Dänemark, mit dem Roten Kreuz.
Wir haben Janne Teller in New York getroffen und mit ihr über die Brisanz ihres neuen Romans gesprochen.
Quelle: http://www.swr.de/nachtkultur/janne-teller/-/id=200218/nid=200218/did=7624474/19crc78/index.html