Extremsportler radeln 6.300 Kilometer / Zwischenstopp in Paderborn Bericht VON KATHARINA GEORGI
Paderborn. Vom äußersten östlichen Rand Europas, 40 km von der Grenze zwischen Europa und Asien entfernt, bis nach Westen, nach Frankreich fahren. Das sind 6.300 Kilometer. Und das nicht einmal mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad. Um so eine "verrückte Aktion" zu machen, braucht man schon einen guten Grund. Martin Krick und seine Begleiter Hartmut Bögel und Volker Mailach haben für sich Einen gefunden: Für Frieden, für offene Grenzen, für Kriegskinder.
"Die ‚Friedenstour' soll beweisen, dass es heutzutage tatsächlich möglich ist, eine so weite Strecke ohne Probleme zu fahren. Wir wurden nur an einer Grenze kontrolliert", erklärt Martin Krick. "Europa war noch nie so konkret, so fantastisch wie bei dieser Tour", fügt Mitfahrer Hartmut Bögel hinzu. Müde sehen die beiden Radsportler aus, müde aber glücklich. Als sie in Paderborn ankommen, sind sie bereits 4.286 Kilometer gefahren, eine Tagestour beträgt rund 180 Kilomter.
Empfangen wurden sie schon in Schlangen vom Rad-Treff aus Borchen, der sie bis zum Welcome Hotel in Paderborn eskortierte. Hier warteten schon Vertreter der Deutsch-Russischen- und der Deutsch-Französischen-Gesellschaft, Weibischof Matthias König und Martin Pankte, um die Sportler in Empfang zu nehmen.
Initiiert wurde die Tour von Martin Krick, der nicht nur offene Grenzen unter Beweis stellen, sondern vor allem Spendengelder sammeln möchte. Die Friedenstour unterstützt das "Friedensdorf International", das verletzte und kranke Kindern aus Kriegsgebieten nach Deutschland einfliegt, um hier ihre schwierigen Verletzungen zu behandeln. Bisher sind für die Friedenstour bereits 40.000 Euro gespendet worden, alle fließen direkt in die Organisation. Die Kosten der Tour tragen die Fahrer allesamt selbst.
Die Route dieser abenteuerlichen Tour ist bewusst so gewählt, dass sie europäische Kriegsschauplätze durchquert. "Einer der großartigsten und ergreifendsten Momente war in Russland. Wir waren bei einem russischen Geschäftsmann und Stadtoffiziellen zu Gast und während des Abends stellte sich heraus, dass Martins Vater und auch sein Vater mit 17 Jahren in den Krieg ziehen mussten. Dem Vater unseres Gastgebers wurde zwei Mal von Deutschen das Leben gerettet", resümierte Hartmut Bögel.
Aber nicht immer hatten die beiden Extremsportler Glück. "In Russland gibt es viele Sandstraßen, die bei Sonnenschein wirklich toll zu fahren sind", erzählt Bögel weiter. Leider seien die Straßen bei Regen aber etwas ungünstig.
"Wir steckten einen Tag so tief im Schlamm, dass wir nicht wussten, ob wir überhaupt unser Ziel noch erreichen. Zwei Tage haben wir gebraucht, um uns, unsere Kleidung und auch die Räder komplett wieder vom Schlamm zu befreien."
Martin Krick fährt die gesamte Strecke von Jekaterinburg/Ural bis nach Caen/Normandie allein, sein Begleiter Hartmut Bögel trennt sich in Oberhausen von Krick und fährt Richtung Heimat nach Ulm weiter.
In Paderborn wird die "Friedenstour 2011" von vielen Freunden und Unternehmen unterstützt.
Die Firma "Juvo Personal", deren Geschäftsführer ein langjähriger Freund von Martin Krick ist, sucht im Raum Paderborn und OWL weiter Interessierte, die dem spektakulären Projekt Spenden möchten.
Quelle: http://www.nw-news.de/lokale_news/paderborn/paderborn/4690337_Megatour_fuer_den_Frieden.html?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter