Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
10. Mai 2013 5 10 /05 /Mai /2013 19:58

Die neue Steuerschätzung sieht geringere Einnahmen voraus

Die aktuelle Steuerschätzung wird so präsentiert: Finanzminister Wolfgang Schäuble spricht von einem "insgesamt positiven Ergebnis". Die Aussage dahinter: Unsere Einnahmen sind gesichert, mehr Geld brauchen wir nicht.

Ein genauer Blick zeigt aber: Die Lage ist desolat, das Geld reicht nicht. Wir müssen hier kurz ausholen. Steuern sind ja kein Selbstzweck, also sollte der Blick zunächst darauf gehen, was der Staat mit dem Geld eigentlich macht. Investieren - zum Beispiel in Schulen, Straßen und Kindergärten.

Hier lauert die erste Enttäuschung des Musterschülers BRD: Seit zehn Jahren sind die Nettoinvestitionen Deutschlands negativ. Oder anders ausgedrückt: Es wird weniger Geld neu investiert, als nötig wäre, um allein den Status Quo zu erhalten. Öffentliche Infrastruktur bröselt dahin. Beispiel Duisburg. Hier fährt die U79 nach Düsseldorf - vielleicht aber nicht mehr lange. Denn Duisburg ist pleite und kann sich die Sanierung seiner U-Bahn nicht leisten. Und damit kommen wir zum nächsten Problem des Musterschülers Deutschland: Die Finanzlage der Kommunen ist desolat. Geschichten wie in Duisburg gibt es zuhauf.

Ohne die Hilfe von Bund und Ländern werden sich die Kommunen nicht entschulden können. Und das bedeutet: Der Staat braucht mehr Geld. Da können Steuerschätzungen noch so beruhigend präsentiert werden. Der erste Gedanke: Steuererhöhungen - eine verlockende Idee. Damit aber würde man es sich zu einfach machen. Deutschlands Milliarden schlummern nämlich noch ganz woanders.

30 Milliarden Euro, so schätzt die Steuer-Gewerkschaft, werden jährlich hinterzogen. Zum Vergleich: Der Staat hat im letzten Jahr 600 Milliarden Euro eingenommen. Offshore-Leaks, Uli Hoeneß und die begrüßenswerten Käufe von Steuer-CDs - sie werden zu weiteren Selbstanzeigen führen - und hoffentlich weiteren Einnahmen.

Weitere Milliarden könnten fließen, wenn Firmen endlich in dem Land besteuert werden, in dem ihre Gewinne anfallen. Es gibt zu viele Kaffeehausketten, Internet-Giganten und andere Weltkonzerne, die sich durch geschickte Steuertricks am deutschen Fiskus vorbeimogeln.

Und am Ende müssen wir uns alle fragen, wie sehr wir selbst eigentlich mogeln. Es gibt Schätzungen, dass durch Schwarzarbeit jeder siebte Euro am Finanzamt vorbeiverdient wird. Macht noch mal 85 Milliarden Euro. Der Staat braucht mehr Geld und mehr Steuern. Klingt banal, wäre aber einfach zu realisieren. Bis es so weit ist, darf sich niemand auf die Schulter klopfen. Mal ehrlich - ein Musterschüler Deutschland - der seine U-Bahnen aus Geldmangel stilllegen muss? Das wäre ziemlich peinlich.

Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kommentar/2101946/

siehe auch: Steuerbetrug ist Betrug an allen Mitbürgern!

- Steuerhinterziehung: Banken im Visier

- Finanzminister Wolfgang Schäuble tue nichts gegen Steuerbetrug

- 32 Billionen Dollar in Steueroasen versteckt

- Die Finanzjongleure lachen sich ins Fäustchen

- Der New Deal für die USA

Aktionstag gegen Steuerbetrug und Steueroasen

Diesen Post teilen

Repost 0
Published by Entrüster - in Finanzkonflikt
Kommentiere diesen Post

Kommentare

Über Diesen Blog

  • : Paziwief - Friedensflink
  • Paziwief - Friedensflink
  • : Was wir wollen: Positiven Frieden vorwärts bringen und paziwiefe Kultur schaffen. "Give peace a chance" - "Si vis pacem, para pacem" - "ekzisti paco via ŝanco"
  • Kontakt

Startseite / home / Forumhinweis

paziwief hier oder im Banner oben  anklicken, dann kommt ihr zurück   home - zur Startseite dieses blogs
Selbstverständlich könnt ihr hier im blog auch Kommentare hinzufügen (siehe unter jedem Beitrag/Content rechts unten) Wenn ihr bei uns aktiv werden wollt dürft ihr im anhängenden FORUM  nach Herzenslust posten und diskutieren. 

Suchen