Was wir wollen: Positiven Frieden vorwärts bringen und paziwiefe Kultur schaffen. "Give peace a chance" - "La paix est votre chance" - "Si vis pacem, para pacem" - "Paco estas (via) ŝanco" - "Viva pacisma politiko"
Antwortschreiben eines Handelsunternehmens auf die in der Überschrift genannte Kampagne.
... wir bedanken uns für Ihre Nachricht zum Thema Asia Floor Wage Campaign.
Es ist unbestritten und mit Recht zu beklagen, dass die in Asien von den jeweiligen nationalen Gesetzgebern festgelegten Mindestlöhne unzureichend sind, um den Lebensunterhalt der Beschäftigten und ihrer abhängigen Familienangehörigen zu finanzieren.
In den vergangenen Jahren haben sich freiwillige Initiativen gebildet mit dem Ziel, nicht nur aber insbesondere den Lebensunterhalt deckende Löhne durchzusetzen. Zu nennen sind hier insbesondere die sog. Multistakeholderinitiativen wie Ethical Trading Initiative (ETI), Fair Wear Foundation (FWF) und Social Accountability International (SAI), die in ihren jeweiligen Standards einen den Lebensunterhalt deckenden Lohn zur Norm gemacht haben. Auch im Rahmen des MFA Forums steht das Thema ganz oben auf der Prioritätenskala. ... engagiert sich aktiv bei SAI und im MFA Forum, hier insbesondere in der sog. Buyers Group Bangladesh.
Eine für alle Marktteilnehmer verbindliche Festschreibung eines den Lebensunterhalt deckenden Lohns für die Beschäftigten in den asiatischen Beschaffungsmärkten konnte trotz dieser und weiterer Initiativen nicht erreicht werden.
Die wesentlichen Gründe sind darin zu sehen, dass die nationalen Regierungen aufgrund des Wettbewerbs der Beschaffungsmärkte untereinander selbst kein Interesse an einer Verteuerung der Arbeitskosten haben. Wettbewerb besteht auch zwischen den Produzenten in den asiatischen Beschaffungsmärkten sowie zwischen den internationalen Handelsunternehmen mit Blick auf einen vergleichsweise günstigsten Produktverkaufspreis in ihren Vertriebsmärkten.
Die Lösung kann deshalb nur darin bestehen, die Arbeitskosten in den asiatischen Beschaffungsmärkten für alle Marktteilnehmer verbindlich und damit wettbewerbsneutral zu regeln. Wir begrüßen deshalb und unterstützen die Asia Floor Wage Campaign. Wir gehen dabei davon aus, dass im Rahmen des AFW-Programms
- die für eine erfolgreiche Umsetzung erforderlichen Kräfte (Regierungsorganisationen, Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaft und Gewerkschaften) gebündelt werden,
- das internationale Kartellrecht beachtet wird,
- das Recht der Beschäftigten, sich gewerkschaftlich zu organisieren und Tarifverhandlungen zu führen, nicht beeinträchtigt bzw. gefördert wird,
- es gelingt, den Lebensunterhalt deckende Löhne in den Beschaffungsmärkten länder- und branchenübergreifend als gesetzliche Mindestlöhne verbindlich festzulegen, wobei die Festlegung der exakten Beträge – soweit vorhanden - den nationalen Tarifparteien vorzubehalten ist.
Dadurch können gleiche Wettbewerbsbedingungen geschaffen und der Ausschluss einzelner Produzenten, Handelsunternehmen oder Märkte aus dem internationalen Wettbewerb verhindert werden. Auch werden dadurch gewerkschaftliche Mitbestimmungsstrukturen – soweit vorhanden – nicht beeinträchtigt.
Unser politisches Engagement in den oben genannten Initiativen ist nur ein Baustein in unserem umfassenden Sozialprogramm zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen in Asien. Einen Überblick über unsere Aktivitäten erhalten Sie ...
Wir hoffen, dass wir Ihr Anliegen für Sie zufrieden stellend beantworten konnten. Bei weiteren Fragen sind wir gerne für Sie da.
Mit freundlichen Grüßen
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Metro zahle etwa Landarbeiterinnen bei den indischen Metro-Lieferanten lediglich 85 Cent pro Tag für zehn bis zwölf Stunden Arbeit, erklärte die Autorin der Studie, Franziska Humbert, von Oxfam Deutschland in Berlin. Metro wies die Vorwürfe von Oxfam zurück.
"Metro verletzt sowohl bei eigenen Angestellten als auch bei Obst- und Gemüselieferanten in Indien massiv Arbeitsrechte", hieß es in einer Mitteilung von Oxfam. "Bei Metros sozialer Verantwortung klafft eine erhebliche Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit."
Besonders problematisch seien die Arbeitsbedingungen der Landarbeiterinnen bei den indischen Metro-Lieferanten. Neben der geringen Bezahlung erhielten sie bei sechs Tagen Arbeit nur einen halben freien Tag pro Woche, sagte Humbert, Referentin für soziale Unternehmensverantwortung bei Oxfam Deutschland. Damit liege ihr Lohn unter der Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar pro Tag. Die Frauen verdienen demnach bis zu 50 Prozent weniger als ihre männliche Kollegen.
Oxfam hält Metro außerdem vor, Gewerkschaftsmitglieder zu benachteiligen. Gewerkschaftlich organisierte Angestellte der indischen Metro-Tochter Cash & Carry würden bei Gehaltserhöhungen und Beförderungen übergangen. Außerdem gebe es unbezahlte Zwangsüberstunden, die gegen indisches Arbeitsrecht verstießen.