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Rot-Kreuz-Chef für Afghanistan zieht eine ernüchternde Bilanz.
Reto Stocker verlässt Afghanistan nach sieben Jahren. Hoffnung darauf, dass sich die Lage der Zivilbevölkerung in dem Land am Hindukusch in absehbarer Zeit bessern wird, hat er kaum. Der von der NATO geführte Krieg gegen die radikal-islamischen Taliban und die ständigen Kämpfe regionaler bewaffneter Gruppen gegeneinander haben nach Einschätzung des scheidenden Leiters des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz -IKRK- die Lage der Bevölkerung immer weiter verschlechtert. "Ich verlasse dieses Land mit Sorge", sagte Stocker in Kabul. "Seit ich im Jahr 2005 hier ankam, haben sich die lokalen bewaffneten Milizen stark vermehrt, Zivilisten sind nicht zur zwischen einer, sondern mehreren Frontlinien gefangen und es wird immer schwieriger für die normalen Menschen in Afghanistan, medizinische Versorgung zu bekommen." Lokale Stammeskonflikte leisteten einem Wiedererstarken der Taliban Vorschub.
Die Bevölkerung leide aber zunehmend nicht nur unter den bewaffneten Konflikten, sondern auch unter der schlechten wirtschaftlichen Lage. Die Bilanz der vergangenen sieben Jahre falle aus seiner Sicht negativ aus: "Die Hoffnung für die Zukunft hat sich ständig verringert", sagte der Mediziner Stocker.
Das Internationale Rote Kreuz arbeitet seit 1979 in Afghanistan. Es betreibt dort seinen größten Einsatz mit 1.800 Mitarbeitern, 15 Büros und einem Budget von rund 73,5 Millionen Euro für das laufende Jahr. Der neue IKRK-Landeschef, Gherardo Pontrandolfi, hat sein Amt in diesem Monat aufgenommen.
Quelle: http://www.dw.de/dw/article/0,,16291939,00.html
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Afghanistan zu gefährlich: Böll-Stiftung zieht Leiterin ab
Die Heinrich-Böll-Stiftung zieht ihre Büroleiterin aus Kabul zum 1. Januar 2013 ab, weil sie die Gefahr für "nicht mehr kalkulierbar" hält.
"Die ohnehin instabile Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit der Bekanntgabe des Abzugs der internationalen Truppen bis 2014 verschärft", schreibt das Vorstandsmitglied der Böll-Stiftung, Barbara Unmüßig, am Montag in einem Internet-Statement. Für entsandtes Personal sei sie mittlerweile "dramatisch". Es gehe um die "Verantwortung für die Sicherheit und körperliche Unversehrtheit" der Mitarbeiter, deren Bewegungsfreiheit ohnehin stark eingeschränkt sei. "Unsere Projekte in den Provinzen sind auch für lokales Personal meist nicht mehr zugänglich", schreibt Unmüßig.
Die Büroleiterin Marion Regina Müller, derzeit die einzige deutsche Mitarbeiterin in Afghanistan, soll die Arbeit der Stiftung ab 2013 von Berlin aus steuern. Die afghanischen Mitarbeiter werden unverändert vor Ort ihrer Arbeit nachgehen.
Die Ausweitung des Konflikts und eine schlechter werdende Sicherheitslage behinderten humanitäre Hilfe vor allem in den Regionen, wo sie dringend benötigt werde. "Es gibt viele Orte im Land, an denen wir sein sollten, aber nicht hingehen können."
Quelle: http://www.stern.de/politik/ausland/boell-stiftung-zieht-leiterin-ab-1906640.html