Overblog Folge diesem Blog
Administration Create my blog
29. Mai 2014 4 29 /05 /Mai /2014 18:24

Der gemeinsame Binnenmarkt hat Europa wirtschaftlich so eng verbunden wie nie zuvor, während die schrankenlose Reisefreiheit der Schengen-Staaten die Menschen einander näher brachte.

Heute zweifeln die Menschen an der Vision Europa. Das Vertrauen in die europäischen Institutionen sinkt stetig, die Menschen sehen ihre Stimme in Europa nicht mehr vertreten. Europa steckt somit nicht nur in einer wirtschaftlichen Krise, sondern hat auch ein Legitimationsproblem. Das ist ein Grund zur Besorgnis, aber auch eine große Chance, über Europa neu nachzudenken. Michel Marlière, der Gründer von TerraEuropa, will diese Chance nutzen.

Im von TerraEuropa angestoßenen Dialog deutscher und französischer Studierenden sind zahlreiche Ideen für eine bessere Europäische Union hervorgegangen. Daraus und aus dem Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Europa mit zu gestalten, ist das Europaper entstanden, ein gemeinsames Papier der deutschen und französischen Studierenden. Besonders wertvoll ist hierbei die Diskussion, das gemeinsame Gespräch, aus dem dieser Optimismus für ein neu belebtes Europa entstanden ist. Und genau das soll sich in anderen Ländern fortsetzen.

Deshalb wird TerraEuropa als nächstes Jugendliche aus Südeuropa, Osteuropa und Großbritannien befragen und zusammenbringen. Die Sicht junger Menschen aus von der Krise besonders betroffenen Staaten wird eine ganz neue Perspektive auf die Zukunft Europas eröffnen. Der fruchtbare Dialog soll auch hier dazu beitragen, neue Impulse zu gewinnen für die Europäische Einigung.

http://www.buergergesellschaft.de/fileadmin/pdf/gastbeitrag_terraeuropa_140523.pdf

- http://www.presseportal.de/pm/113206/2724889/kaempft-hier-bald-jeder-gegen-jeden-junge-europaeerinnen-und-europaeer-appellieren-an-merkel-und

Quelle: http://www.terra-europa.eu/

Repost 0
Published by Entrüster - in Europa
Kommentiere diesen Post
30. April 2014 3 30 /04 /April /2014 11:16

Der Bundesverband der Diakonie Deutschland hat anlässlich der Europawahl seine Positionen zur europäischen Sozial- und Bürgerschaftspolitik sowie weiterer Politikfelder zusammengefasst und entsprechende Wahlprüfsteine erarbeitet, auf deren Grundlage der Austausch mit den Kandidatinnen und Kandidaten zur Europawahl gesucht wird. Darin fordert die Diakonie Deutschland unter anderem, europäische Netzwerke der Bürgergesellschaft zu stärken, die Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement europaweit zu verbessern und Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten zu fördern.


»Europa wählt: Werte, Vielfalt, Zukunft Positionen und Fragen« unter

www.diakonie-in-niedersachsen.de/meta_downloads/42240/wahlpru_-776_fsteine_europa.pdf

--

   

Der Bundesverband Volkssolidarität hat am 12. März 2014 einen Wahlaufruf mit Eckpunkten für die Europawahl 2014 online gestellt. Der erste Punkt dreht sich um eine Fortentwicklung der EU zu einem demokratischen Europa der Bürgerinnen und Bürger. Der zweite Punkt stellt das Thema eines solidarischen und sozialen Europa in den Mittelpunkt. Der dritte Punkt schließlich fokussiert auf ein friedliches Europa.

Weitere Informationen unter http://www.volkssolidaritaet.de/cms/europa_wahlen_aufruf.html

--

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) bietet online reichhaltige aktuelle Angebote zur Europawahl 2014. Ab dem 28. April wird es einen Wahl-O-Mat geben. Blogs, ein Europa-Lexikon mit 600 Stichworten, Dossiers, teilweise interaktive Überblickskarten und Darstellungen zu Spitzenkandidaten und Parteien oder kommentierte Linklisten vertiefen den Blick auf die Europawahlen 2014.

Repost 0
Published by Entrüster - in Europa
Kommentiere diesen Post
30. April 2014 3 30 /04 /April /2014 11:08

Ein Europa, welches für Arbeitslosigkeit, prekäre und unterbezahlte Arbeit steht, für Einschnitte im Sozialsystem, wachsende Armut, wirtschaftlichen und sozialen Niedergang, zerstörte Hoffnungen, das können und wollen wir nicht länger hinnehmen !

Wir fordern eine andere Politik der EU, soziale Solidarität, nachhaltige Entwicklung und partizipative Demokratie.

Wir wollen ein Europa, das - mehr als ein gemeinsamer Markt - eine echte europäische Föderation ist, mit gemeinsamer demokratisch legitimierter Exekutive, die dem dem Europäischen Parlament verantwortlich ist, eigene Zuständigkeiten und Befugnisse hat und in der Welt „mit einer Stimme spricht“.

Wir europäischen Bürger fordern, dass die Europäische Kommission ein Sonderprogramm zur nachhaltigen Entwicklung und Beschäftigung auf den Weg bringt, der die europäische Wirtschaft wiederbelebt und neue Arbeitsplätze generiert.

Europäische Bürger, verschaffen wir uns Gehör !

UNTERSCHREIBEN WIR !

www.newdeal4europe.eu

Repost 0
Published by Entrüster - in Europa
Kommentiere diesen Post
30. April 2014 3 30 /04 /April /2014 11:05

Das EU-Büro von Transparency International hat über einen Zeitraum von neun Monaten in den Jahren 2013 und 2014 eine EU-Integritätsstudie erstellt.

Darin werden zehn EU-Institutionen untersucht: Europaparlament, Europäische Kommission, Europäischer Rat, Rat der Europäischen Union, Europäischer Gerichtshof, Europäischer Rechnungshof, OLAF, Europol, Eurojust, und Europäische Ombudsperson.

Basis der Studie sind Publikationen und Interviews mit VertreterInnen aller untersuchten Institutionen.

Regeln zur Integrität können Korruption vorbeugen und sind teilweise in Theorie und Praxis besser als in Deutschland. Allerdings zeigen sich in der Praxis auch bei der EU deutliche Defizite, denn es mangelt am politischen Willen oder an den entsprechenden Ressourcen, um diese Regeln zu überwachen und durchzusetzen.

Hierfür hat Transparency International sieben Forderungen aufgestellt.

Edda Müller, Transparency Deutschland, kommentiert: »Für eine korruptionssichere Europäische Union muss mehr getan werden. Vor allem reichen die Schranken gegenüber einem ausufernden Lobbyismus nicht aus.«

Weitere Informationen unter

http://www.transparency.de/14-04-24_EU-IS-Bericht.2480.0.html

Repost 0
Published by Entrüster - in Europa
Kommentiere diesen Post
30. Januar 2014 4 30 /01 /Januar /2014 00:48

Für das Jahr 2014 sind folgende Themenkomplexe als Jahresprioritäten vorgesehen:

Förderbereich 1: »Europäisches Geschichtsbewusstsein«

Stärkung von Bewusstsein, Reflexion und Debatte zu folgenden Themen:

  •   100. Jahrestag des Ausbruchs des 1. Weltkriegs
  •   25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer
  •   10. Jahrestag der Erweiterung der Europäischen Union um die Länder Mittel- und Osteuropas

Förderbereich 2: »Demokratisches Engagement und Bürgerbeteiligung«

Die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger am demokratischen Leben in der EU gewinnt eine immer größere Bedeutung. Deshalb sollen die Aktivitäten von Kommunen, Einrichtungen und Organisationen Menschen jeden Alters dazu motivieren und befähigen, ihre Ansichten zu politischen Entwicklungen auf EU-Ebene zu äußern und an der Zukunft Europas mitzuwirken. Die Jahresprioritäten 2014 im Förderbereich 2 beziehen sich auf:

  •   Wahlen zum Europäischen Parlament 2014
  •   Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger am demokratischen Leben der EU

 

Quelle:  http://www.kontaktstelle-efbb.de/ziele-des-programms/vorrangige-themen/jahresschwerpunkte/

Repost 0
Published by Entrüster - in Europa
Kommentiere diesen Post
7. Dezember 2013 6 07 /12 /Dezember /2013 18:54

Thema: „Diskriminierung: Augen auf!“ Projekte über Ausgrenzungen damals und heute.

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) fördert im Programm EUROPEANS FOR PEACE internationale Schul- und Jugendprojekte zwischen Deutschland und den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie Israel.

Das Programm EUROPEANS FOR PEACE wurde im Jahr 2005 aus Anlass des 60. Jahrestages des Kriegsendes initiiert. Seither konnten 451 internationale Projekte mit rund 6,5 Millionen Euro gefördert werden.

Schul- und Jugendgruppen sind aufgerufen, sich in internationaler Partnerschaft mit einer Schule oder einem außerschulischen Bildungsträger um die Förderung ihres gemeinsamen Projektvorhabens zu bewerben.

EUROPEANS FOR PEACE stärkt das geschichtsbewusste Engagement Jugendlicher für Menschenrechte und Völkerverständigung.

Bewerbungsschluss: 01.01.2014
Weitere Informationen: www.europeans-for-peace.de

http://europeans-for-peace.de/images/banners/efp_flyer_de_2014.pdf

--

IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. - hat eine »Synopse Zusammenarbeit Internationale Jugendarbeit und Schule: Fördermöglichkeiten der Bundesländer für die Zusammenarbeit von Internationaler Jugendarbeit und Schule« erstellt.

Darin dokumentiert IJAB die Rahmenbedingungen und die Förderrichtlinien zur Zusammenarbeit von Schule und Internationaler Jugendarbeit in den 16 Bundesländern.

Die 204-seitige Synopse, die als kostenloser Download zur Verfügung steht, soll für alle verantwortlichen Akteure im Feld eine Hilfe zur Reflexion und Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für das Kooperationsfeld von Internationaler Jugendarbeit und Schule sein. 

Weitere Informationen unter
http://www.ijab.de/ueber-ijab/aktuelles/a/show/ijab-veroeffentlicht-synopse-ueber-foerdermoeglichkeiten-der-bundeslaender/

Repost 0
Published by Entrüster - in Europa
Kommentiere diesen Post
2. Dezember 2013 1 02 /12 /Dezember /2013 07:41

Nachdem Italien die EU-Länder dazu aufgerufen hatte, mehr Flüchtlinge aufzunehmen und das Land mit der Aufnahme der Einwanderer aus den nordafrikanischen Ländern nicht allein zu lassen, lehnten die EU-Innenminister es vergangene Woche einmal mehr ab, die europäischen Zuständigkeitsregeln für Asylanträge, das sogenannte Dublin-System, grundlegend zu reformieren. Demnach ist im Regelfall derjenige EU-Staat für das Asylverfahren zuständig, den der Flüchtling zuerst betreten hat.

Auch die Integrationsbeauftragte Böhmer beschränkt sich darauf, die Zustände für Flüchtlinge in Italien als menschenunwürdig zu bezeichnen – ohne zu erwähnen, dass der deutsche Staat weiterhin Flüchtlinge nach Italien abschiebt, die das Land zwischenzeitlich verlassen hatten, weil es dort viel zu wenige Unterkünfte gibt und die Menschen über Jahre obdachlos sind.

Auch wird über naheliegende Möglichkeiten, Schiffbrüche wie zuletzt vor Lampedusa zu verhindern, nicht ernsthaft diskutiert. Statt zu erwägen, sichere und legale Einreisemöglichkeiten zu schaffen, um die lebensgefährlichen illegalen Einreisen zu verhindern, oder wenigstens ausreichende Resettlement-Programme für Flüchtlinge anzubieten, möchten sowohl die EU-Kommission als auch die CDU-Politiker Böhmer und Laschet die europäische Grenzschutzagentur Frontex stärken – jeweils mit dem Argument, dass die Agentur dann »mehr Schiffe in Seenot« retten könne.

Da kommt es gerade recht, dass just in der vergangenen Woche das Europäische Parlament der Einrichtung des Grenzüberwachungssystems Eurosur zugestimmt hat, das noch in diesem Dezember seinen Betrieb aufnehmen wird. Das seit langem geplante, 340 Millionen Euro teure System werde helfen, Menschenleben zu retten, so die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström.

Tatsächlich hat es das Ziel, durch effektivere Überwachungstechnologien und die stärkere Vernetzung der nationalen Grenzschutzbehörden mit Frontex illegale Grenzübertritte an den europäischen Außengrenzen besser aufdecken und verhindern zu können. Die Seenotrettung ist keine ausdrückliche Aufgabe des Systems, sie wird in der zugrundeliegenden Verordnung nur in den sogenannten Erwägungsgründen erwähnt, die jedoch keine rechtliche Bedeutung haben.

Rein rechtlich sind die Grenzschutzbeamten seit jeher verpflichtet, Menschen zu retten, wenn sie ein Schiff in Seenot entdecken – die Verpflichtung zur Seenotrettung ist eine der ältesten völkerrechtlich anerkannten Pflichten, an die jeder Staat und jede Schiffsmannschaft gebunden ist.

Die neuerlichen Forderungen einer Stärkung der Agentur sind besonders zynisch: Es fehlt die politische Intention, dies zur Rettung von Menschenleben zu nutzen, das Gegenteil ist der Fall. Bereits jetzt ist das Mittelmeer einer der am meisten überwachten Meeresräume weltweit.

Die Kompetenz von Frontex und nationalen Grenzschutzbeamten bleibt die Sicherung der EU-Grenzen, die immer lückenlosere Überwachung hat zur Folge, dass die Boote immer gefährlichere Wege suchen, so dass auch Eurosur dafür sorgen wird, dass die Zahl der Toten jährlich steigt.

Quelle: http://jungle-world.com/artikel/2013/42/48632.html

Repost 0
Published by Entrüster - in Europa
Kommentiere diesen Post
13. November 2013 3 13 /11 /November /2013 15:18

Mit spöttischen Schlagzeilen kommentieren deutsche Boulevard-Medien den gestrigen Paris-Besuch der deutschen Kanzlerin. "Strahlende Siegerin trifft hilflosen Hollande", titelt die Springer-Presse mit Blick auf die dramatische wirtschaftliche Lage Frankreichs: Das Land blicke "in den Abgrund".

Jenseits offener Stimmungsmache konstatieren Experten eine "Abkopplung" der französischen Wirtschaft von der deutschen.

Berlin habe der deutschen Industrie mit den "Hartz-Reformen" - Lohnverzicht, Sozialkürzungen - einen erheblichen Vorteil verschafft, heißt es in Analysen. In Frankreich sei der Widerstand in der Bevölkerung gegen entsprechende Austeritätsprogramme bislang nicht zu brechen gewesen.

Die deutsch-französischen Differenzen seien so groß, dass inzwischen "die Zweifel gewachsen" seien, "ob es noch eine ausreichende Grundlage für die deutsch-französische Zusammenarbeit gibt", heißt es in einer aktuellen Analyse der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).

Als weiteren Beleg für die Erosion der Bindungen zwischen Deutschland und Frankreich interpretieren Beobachter den jüngst gefällten Pariser Beschluss, einen wichtigen Teil der Deutsch-Französischen Brigade aus der Bundesrepublik abzuziehen.

Im Hintertreffen

Die ungleiche ökonomische Entwicklung, die Deutschland und Frankreich verzeichnen, seit Berlin sich im Machtkampf um die EU-Krisenpolitik gegen Paris durchgesetzt hat (german-foreign-policy.com berichtete), wird von französischen Experten inzwischen offen als "Abkopplung" ("décrochage") der Wirtschaft ihres Landes bezeichnet. Sie ist Gegenstand einer aktuellen Analyse, die Henrik Uterwedde, Stellvertretender Direktor des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg, soeben bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) veröffentlicht hat.

Demnach gerät Frankreich in der Tat "zunehmend ins Hintertreffen".

Während die deutsche Wirtschaft wächst, stagniert die französische; während die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik seit 2009 auf 5,4 Prozent gesunken ist, ist sie in Frankreich auf elf Prozent gestiegen.

Deutschlands Exporte boomen und bescheren dem Land ein riesiges Außenhandelsplus, während Frankreich tief ins Minus geraten ist. Zudem verliert Uterwedde zufolge die französische Industrie "zunehmend an Gewicht": "Im Jahr 2000 betrug die Wertschöpfung der französischen Industrie noch 50 Prozent der deutschen industriellen Wertschöpfung; zehn Jahre später war die Relation auf 40 Prozent gesunken."

Berliner Regierungsberater konstatieren inzwischen offen, das "relative Gewicht" Deutschlands nehme zu, während Frankreich "an Einfluss" verliere.

Lohnverzicht: "Fähigkeit zur Kooperation"

Uterwedde zufolge steht es "außer Zweifel", dass die "Hartz-Reformen" der rot-grünen Bundesregierung für die deutsche Wirtschaft günstige Bedingungen schufen - Bedingungen, die es ihr schließlich erlaubten, sich gegen die französische Konkurrenz durchzusetzen.

In Frankreich erinnere die Lage heute "in vielerlei Hinsicht" an die Situation in Deutschland vor den "Hartz-Reformen", urteilt der Stellvertretende Direktor des Deutsch-Französischen Instituts. Allerdings habe Paris "notwendige Strukturveränderungen" bisher verschoben - nicht zuletzt wegen "massive(n) politischen Protest(s)".

Über die faktische Duldung von Lohnabbau und Sozialkürzungen durch deutsche Gewerkschaften etwa im Rahmen der "Hartz-Reformen" schreibt Uterwedde, "die betrieblichen Bündnisse für Standortsicherung und Wettbewerbsfähigkeit", die "Management und Betriebsräte in zahlreichen größeren Industrieunternehmen seit den 1990er Jahren ausgehandelt" hätten, seien sehr erfolgreich gewesen; Grundlage sei die "in Deutschland vorhandene Fähigkeit zur kooperativen Überwindung von Problemen".

Mit Blick auf die Kampfbereitschaft französischer Gewerkschafter heißt es in der Untersuchung, "in Frankreich" sei "diese Fähigkeit zur Kooperation nur schwach ausgeprägt".

Französische Widerstände

Tatsächlich ist die Kritik an neoliberalen Einschnitten wie den "Hartz-Reformen", die die Kluft zwischen Armut und Reichtum immer weiter öffnen und inzwischen sogar die Unterschiede in der Lebenserwartung von Armen und Reichen in Deutschland spürbar vergrößern, in Frankreich weit verbreitet. Man habe es mit "politische(m) Widerstand eines beträchtlichen Teils der französischen Gesellschaft" gegen neoliberale Maßnahmen zu tun, räumt Uterwedde ein.

"Zur negativen Bewertung der deutschen Wirtschaftspolitik" komme inzwischen "die Kritik an der deutschen ökonomischen Dominanz und am deutschen Kurs in der Eurozone" hinzu. Letzterer sei, heiße es in Frankreich immer wieder, "zu einseitig auf Sparpolitik ausgerichtet"; er zwinge "den Nachbarländern eine verhängnisvolle Austeritätspolitik auf".

Die bislang "vielfach geäußerten Hoffnungen auf einen Regierungswechsel in Berlin und einen damit einhergehenden neuen Kurs der deutschen Europa-Politik" hätten sich nun zerschlagen; man erwarte in Frankreich von der bevorstehenden großen Koalition "allenfalls marginale Veränderungen der deutschen Politik".

Auf Regierungsebene sei Frankreichs Widerstand gescheitert: "Die zeitweiligen, wenig von Erfolg gekrönten Versuche des französischen Präsidenten, Mehrheiten in Europa ohne oder gegen Deutschland zu organisieren, dürften der Vergangenheit angehören."

Deutschlands "Hinterhof"

Ähnliche Zweifel werden inzwischen nicht nur in wirtschafts- und finanzpolitischen, sondern auch in außen- und militärpolitischen Debatten geäußert.

So zeigt ein Blick auf die Geschichte der außenpolitischen Aktivitäten und der militärischen Interventionen der EU, dass seit den 1990er Jahren vorwiegend deutsche Interessen in Ost- und Südosteuropa bedient wurden: mit den Kriegen in Jugoslawien, der EU-Osterweiterung sowie der "Östlichen Partnerschaft", die Ende November mit einer auch formal engeren Anbindung mehrerer Staaten Osteuropas und des Kaukasus an die EU gekrönt werden soll.

Französische Interessen in Afrika wurden zurückgestellt; unvergessen ist die Interview-Äußerung des damaligen Bundesverteidigungsministers Volker Rühe im Jahr 1994: "Das Eurokorps ist kein Afrikakorps", ebenso das von Berlin geförderte Scheitern der von Paris erstrebten Mittelmeer-Union.

Frankreich werde in seinem traditionellen afrikanischen Einflussgebiet schwächer, urteilten Berliner Regierungsberater schon vor zwei Jahren; auf lange Sicht könne "die Distanz zwischen Paris und den Mittelmeer-Ländern" sogar "noch größer werden". Das Gegenteil ist hinsichtlich der Stellung Deutschlands in seinem traditionellen Einflussgebiet Ost- und Südosteuropas der Fall.

Die Deutsch-Französische Brigade

Vor diesem Hintergrund hat Paris Ende Oktober einen drastischen Einschnitt bei der Deutsch-Französischen Brigade beschlossen. Deren Gründung geht auf eine Übereinkunft zwischen Helmut Kohl und François Mitterand aus dem Jahr 1987 zurück; sie ist im Jahr 1989 aufgestellt worden - als Symbol der deutsch-französischen "Versöhnung".

Frankreich hat immer wieder darauf gedrängt, die Brigade auch einzusetzen; die Bundesrepublik hat dies konsequent verhindert - nicht aus pazifistischen Motiven, sondern weil sie Kriege stets nur im eigenen Interesse führt, nicht aber, um französische Interessen zu unterstützen.

Offiziell heißt es nun in Paris, man sehe sich wegen unumgänglicher Einsparungen gezwungen, nächstes Jahr das 110. Infanterieregiment aus dem baden-württembergischen Donaueschingen abzuziehen; bei diesem handelt es sich um einen sehr wichtigen Teil der Deutsch-Französischen Brigade.

Tatsächlich spielt bei der Entscheidung zum Abzug die Erkenntnis eine Rolle, dass die deutsche Seite in dem binationalen Projekt lediglich eigenen Interessen folgt und ein Ausgleich nicht vorgesehen ist.

Beobachter weisen denn auch darauf hin, dass Frankreich die Militärstützpunkte in seinen einstigen Kolonien nicht Sparzwängen opfert. Die brachiale deutsche Interessendurchsetzung führt zu Einschnitten bei bilateralen Projekten - auch bei der Deutsch-Französischen Brigade.

Zweifel

Wie Henrik Uterwedde mit Blick auf wirtschafts- und finanzpolitische Fragen schreibt, sind in jüngster Zeit "die Zweifel gewachsen, ob es noch eine ausreichende Grundlage für die deutsch-französische Zusammenarbeit gibt". Derlei Zweifel haben längst eine ganz Reihe weiterer Politikbereiche erfasst - ein Ergebnis der hart exekutierten deutschen Dominanz.

Repost 0
Published by Entrüster - in Europa
Kommentiere diesen Post
6. November 2013 3 06 /11 /November /2013 15:12

Am 10.10.013 wurde der Jahresbericht 2012 des Petitionsausschusses des Europäischen Parlaments vorgestellt und angenommen.

Insgesamt 1986 Petitionen wurden 2012 eingereicht, von denen 1406 als für das Europäische Parlament entsprechend seiner Zuständigkeit behandelbar angesehen wurden.

Obgleich die meisten Petitionen aus Spanien, gefolgt von Deutschland kamen, waren deutsche Bürger die fleißigsten Petitenden.

Inhaltlich ging es insbesondere um Diskriminierung, um Fragen der sozialen Rechte und Bürgerrechte in Zeiten wirtschaftlicher Krise, um Bewegungsfreiheit und Umweltschutz. 

 Weitere Informationen unter http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/content/20131004IPR21521/html/Petitions-social-issues-civil-rights-and-environment-top-EU-citizens%27-concerns 

  • Natalia DASILVA
  • Press Unit
  • Telephone number(+32) 2 28 44301 (BXL)
  • Telephone number(+33) 3 881 73661 (STR)
  • Mobile number(+32) 498 98 39 85
Repost 0
Published by Entrüster - in Europa
Kommentiere diesen Post

Über Diesen Blog

  • : Paziwief - Friedensflink
  • Paziwief - Friedensflink
  • : Was wir wollen: Positiven Frieden vorwärts bringen und paziwiefe Kultur schaffen. "Give peace a chance" - "Si vis pacem, para pacem" - "ekzisti paco via ŝanco"
  • Kontakt

Startseite / home / Forumhinweis

paziwief hier oder im Banner oben  anklicken, dann kommt ihr zurück   home - zur Startseite dieses blogs
Selbstverständlich könnt ihr hier im blog auch Kommentare hinzufügen (siehe unter jedem Beitrag/Content rechts unten) Wenn ihr bei uns aktiv werden wollt dürft ihr im anhängenden FORUM  nach Herzenslust posten und diskutieren. 

Suchen