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8. Juni 2014 7 08 /06 /Juni /2014 20:44

Schon seit vielen Jahren setzt sich das forumZFD weltweit in Konfliktregionen für Frieden und Gewaltfreiheit ein. In Deutschland unterstützen wir Kommunen bei der Entwicklung ihrer sozialen Strukturen und im Umgang mit den Folgen des gesellschaftlichen Wandels. Zu diesem Thema ist nun die neue Broschüre "Konfliktberatung für Kommunen" erschienen. Veränderungsprozesse in Stadtgesellschaften, wie beispielsweise infolge von demographischem Wandel, Zuwanderung und Arbeitslosigkeit, sind oft mit Verunsicherung, Ängsten und neuen Konflikten verbunden. Sie fordern unseren Gestaltungswillen für eine lebenswerte Gemeinschaft immer heraus.

Das Forum Ziviler Friedensdienst setzt sich als gemeinnützige Organisation für konstruktiven und gewaltfreien Umgang mit Konflikten ein. In Deutschland arbeitet das forumZFD an diesen Zielen durch Beratung und Unterstützung von Gemeinden und Stadtbezirken.

Mit dem innovativen Ansatz der Kommunalen Konfliktberatung unterstützt das forumZFD Kommunen, um Integrationsprozesse und soziale Veränderungen erfolgreich zu gestalten und spannungsgeladene Situationen und Konflikte nachhaltig zu bearbeiten.

Quelle: http://www.forumzfd.de/node/1047

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12. März 2014 3 12 /03 /März /2014 10:45

Das Tagungsthema „Gewaltfreiheit im Schatten von Gewalt“ war veranlasst durch die Ereignisse der Arabellion seit dem Frühjahr 2011: Ohne den Einsatz tödlicher Waffen haben Aufstände in Tunesien und Ägypten Diktaturen beendet. Doch in Bahrain und anderen Staaten gelang es den Herrschenden nach einigen Wochen, die zivilen Proteste vor allem mithilfe von Truppen, Folter, Gefängnis und gewissen Zugeständnissen zu unterdrücken, und in Libyen und Syrien setzten nach den Demonstrationen am Anfang schließlich beide Seiten tödliche Waffen ein.

Die Waffeneinsätze zogen die weltweite Medienaufmerksamkeit auf sich. Inzwischen ist die Gaddafi-Ära in Libyen beendet. Aus dem Konflikt in Syrien wird in hiesigen Medien von gewaltfrei Vorgehenden fast nichts mehr berichtet

Die allgemeine Berichterstattung ist geprägt von der vorgefassten gängigen Meinung, Gewalt stelle gewaltfreies Vorgehen in den Schatten. Ist es so? Verdunkelt Gewalt die Gewaltfreiheit? Nimmt die – auch in der internationalen Berichterstattung – ‚übermächtige’ Gewalt dem zarten Pflänzchen der Gewaltfreiheit brutal die Sonne, die es zum Wachsen und zum Wirksamwerden braucht?

Gewaltfreies Vorgehen hat viel größere Wirkungschancen als allgemein bekannt ist. Es handelt sich nicht um ein Nicht-Tun (Gewalt), wie „gewaltfrei“ in der Öffentlichkeit meist verstanden wird. Vielmehr wird eine Kraft wirksam. Menschen können diese Kraft durch bestimmte Haltungen und Tätigkeiten wecken, stark machen und wirkungsvoll einsetzen - auch gegen gewaltsames Vorgehen.  

Erfahrungen zeigen, dass gütekräftige gewaltfreie Aktionen bewaffnete Gewalt in den Schatten stellen können, sodass auch das umgekehrte Bild stimmt: Das Licht des gewaltfrei-gütekräftigen Vorgehens kann die dunkle Gewalt überstrahlen und überwinden. Das gilt auch für extreme Formen organisierter Gewalt wie Diktaturen.

Warum ist die Meinung gängig, Waffengewalt wäre in Fällen extremer Gewalt alternativlos? Weil die Kraft, das Wirkungsmuster zu wenig bekannt ist, das Gewalt überwinden kann. Was ist es, das ein gewaltfreies Vorgehen stärker macht als Gewalt?

von Martin Arnold

  Weiterlesen hier http://www.martin-arnold.eu/wp-content/uploads/2014/03/Arnold_Wie-sich-Guetekraft-gg-Gew-durchsetzt.pdf

- Lesen Sie Gütekraftberichte auf www.guetekraft.net > Gütekraftberichte und lassen Sie sich davon zu eigenem gütekräftigen Handeln anregen, inspirieren!

- Ägypten: Wo steht die Revolution? – Der schwere Weg der Gewaltfreiheit in Ägypten und anderen Ländern
22.-23. März 2014 in Vlotho   Seminar mit Dr. Martin Arnold, Gabi Bieberstein, Julien Lebourg, Ahmadd El-Mahgary, Mamdouh Habashi, Clemens Ronnefeldt, Hoda Salah und Gerhart Schöll

- Die Zukunft, die wir meinen: Leben statt Zerstörung.
30. April – 04. Mai 2014  in Mainz   Ökumenische Versammlung 2014

- "Hundert Jahre für Gewaltfreiheit"
01.08.2014 bis 03.08.2014 in Konstanz Jubiläumstagung des Internationalen Versöhnungsbundes Schnell anmelden (Konstanz ist ein Ferienparadies)  Ankündigungsflyer /-/ weitere Informationen 

- Begegnungs- und Friedenswoche - Urlaub etwas anders
3. bis 9. August 2014 in Konstanz. Die Nachmittage sind frei für Begegnungen, Relaxen am See, Wandern usw. Vormittags und abends geht es um Frieden im Großen und im Kleinen. Schnell anmelden (Konstanz ist ein Ferienparadies) Näheres hier 

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23. Dezember 2012 7 23 /12 /Dezember /2012 12:09

Bei Konflikten geht es um unterschiedliche bzw. gegensätzliche Wünsche, Erwartungen, Ziele, Werthaltungen oder auch um Kämpfe um Vorteile und Ressourcen. Ein Konflikt ist somit ein Anspruchsgegensatz, eine Interessenskollision zwischen zwei oder mehreren Beteiligten, die voneinander abhängig sind und zu einer Einigung kommen müssen. Konflikte finden nie ganz unbewusst statt, meist ist die Emotionalisierung gegeben.

Konflikte - Warum?

Wir erleben alle immer wieder, dass wir missverstanden werden, dass das, was wir gerne vermitteln möchten, beim Gesprächspartner so nicht ankommt. Der Grund dafür liegt in unserer Wahrnehmung. Jeder Mensch bildet seine ganz persönliche Landkarte der Wirklichkeit, lebt in seiner eigenen Welt und hat seine persönliche Sicht der Dinge. Niemand kann sagen, was „wirklich“ ist. Wirklichkeit ist, was auf uns wirkt, was wir „wahr-nehmen“. Versuchen Sie also nicht zu erklären, wie etwas „in Wirklichkeit“ ist - auch Sie leben nur in Ihrer eigenen Welt! Verwechseln Sie Wahrnehmung nicht mit Wahrheit! Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihr Gesprächspartner die Welt ebenso sieht, wie Sie selber.

Was nützen aber die Fragen nach „richtig“ oder „falsch“, wenn jeder Mensch ein eigenes Verständnis hat? Suchen Sie nicht nach dem „Schuldigen“ für ein Missverständnis, sondern nach dem Missverständnis selbst - steht es nicht für einen Unterschied in den persönlichen Wirklichkeits-Landkarten und ist damit eine wichtige Information für zukünftige Gespräche?

Kommunikation bedeutet somit im Wesentlichen nichts anderes, als den Prozess der Abstimmung unterschiedlicher Landkarten. Somit kann nur über die Bereitschaft zum Dialog und die Fähigkeit, Konflikte auch auszutragen, eine Annäherung an eine gemeinsame Wahrnehmung stattfinden.

Erkennungsmerkmale

Da Konflikte meist nicht offen ausgetragen werden, ist ihre Existenz für Außenstehende oft nur durch ihre Symptomatik erkennbar:

Ablehnung, Widerstand
Es wird versucht, bewusst oder unbewusst den Konfliktgegner an der Erreichung seiner Ziele zu hindern. Arbeiten werden schlampig ausgeführt, Informationen nicht weitergeleitet usw.

Rückzug, Desinteresse
Beim Konfliktbetroffenen schwinden die Arbeitsmotivation sowie das Bedürfnis, sich menschlich zu äußern und zu öffnen.

Gereiztheit, Aggressivität
Der Ärger, der zunächst „hinuntergeschluckt“ wird, steigt bei anderer Gelegenheit hoch.

Intrigen, Gerüchte
Um sich von ihrem psychischen Druck zu entlasten, neigen Konfliktbetroffene dazu, durch Intrigen und Gerüchte die Gegenpartei zu behindern und schlechtzumachen und sich gleichzeitig der Unterstützung durch Dritte zu versichern.

Sturheit, Unnachsichtigkeit
Es schwindet die Empathie, sich in die Probleme, Motive und Sichtweisen des anderen hinein zu versetzen. Man kapselt sich innerlich ab. Der eigene Standpunkt wird über Gruppeninteressen gestellt, die Kompromissbereitschaft ist gleich Null.

Formalität, Überkonformität
Aufgrund ihrer Konfliktangst zeigen untergeordnete Personen gegenüber einem mächtigeren Konfliktgegner oft ein Übermaß an Formalität und Konformität. Selbst Überfreundlichkeit und überbetontes Interesse sind meist ein sicheres Zeichen für einen verborgenen Konflikt.

Körperliche Symptome, Krankheit
Konflikte sind häufig auch mit körperlichen Reaktionen verbunden (Appetitlosigkeit, Bauch- und Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein, „das geht mir auf die Nieren“).

Konfliktarten

INNERE KONFLIKTE können entstehen, wenn eine einzelne Person zur gleichen Zeit unterschiedliche oder gegensätzliche Ziele verfolgt - man will und man will nicht, man will das eine und auch das andere, man will den Vorteil ohne den Nachteil...
Dieser Konflikt äußert sich häufig durch Unentschlossenheit, Zögerlichkeit oder Sprunghaftigkeit. Nur die betreffende Person kann diesen Konflikt lösen. Sie kann sich dabei Unterstützung holen, entscheiden muss sie aber letztendlich alleine.

SOZIALE KONFLIKTE können entstehen, wenn mehrere Personen unterschiedliche oder gegensätzliche Ziele und Interessen verfolgen, unterschiedliche Wertorientierungen haben und meinen, zwischen diesen entscheiden zu müssen. Diese Konflikte zeigen sich zwischen zwei oder mehreren Menschen, also auch in Teams, Gruppen oder Abteilungen. Sie können sich u.a. durch mangelnde Kooperationsbereitschaft, Ausgrenzung von Einzelnen oder gestörtes Arbeitsklima äußern. Soziale Konflikte betreffen nur die beteiligten Personen und nur diese können Lösungen finden. Die Lösung besteht meist in der Kommunikation.

STRUKTURELLE KONFLIKTE haben ihre Ursachen in Strukturelementen einer Organisation, wie dysfunktionalen, unklaren Abläufen, Kommunikationsstrukturen, Entscheidungskompetenzen, Anforderungsprofilen oder Zieldefinitionen.
In Organisationen werden Konflikte auch auf verschiedenen Hierarchieebenen ausgetragen, beispielsweise zwischen Abteilungen, Stab und Linie oder Personalvertretung und Belegschaft.

Im Konfliktgeschehen von Organisationen stellt Macht einen entscheidenden Faktor dar: einerseits verhindern Machtstrukturen Konflikte, da sie Aufgaben- und Rollenverteilungen beinhalten, an die sich die Mitglieder im besten Falle halten und die ihnen Orientierung geben, andererseits wirken alle Verhältnisse, in denen Macht nicht ein für allemal festgeschrieben ist, auch konfliktfördernd, da dort ständig um sie gerungen wird.

Organisationskonflikte können in ihrer Ursache in erster Linie strukturell gelöst werden. Häufig sind aber auch „Kollateralschäden“ auf der sozialen Ebene zu bearbeiten.

Konfliktlösung

Konflikte stellen für die meisten Betroffenen eine mehr oder weniger große Beeinträchtigung des Denkens, Fühlens und Handelns dar. Sie behindern das Weiterkommen und die Konzentration auf das Wesentliche. Ziel der Konfliktlösung ist es, die Handlungsfähigkeit auf Seiten beider Konfliktparteien (fallweise auch nur auf einer Seite) wiederzuerlangen. Derartige Lösungen lassen sich auf einige wenige Grundmuster zurückführen. Laut G. Schwarz (1991) ist die Reihenfolge der im Folgenden angeführten Muster analog den Phasen, durch die auch der Mensch im Laufe der Zivilisationsentwicklung gegangen ist.

Flucht
Instinktives Verhaltensmuster bei Fehlen von geeigneten Waffen zur Verteidigung (nicht nur physisches davon laufen, sondern auch verdrängen, leugnen, auf die lange Bank schieben oder unter den Teppich kehren).
Vorteil: einfach, schmerzlos, kein Verlierer
Nachteil: nur kurzfristig energiesparend, Konflikt ist nicht aus der Welt und kommt oft in schärferer Form wieder, keine Weiterentwicklung möglich

Vernichtung
Ist Flucht keine Alternative, kommt es zum Kampf. Das erste Ziel jedes Kampfes ist es, den Gegner zu vernichten.
Vorteil: dauerhafte Beseitigung des Gegners und Stärkung des Siegers
Nachteil: Fehler sind nicht korrigierbar, Alternativen und Weiterentwicklung nicht möglich

Unterwerfung, Unterordnung
Gibt es keine Aussicht auf Sieg, erkennt ein Konfliktpartner die Position des anderen an, wenn auch widerwillig. Auch überzeugen, überreden, nachgeben, bestechen, manipulieren, intrigieren, abstimmen zählen zu dieser Strategie.
Vorteil: kann rückgängig gemacht werden, Möglichkeit des Lernprozesses gegeben
Nachteil: Konflikt ist unter Umständen nicht gelöst, wenn der Stärkere mit einer suboptimalen Lösung gesiegt hat

Delegation
Verschiebung des Konflikts auf eine unbefangene höhere Ebene (Person, Gesetz, Prinzipien, Zufall)
Vorteil: Objektivität und Sachlichkeit durch unparteiische Neutralität
Nachteil: mangelnde Beteiligung der Konfliktpartner an der Lösung führt zu mangelnder Identifikation mit der Lösung; durch die Neutralität werden die Emotionen nicht genug berücksichtigt

Kompromiss
Teileinigung durch die Konfliktparteien in einem bestimmten Bereich
Vorteil: zumindest in gewissen Bereichen konnte eine Einigung erzielt werden
Nachteil: ev. keine Einigung in den wesentlichen Bereichen („fauler Kompromiss“)

Konsens
Ideallösung - Die gegensätzlichen Positionen werden von beiden Konfliktpartnern akzeptiert und respektiert (Voraussetzung: Misstrauen durch Vertrauen ersetzen; dies gelingt oft nur mit Hilfe von außen).
Vorteil: beide Parteien behalten recht und haben noch dazu neue Kenntnisse gewonnen

Tipps zur Konfliktlösung

  • Offene Kommunikation: Wenn Ihnen etwas nicht passt, bringen Sie dies klar zum Ausdruck. Stellen Sie daher die Fragen nach Ihren eigenen Wünschen, Motiven und Vorurteilen.
  • Vermeiden Sie als Empfänger falsche Vermutungen und Zuschreibungen, indem Sie sich durch Fragen Informationen über die Absichten und Motive des Senders verschaffen.
  • Rückmeldung holen – Rückmeldung geben. Fragen Sie beim Gesprächspartner nach, wie er die Nachricht verstanden hat. Fragen Sie bei Ihrem Gesprächspartner nach, wie er eine bestimmte Aussage gemeint hat.
  • Denken Sie daran, dass Ihr Konfliktpartner die Wirklichkeit anders wahrnimmt. Sprechen Sie über private oder betriebliche Probleme, bevor Sie Sachfragen diskutieren.

Der positive Sinn von Konflikten

Konflikte erhalten das Bestehende
Konflikte garantieren die Stabilität von Organisationen, indem man sozusagen das „Böse“ festmacht, meistens an bestimmten Personen oder von den Normen abweichenden Verhaltensweisen, und diese mit ihnen eliminiert. Konflikte, die sich auf bestimmte Personen oder Abteilungen konzentrieren, halten das übrige Gebilde stabil. “Sündenbocksyndrom“: Wenn etwas passiert, kann man die damit verbundene Unsicherheit zumindest teilweise durch „Bestrafung“ eines „Schuldigen“ beseitigen.

Konflikte garantieren Veränderung
Der Sinn von Konflikten liegt auch im Anstoß von Veränderungsprozessen. Nur wenige Veränderungen in der menschlichen Geschichte sind nicht auf Konflikte oder Resultate von konfliktträchtigen Auseinandersetzungen zurückzuführen.

Konflikte erlauben die Wahrnehmung und Bearbeitung von Komplexität
Durch Streit wird häufig eine Vielfalt von Ansichten und Sachverhalten sichtbar. Bedürfnisse und Gegebenheiten werden differenziert und dadurch Individualität herausgearbeitet. Man spricht hinsichtlich der Komplexität auch vom großen Vorteil von Gruppenleistungen gegenüber Einzelleistungen. In der Gruppe werden wesentlich mehr verschiedene Aspekte berücksichtigt, als dies ein Einzelner könnte.

Test_Mein_Konfliktprofil.pdf

Autor: Herbert Mikulcik
Ausbildung zum Organisationsberater, Personalentwickler und Supervisor. Mehrjährige Erfahrungen als Berater und Trainer im Bereich Management- und Kommunikationstrainings, Konfliktmanagement und Teamentwicklung.

Quelle: http://www.domendos.com/fachlektuere/fachartikel/artikel/konflikte-konstruktiv-loesen/

WEITERE INFORMATIONEN:

Kommunikationsprobleme: Konflikte lösen ohne Gewalt


Faire Kommunikation und Konfliktbewältigung nach Thomas Gordon

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20. Dezember 2012 4 20 /12 /Dezember /2012 13:47

Umweltspiele.ch ist eine Sammlung von frei zugänglichen Online-Spielen zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen.

Spielen ist nicht nur beliebt, sondern oft auch sehr lehrreich. Online-Spiele bieten eine hervorragende Abwechslung, sofern sie gut eingebettet sind. Unter dem Stichwort "Blended Learning" wird versucht eine sinnvolle Verbindung von traditionellen und E-learning Methoden zu finden. Hier einige Anregungen:

Methodische Anregungen zum Einsatz von Online-Spielen

Anregungen nach Thema und Schulfach


Spiele sortieren nach:  
inhalt | spass | darstellung | Alter    

http://www.umweltspiele.ch/

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21. Juli 2012 6 21 /07 /Juli /2012 23:19

Anfang der 1970iger Jahre entwickelte der amerikanische Psychologe Thomas Gordon ein Kommunikationskonzept für Familien. Er plädierte dafür, den anderen so zu nehmen, wie er ist, und gleichzeitig aufrichtig zu sagen, was einem am Verhalten des anderen nicht gefällt.

Aufrichtiges Reden und "aktives Zuhören"  helfen dabei, Konflikte zu lösen: Ohne Krieg, ohne Verlierer, ohne Gewalt.

Ein wichtiger Baustein in Gordons Strategie: Die zwölf Kommunikationssperren verhindern. Sie hindern den anderen daran, den Dialog fortzuführen. Für sein Kommunikationsmodell war er Ende der 90iger Jahre drei Mal für den Friedensnobelpreis nominiert.

Die zwölf Kommunikationssperren nach Thomas Gordon

  • Befehlen, Anordnen, Auffordern

  • Warnen, Mahnen, Drohen

  • Moralisieren, Predigen, Beschwören

  • Beraten, Vorschläge machen, Lösungen liefern

  • (Ver)Urteilen, Kritisieren, Widersprechen, Vorwürfe machen, Beschuldigen

  • Belehren, durch Logik begründen

  • Loben, Zustimmen, Schmeicheln

  • Beschämen, Beschimpfen, Lächerlich machen

  • Interpretieren, Analysieren, Diagnostizieren

  • Beruhigen, Sympathie äußern, Trösten, Aufrichten

  • Nachforschen, Fragen, Verhören

  • Ablenken, Ausweichen, Aufziehen

 

"Wir sind von Natur aus mitfühlend"

Der US-amerikanische Psychiater Marhall B. Rosenberg führte Gordons Konzept weiter. Seiner Meinung nach kann Kommunikation nur funktionieren, wenn sie einfühlsam ist. Er hat das Konzept der gewaltfreien Kommunikation aus der Erfahrung der damaligen Bürgerrechtsbewegung heraus entwickelt. Seine Mediationen halfen, die Rassentrennung an Schulen zu überwinden, er hat zwischen verfeindeten Straßengangs vermittelt. Rosenbergs These lautet: Wir sind von Natur aus mitfühlend, haben uns aber an verbale Gewalt gewöhnt. Denn: Wir sind erzogen worden, zu urteilen und beurteilt zu werden, zu kritisieren und kritisiert zu werden. Schon auf der vermeintlichen Sachebene urteilen wir. Ein Beispiel des Kommunikationstrainers Klaus Karstädt.

"In meinen Seminaren fordere ich die Teilnehmer dazu auf, sich vorzustellen, als Vater oder Mutter in ein Kinderzimmer zu kommen und zu sagen 'Dein Zimmer ist nicht aufgeräumt.' Dann lasse ich mir per Handzeichen signalisieren, wer schon einmal ein nicht aufgeräumtes Zimmer gesehen hat. Das sind in der Regel die meisten, die die Hand heben. Wir leben in der Idee, natürlich gibt es aufgeräumte Zimmer. Dass das aber meine persönliche Interpretation ist über den Zustand des Zimmers , dass dem bestimmte Beobachtungen über Fakten zu Grunde liegen, das ist im Alltagsbewusstsein der meisten Menschen nicht vorhanden. Zu sagen: 'Dein Zimmer ist nicht aufgeräumt', das dauert 3 Sekunden; oder ich sage an der Stelle: 'Da liegen 5 T-Shirts am Boden, die Schuhe stehen auf dem Kopfkissen und 7 Colaflaschen stehen auf dem Fensterbrett!', was 10 Sekunden dauert. An den 7 Sekunden wird es nicht scheitern."    Klaus Karstädt

Der Schlüssel zur gelingenden Kommunikation: Empathie

Kommunikationstrainer Klaus Karstädt bringt seinen Klienten die Werte und Methode der gewaltfreien Kommunikation bei. Er stellt vor jedes Gespräch die Beobachtung anstatt der Bewertung. Eine wesentliche Voraussetzung, wenn ein Gespräch, eine Verhandlung, gelingen soll, ist außerdem die Empathie. Das altgriechische Wort bedeutet "Leidenschaft", ins Deutsche ist der Begriff am ehesten mit "Einfühlungsvermögen" übersetzbar. Empathie ist vom Wesen her nicht notwendigerweise an Sprache gekoppelt, sondern es ist eine innere Aufmerksamkeit, eine Präsenz und der Fokus liegt auf dem Gegenüber.

Beim anderen "zu Gast sein"

Klaus Karstädt erklärt in seinen Kursen das Phänomen der Empathie auch damit, beim anderen "zu Gast zu sein". Empathisch Vermutungen anzustellen, um herauszufinden: Was braucht mein Gegenüber eigentlich gerade, zu fragen: "Kann es sein, dass Du gerade Deine Ruhe brauchst?" Und nicht: "Kann es sein, dass Du Ruhe vor mir haben möchtest...?" Wird das Gegenüber empathisch abgeholt, kann man beobachten, wie sich die Lage entspannt, wie Tempo aus einem Streit genommen wird, Lautstärke aus einer Diskussion. Fühlt der andere sich verstanden, wird er weiterreden, oder vielleicht nur mit dem Kopf nicken. Empathie funktioniert also auch ohne Worte.

Literatur-Tipps

  • Marshall B. Rosenberg: "Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens"
  • Melanie Sears: "Gewaltfreie Kommunikation im Gesundheitswesen"
  • Kelly Bryson: "Sei nicht nett, sei echt"

 

Quelle: http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiofeature/kommunikation-schwierigkeiten100.html

siehe auch: Faire Kommunikation und Konfliktbewältigung nach Thomas Gordon

- Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

- Über 1.000 Jugendliche ließen sich als Streitschlichter schulen

- Gewaltprävention und Neue Medien.

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14. März 2012 3 14 /03 /März /2012 12:50

Einen ausführlichen Abschnitt zum Thema "Kommunikation - Schlüssel zur Konfliktlösung" finden Sie im Rahmen dieses Grundkurses im Teil "Konfliktlösung". Dort geht es unter anderem um Kommunikationsregeln im Konflikt und um die Bedeutung der Körpersprache:

bullet ... zum Abschnitt "Kommunikation - Schlüssel zur Konfliktlösung"

Thomas Gordon, ein amerikanischer Psychologe der Humanistischen Schule, ist durch das Kommunikationskonzept der “Familienkonferenz”, “Lehrerkonferenz” und “Managerkonferenz” bekannt. Bei diesem Modell geht es um allgemeingültige Regeln fairer Kommunikation und Konfliktbewältigung. Gegenseitige Achtung und einfühlsames Verständnis sollen eine niederlagelose Konfliktbearbeitung ermöglichen. Ziel ist es, zu lernen, für die Erfüllung eigener Bedürfnisse einzutreten, ohne über die Bedürfnisse anderer hinwegzugehen, um Frustration und Resignation vorzubeugen,

bullet sich selbst zu offenbaren (Bedürfnisse, Gefühle, Wünsche, Auswirkungen des Verhaltens des anderen auf mich), statt den anderen zu analysieren und abzuwerten,
bullet einfühlsam einander zuzuhören und andere darin zu unterstützen, sich klar und eindeutig auszudrücken,
bullet Konflikte kreativ und zur Zufriedenheit aller zu lösen,
bullet Beraterfähigkeiten zu entwickeln, um andere Menschen bei der Lösung von Konflikten anzuleiten.
 
Wichtige Aspekte einer fairen Kommunikation sind:
 
bullet sich klar und persönlich in Ich-Aussagen ausdrücken,
bullet abwertende Du-Botschaften erkennen und vermeiden,
bullet Problemverhalten/Störungen beschreiben statt bewerten,
bullet aktives Zuhören, Kommunikationssperren erkennen und auf aktives Zuhören umschalten,
bullet Gefühle ausdrücken statt ausagieren,
bullet keine Verhaltensanweisungen geben.

Neben der Einübung dieser Kommunikationsregeln geht es darum, Strategien kennen zu lernen, um Konflikte zu lösen. Strategien fairer Kommunikation sind:

bullet das konfrontierende Gespräch,
bullet die Jeder-Gewinnt-Konfliktlösung,
bullet das Klärungsgespräch.

Das konfrontierende Gespräch ist eine dieser Strategien, die wir täglich praktizieren. Dabei geht es häufig darum, sich entweder durchzusetzen – mit Macht und auf Kosten der persönlichen Beziehung - oder sich nicht durchzusetzen und sich unzufrieden zu fühlen, weil sich die unerwünschte Situation nicht ändert. Mit dem Prinzip der fairen Kommunikation gibt es einen dritten Weg, auf andere einzuwirken, ohne die Beziehung zu schädigen.

Eine zweite Strategie ist die “Jeder-Gewinnt-Konfliktlösung”. Sie ist geeignet für komplexe Fragen, die oft mehrere Personen betreffen und bei der viele Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen. Ein wichtiges Vorgehen dabei ist, den Lösungsprozess in einzelne Schritte zu zerlegen:

bullet Bedürfnisklärung,
bullet Sammeln von Lösungsideen,
bullet Bewerten der Vorschläge,
bullet Entscheidung,
bullet Planung der Durchführung, Erfolgskontrolle.


Ich-Botschaften

In Ich-Form zu sprechen bedeutet Verantwortung für das Gesagte zu übernehmen, direkt und konkret zu sein. Der (Konflikt)Partner wird nicht beschuldigt (“Du ...!”), sondern die Wirkung seines Handeln auf mich selbst steht im Zentrum der eigenen Aussagen. In Ich-Form zu sprechen bedeutet, über die eigene Wahrnehmung, über eigene Wünsche, Bedürfnisse und Interessen zu sprechen. Ich-Botschaften verkörpern einen authentischen Sprachstil, der jedoch, wenn er nur technokratisch übernommen wird, leicht unglaubwürdig klingen kann. Er sollte nicht als Technologie eingesetzt werden, sondern echtes Empfinden ausdrücken.

Verallgemeinerungen werden vermieden. Nicht:

bullet

“Wir wissen doch alle, dass ...”

bullet

“Das sagt doch jeder ...”

bullet

“Wenn man bedenkt ...”

bullet

“Es ist immer dasselbe ...”

bullet

“Du bist ein ganz ...”

Sondern:

bullet

“Ich wünsche mir, dass ...”

bullet

“Ich mache mir Sorgen, dass ...”

bullet

“Das löst bei mir aus, dass ...”

bullet

“Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe ...”

Die Auswirkungen des Verhaltens auf das eigene Empfinden deutlich machen:

bullet

“Wenn Sie das sagen / machen ... löst das bei mir ... aus / fühle ich mich ... weil mich das ...”
 

Der dritte Weg, Konflikte zu lösen, betrifft die persönliche Ebene. Hier geht es um die Klärung von Problemen durch das partnerschaftliche Gespräch in engen persönlichen Beziehungen. Im wechselseitigen Dialog werden Erwartungen, Bedürfnisse und Wünsche geklärt und Vereinbarungen getroffen.

Insgesamt ist das Ziel dieses Kommunikationstrainings, eine humanistische Grundhaltung pragmatisch zu vermitteln und grundlegende Kommunikationsfertigkeiten einzuüben, um miteinander friedlich leben zu können (...). Beim Gordon-Modell wird der Ich-Aussage eine besondere Bedeutung zugemessen (siehe Text zu "Ich-Botschaften" im Kasten rechts).

[Ausländerbeauftragte der Landeshauptstadt München (Hrsg.): Konflikte lösen – der Gewalt vorbeugen. München 1995, S. 25]

Quelle:  http://www.dadalos-d.org/frieden/grundkurs_4/kommunikation.htm


WEITERE INFORMATIONEN:

Kommunikationsprobleme: Konflikte lösen ohne Gewalt


Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

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2. März 2011 3 02 /03 /März /2011 08:18

Von 67 Millionen Kindern, die weltweit nicht zur Schule gehen, leben 28 Millionen in Ländern mit bewaffneten Konflikten.

Ist Bildung inmitten von Krieg und Gewalt nicht ein Luxusproblem?

Keineswegs: Wer bis fünf oder sechs nicht sprechen gelernt hat, lernt es später nicht mehr. Das gilt auch für die Kulturtechnik des Lesens und Schreibens. Wer das nicht lernt, dem fehlen später wichtige Abstraktionskompetenzen. Das heißt: 67 Millionen Kinder, die weltweit nicht zur Schule gehen, werden von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen, und das hat auch ökonomische Folgen für die betroffenen Regionen.

Erziehungswissenschaftler Christoph Wulf zum kaum noch zu erreichenden Ziel, bis 2015 alle Kinder weltweit mindestens in die Grundschule zu schicken.

16 Milliarden Dollar fehlen uns jedes Jahr, um die Ziele des Weltbildungsgipfels von Dakar im Jahr 2000 umzusetzen − das ist so viel, wie die Industrienationen innerhalb von sechs Tagen fürs Militär ausgeben. Wir brauchen also gar nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Eines der Dakarziele lautet Grundbildung für alle...

Nur, wer zur Schule geht, kann sich geistig und sozial entwickeln und an der Weltgemeinschaft partizipieren. Erst durch Bildung erzeugen wir uns als Menschen selbst.

Quelle: http://www.fr-online.de/wissenschaft/schule/-krieg-und-gewalt-sind-die-groessten-feinde-der-bildung-/-/5024182/7509448/-/index.html

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Weltbildungsbericht

Die Bildungsorganisation der Vereinten Nationen kritisiert die Geberländer: Die vor elf Jahren versprochenen Finanzhilfen stagnieren. In der Folge bleibt etwa die Analphabetenrate sehr hoch. Frauen betrifft das besonders. Bildung für alle? Das schöne Ziel, im Jahr 2000 auf dem Weltbildungsforum in Dakar als Aktionsplan bis 2015 beschlossen, bleibt auf der Strecke. Elf Jahre später ist die Botschaft des Weltbildungsberichts der Unesco: „Die meisten der im Jahr 2000 formulierten Ziele werden deutlich verfehlt.“

Auch die Analphabetenrate ist noch sehr hoch, so können 796 Millionen Menschen weltweit nicht lesen und schreiben, davon sind fast zwei Drittel Frauen. Das passt zum Millenniumsziel Gleichstellung der Geschlechter, mit der es nicht gut bestellt ist. So kommen etwa in Somalia auf 100 Jungen in der Schule nur 55 Mädchen, in Afghanistan sind es 66.

Quelle: http://www.fr-online.de/wissenschaft/schule/arme-maedchen-sind-oft-am-aermsten-dran/-/5024182/7509344/-/index.html

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4. Februar 2011 5 04 /02 /Februar /2011 09:46

Die GFK ist nichts Neues, sie ist kein Programm zum Auswendiglernen, sondern eher eine Haltung gegenüber unseren Mitmenschen und uns selbst. Eine Art "Sprache", die nicht in die Bewertung geht und auch nicht zwangsläufig zu einer Lösung führt. Vielmehr geht es darum, wieder Zugang zu sich selbst und zu seinen Gefühlen zu bekommen und sein Gegenüber wertschätzend wahrzunehmen. Dr. Marshall B. Rosenberg schreibt in seinem Buch "Gewaltfreie Kommunikation": „... alles, was in die GFK integriert wurde, ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Es geht also darum, uns an etwas zu erinnern, das wir bereits kennen – nämlich daran, wie unsere zwischenmenschliche Kommunikation ursprünglich gedacht war.“

Rosenberg geht von den Annahmen aus, dass hinter jedem aggressiven Verhalten ein unerfülltes Bedürfnis steckt, dass es keine negativen Bedürfnisse gibt und dass alle Menschen danach streben, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Doch sind Sie sich immer Ihrer Bedürfnisse bewusst? Oder derer Ihres Partners, mit dem Sie gerade streiten? Denn für ein Gefühl wie Wut gibt es die verschiedensten Gründe = unerfüllten Bedürfnisse. Mithilfe der GFK kommen Sie näher heran an Ihre Gefühle und an Ihre Bedürfnisse. Zugleich entwickeln Sie eine Haltung, mit der Sie auch für die Bedürfnisse Ihres Gegenübers offen sind. Dies schafft Verbindung und eine wertschätzende Gesprächsbasis - selbst wenn Ihr Gesprächspartner eigentlich auf Konfrontation aus war. Wie das gemeint ist und wie es funktionieren kann, erfahren Sie an Beispielen im folgenden Beitrag.

Hier noch eine Aussage aus Rosenbergs Buch zum Begriff der Gewaltfreiheit: "Ich nenne diese Methode Gewaltfreie Kommunikation und benutze den Begriff Gewaltfreiheit im Sinne von Gandhi: Er meint damit unser einfühlendes Wesen, das sich wieder entfaltet, wenn die Gewalt in unseren Herzen nachlässt. Wir betrachten unsere Art zu sprechen vielleicht nicht als ‚gewalttätig’, dennoch führen unsere Worte oft zu Verletzung und Leid – bei uns selbst oder bei anderen."

Werden Sie Brückenbauer! So verbessern Sie die Gesprächskultur

Am Anfang steht die Wahrnehmung

Gehen wir von einem konkreten Beispiel aus: Sie kommen müde nach Hause und finden „Chaos im Wohnzimmer“ vor. Damit Sie sich richtig ausdrücken, müssen Sie das, worum es geht, zunächst möglichst genau wahrnehmen. Genau diese Wahrnehmungen sprechen Sie dann auch aus - ohne zu bewerten. Anschließend drücken Sie Ihre Gefühle und Ihre damit verbundenen Bedürfnisse aus. Zuletzt äußern Sie eine konkrete Bitte oder schlagen eine Strategie vor.

Sie wenden sich also mit etwa folgenden Worten an Ihren Partner beziehungsweise Ihr Kind: „Ich sehe (Wahrnehmung), dass im Sessel Kleidungsstücke von dir liegen und am Fußboden deine Straßenschuhe stehen. Ich bin darüber verärgert (Gefühl), denn ich brauche (Bedürfnis) im Wohnzimmer mehr Ordnung, um mich wohl zu fühlen. Bitte (Bitte) räume deine Sachen an ihren Platz.“

Empathisch aufnehmen

Was aber ist, wenn Ihr Partner Sie abends genervt anfährt: „Verflixt noch mal, hast du schon wieder vergessen, meinen Mantel von der Reinigung zu holen? Du bist einfach chaotisch!“? Jetzt sind Sie gefragt: Bauen Sie eine Brücke zwischen sich und Ihrem Gegenüber, indem Sie seine Äußerungen „empathisch aufnehmen“. Das bedeutet, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit unabhängig von den Worten, die der andere gewählt hat, darauf richten, was er beobachtet, fühlt, braucht und erbittet. Nehmen Sie die Worte nicht persönlich, sondern seien Sie „ganz Ohr“ für den anderen.

Dann werden Sie vermutlich „hören“, was hinter dieser Äußerung steckt. Geben Sie das, was Sie gehört haben, mit eigenen Worten wieder, am besten in Frageform: „Bist du verärgert (Gefühl), weil du den Mantel morgen früh nicht anziehen kannst?“ Diese konkrete Wiedergabe zeigt Ihrem Partner, dass Sie ihn verstanden haben. Zugleich ermöglicht sie ihm, sich über die eigenen Gefühle und Bedürfnisse besser klar zu werden.

Sollten Sie Ihren Partner missverstanden haben, so ermutigt ihn die Frageform zur Richtigstellung. So hat in unserem Beispiel möglicherweise nicht das Fehlen des Mantels den Ärger verursacht, sondern die enttäuschte Erwartung, dass Sie sich selbstständig um die Belange Ihres Partners kümmern. Kommt so eine Erwartung im weiteren Verlauf zur Sprache, spiegeln Sie auch diese wider: „Hast du das Bedürfnis, dir um den Alltagskram gar keine Gedanken machen zu müssen?“

Hindernisse beim Brückenbau

Viele Menschen sind in Gesprächsmustern gefangen, die dem Verständnis geradezu entgegenstehen. Hier einige Beispiele für das, was Sie vermeiden sollten: Angenommen, Ihr Kind beklagt sich über das Verhalten eines Mitschülers. Versuchen Sie nicht, auf der Stelle eine Lösung zu finden, indem Sie einen Ratschlag erteilen oder die Sachlage nach Art eines richterlichen Verhörs klären. Spenden Sie aber auch nicht als erstes Mitleid oder Trost, reden Sie das Problem nicht klein und lenken Sie nicht ab. Hören Sie stattdessen aktiv zu, sodass sich Ihr Kind verstanden und akzeptiert fühlt.

Seien Sie authentisch

Wichtig: Gewaltfreie Kommunikation ist weit mehr als eine Gesprächstechnik, sie ist eine Haltung gegenüber dem Gesprächspartner. GFK „funktioniert“ daher nicht, wenn Sie die genannten Gesprächsregeln rein mechanisch anwenden. Ihr Partner oder Ihr Kind spürt, ob es Ihnen lediglich um eine schnelle „Lösung“ in Ihrem Sinne geht oder wirklich darum, eine Brücke der Verständigung zwischen Ihnen zu bauen. Wenn Sie also beispielsweise eine Äußerung des anderen in Form einer Frage wiedergeben, dann sollte Sie die Antwort Ihres Gesprächspartners tatsächlich interessieren! Und Ihr „Bitte“-Satz ist nur dann eine echte Bitte, wenn Sie auch ein „Nein“ respektieren können.

Zum Weiterlesen: Marshall B. Rosenberg, Gewaltfreie Kommunikation.

Wenn Sie noch mehr über die GFK erfahren wollen, haben Sie beim "Center for Nonviolent Communication" die Gelegenheit dazu. Der Webauftritt der von Rosenberg gegründeten internationalen Organisation präsentiert sich in den Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch – einige Unterseiten wie "Who we are" oder "Learn" gibt es jedoch auch in Deutsch. Ansonsten bietet Google direkt auf der Site eine Übersetzung ins Deutsche an - die ist zwar nicht besonders gut, kann aber an der einen oder anderen Stelle hilfreich sein.

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21. Dezember 2010 2 21 /12 /Dezember /2010 15:24

Bestandteile der rrsi ist die Kentniss über:

Entstehung und Analyse von Konflikten.

Übung zur Analyse.
Auflösung von Konflikten.
Übung zur konstatierenden Wahrnehmung.
Skizzierung eines kollegialen Supervisionsverfahrens zur Introvision.

usw...

Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte.

Was lässt sich tun, wenn sich - z. B. bei Angst oder Ärger - die Gedanken endlos im Kreis drehen? In diesem Buch wird erstmals zusammenfassend eine neue Methode des Selbstmanagements, die Introvision, dargestellt, die darauf abzielt, in Konfliktsituationen Gelassenheit und Handlungsfähigkeit wiederherzustellen.

Das Vorgehen der Introvision wurde im Rahmen eines umfangreichen Forschungsprogramms entwickelt und hat sich in verschiedenen Bereichen empirisch und praktisch bewährt. Das Buch dient als Basis für einen Einführungskursus in mentale Selbstregulation und Introvision. Grundlegende Übungen und praktische Anwendungsmöglichkeiten werden ausführlich dargestellt und anhand von vielen Fallbeispielen erläutert.

„Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte“ von Angelika C. Wagner ist im Kohlhammer Verlag erschienen

mehr zum Thema:

- Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte: Mentale Selbstregulation und Introvision

- die Methode der Introvision

- Literatur

- http://de.wikipedia.org/wiki/Introvisionsberatung

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